Zähl Pixel
Russischer Angriff

Schutz vor dem Krieg: Ukrainer dürfen länger im Kreis Stade bleiben

Menschen gehen mit Gepäck in einer Bahnstation, um einen Zug zu bekommen, als sie die Stadt Kiew, verlassen. Foto: dpa-Bildfunk

Menschen gehen mit Gepäck in einer Bahnstation, um einen Zug zu bekommen, als sie die Stadt Kiew, verlassen. Foto: dpa-Bildfunk

Angesichts des sich zuspitzenden militärischen Konflikts in der Ukraine handelt der Landkreis Stade zügig und unbürokratisch, Aufenthaltstitel sollen verlängert werden. Das Land bereitet sich auf eine Flüchtlingswelle vor.

Donnerstag, 24.02.2022, 14:00 Uhr

Ukrainerinnen und Ukrainer, die sich derzeit im Landkreis Stade aufhalten, können länger in Deutschland bleiben, als eigentlich möglich. „Im Hinblick auf die russischen Vorstöße in die Ukraine möchte der Landkreis Stade den ukrainischen Staatsangehörigen, die derzeit bei uns sind, ein wichtiges Zeichen senden“, sagte Landrat Kai Seefried.

Bisher können Bürgerinnen und Bürger mit ukrainischem Pass visumsfrei 90 Tage bleiben, wenn sie aus touristischen oder familiären Gründen in Deutschland sind. Dieser Aufenthalt kann nun wegen der bedrohlichen Situation um weitere 90 Tage verlängert werden. Gleiches gilt für Menschen, die mit einem Visum hier sind. Das Visum kann ebenfalls unproblematisch um 90 Tage verlängert werden.

Ausländerbehörde im Kreis Stade bietet Ukrainern Hilfe an 

Wer den Aufenthalt verlängern möchte, wendet sich an die Ausländerbehörde im Stader Kreishaus (Am Sande 2) unter der Telefonnummer 04141/12 32 61 oder 12 32 65. Nachfragen per E-Mail gehen an abh@landkreis-stade.de mit dem Betreff „Ukraine“.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ausländerbehörde werden kurzfristige und unbürokratische Lösungen für den derzeitigen Aufenthalt in Deutschland ermöglichen“, sagt Nicole Streitz, Dezernentin beim Landkreis Stade.

„Gleichzeitig sind unsere Gedanken bei den Menschen in der Ukraine, die um ihre Sicherheit fürchten. Ein Krieg in Europa erschüttert uns alle. Kiew liegt dichter an Hamburg als Madrid“, sagte Landrat Seefried

Niedersachsen bereitet sich auf Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen vor

Das Land Niedersachsen bereitet sich zudem auf die Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine vor. Man werde die Kapazitäten voll ausnutzen und erweitern, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstag in Hannover. Entsprechende Gespräche mit dem Bund liefen – wie auch mit den Kommunen in Niedersachsen. Menschen auf der Flucht vor dem Krieg müsse schnell Schutz geboten werden.

Über den künftigen Status möglicher ukrainischer Kriegsflüchtlinge in der Europäischen Union werde man sich in der EU abstimmen, kündigte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) an.

11.000 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit leben in Niedersachsen

Derzeit sind die Landesaufnahmestellen für Flüchtlinge in Niedersachsen bei einer Belegung von knapp 75 Prozent. „Das heißt, wir haben Kapazität.“ Bislang sei jedoch noch nicht absehbar, ob und in welche Richtung es Fluchtbewegung aus der Ukraine geben werde.

Völlig ist, wieviel Flüchtlinge aus der Ukraine es geben könne – laut Pistorius könnten das ein paar Hunderttausend, aber auch ein oder zwei Millionen Menschen sein.

In Niedersachsen leben nach Angaben des Innenministers etwa 11.000 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit. (tip/dpa)

Mit dem kostenlosen TAGEBLATT-Web-Push-Service immer auf dem Laufenden bleiben

 

Nach Angaben des Generalstabs der ukrainischen Armee hat es einen Beschuss im Osten des Landes durch russisches Militär gegeben. Foto: Sergei Grits/AP/dpa

Nach Angaben des Generalstabs der ukrainischen Armee hat es einen Beschuss im Osten des Landes durch russisches Militär gegeben. Foto: Sergei Grits/AP/dpa

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel