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So viele Lehrer wie nie – aber noch keine Trendwende

In Niedersachsen arbeiten laut Kultusministerium derzeit so viele Lehrkräfte wie nie zuvor. (Symbolbild)

In Niedersachsen arbeiten laut Kultusministerium derzeit so viele Lehrkräfte wie nie zuvor. (Symbolbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Kultusministerin verkündet einen Rekord, doch nicht an allen Schulen wird die Unterrichtsversorgung besser. Viele Herausforderungen bleiben.

Von dpa Donnerstag, 22.01.2026, 12:25 Uhr

Hannover. Dank vieler neuer Lehrerinnen und Lehrer hat sich die Unterrichtsversorgung an Niedersachsens Schulen stabilisiert – sie liegt allerdings weiter unter dem Bedarf. Das hat Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) vor Beginn des zweiten Schulhalbjahres bekanntgegeben.

Nie zuvor habe es in Niedersachsen so viele Lehrkräfte gegeben wie derzeit: Knapp 77.800 sind es mittlerweile, das sind rund 3.600 mehr als noch vor vier Jahren. Allerdings stieg auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler weiter auf rund 827.500 und die Anforderungen an die Schulen wurden erhöht.

Im Ergebnis liegt die Unterrichtsversorgung mit jetzt 97,2 Prozent leicht über dem Niveau des Vorjahres von 96,9 Prozent. Der Wert gibt an, ob es für das Soll an Pflichtstunden genügend Lehrkräfte gibt. Besser war er zuletzt 2021.

Ministerin: Noch keine Trendumkehr

Ob die Kurve auch zum Schuljahr 2026/27 weiter nach oben zeigen wird, ist Hamburg zufolge jedoch noch offen – unter anderem wegen der steigenden Schülerzahlen und des neuen Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung. 

Kultusministerin Hamburg stellt die Zahlen zum laufenden Schuljahr vor.

Kultusministerin Hamburg stellt die Zahlen zum laufenden Schuljahr vor. Foto: Michael Matthey/dpa

„Ich kann noch nicht von einer Trendumkehr sprechen“, sagte die Ministerin. Der aktuelle Wert sei auch noch kein Grund zum Feiern. Es zeige sich aber, dass die Maßnahmen des Landes gegen den seit Jahren anhaltenden Lehrkräftemangel wirkten.

Lehrer haben mehr Zeit pro Schüler

Konkret liegt das Soll der Lehrkräftestunden derzeit bei 1,45 Millionen. Erreicht wurden 1,41 Millionen Stunden. Die Anforderungen an die Schulen wurden etwa mit zusätzlichen Stunden für Deutsch und Mathematik in den Grundschulen, der Einführung des Pflichtfachs Informatik sowie dem Ausbau von Ganztagsangeboten, Inklusion und Sprachförderung erhöht.

Hamburg betonte, dass sich trotz alledem die Lehrer-Schüler-Relation verbessert habe: Pro Schüler stehen in diesem Schuljahr rechnerisch 1,71 Lehrerstunden zur Verfügung. Das ist laut Ministerium der beste Wert seit 2020.

So ist die Unterrichtsversorgung an den Schulformen

Zwischen den Regionen und unterschiedlichen Schulformen gibt es nach wie vor große Unterschiede bei der Unterrichtsversorgung. Die Schere zwischen Gymnasien und Hauptschulen ging sogar weiter auseinander:

  • Gymnasien: 101,2 Prozent (Vorjahr: 100,6 Prozent)
  • Grundschulen: 98,2 Prozent (Vorjahr: 98,0 Prozent)
  • Gesamtschulen: 97,8 Prozent (Vorjahr: 97,3 Prozent)
  • Realschulen: 95,3 Prozent (Vorjahr: 95,2 Prozent)
  • Oberschulen: 92,7 Prozent (Vorjahr: 92,9 Prozent)
  • Förderschulen: 91,8 Prozent (Vorjahr: 90,8 Prozent)
  • Hauptschulen: 90,6 Prozent (Vorjahr: 91,5 Prozent)

Kultusministerin Hamburg richtete daher einen Appell an die Berufseinsteiger, auch unbeliebtere Regionen oder Schulen in Betracht zu ziehen. „Wir ermöglichen auch befristete Einstellungen, wenn Lehrkräfte Schulen oder Regionen erst einmal kennenlernen wollen“, sagte sie. Das sei attraktiver, als sich von Vertretung zu Vertretung zu hangeln.

Das sind die Reaktionen

Der CDU-Bildungspolitiker Christian Fühner kritisierte, die Unterrichtsversorgung sei weiterhin auf einem „alarmierend schlechten Niveau“. Regelmäßig falle Unterricht aus, vielerorts fehle es an verlässlicher Planungssicherheit und gleichzeitig sinke die Bildungsqualität, sagte er.

Der Landesschülerrat forderte, die Lehrkräfte gerechter zwischen den Schulformen und Regionen zu verteilen. „Während einige Schulen stabil arbeiten können, kämpfen andere seit Jahren mit massiven Engpässen“, sagte der Vorsitzende Matteo Feind. „Diese Ungleichheit ist weder pädagogisch noch sozial vertretbar.“

Ähnlich äußerte sich der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte. Gerade an den Schulen, die bei der Inklusion und Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund „die größte Last“ trügen, sei die Unterrichtsversorgung schlecht. Dabei gehe es um die Bildungschancen einer ganzen Generation.

In Niedersachsen arbeiten laut Kultusministerium derzeit so viele Lehrkräfte wie nie zuvor. (Symbolbild)

In Niedersachsen arbeiten laut Kultusministerium derzeit so viele Lehrkräfte wie nie zuvor. (Symbolbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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J
Jochen Mextorf
22.01.202612:36 Uhr

Seit der Zeit der "Mikätzchen" in den 60ern des letzten Jh., gab es keine ausreichende Lehrer-Versorgung.

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