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Lokalpolitik

Siegfried Stresow trifft auf Gegenkandidaten

Siegried Stresow (l. SPD) und Peter Löwel (Grüne).

Siegried Stresow (l. SPD) und Peter Löwel (Grüne).

Zwei Männer wollen bei der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderats von Beckdorf am Dienstag, 16. November, ab 18.30 Uhr im Beekhoff ins Bürgermeisteramt gewählt werden. Hintergrund ist ein alter Streit um die Kita-Erweiterung.

Von Sabine Lepél Montag, 15.11.2021, 08:30 Uhr

Mit Politik-Rückkehrer Siegfried Stresow von der SPD und dem grünen Ratsherr Peter Löwel treten zwei alte Rivalen gegeneinander an, die im Zuge der Debatte um die Kita-Erweiterung in Beckdorf aneinandergeraten waren. Damals hatten die Grünen dafür gestimmt, die Kita-Trägerschaft von der Gemeinde auf die Samtgemeinde zu übertragen. Stresow wollte das Projekt in Regie der Gemeinde Beckdorf behalten und betrachtete die Entscheidung der Beckdorfer Grünen als eine Art Verrat. Die Auseinandersetzungen um den Kita-Anbau gipfelten im Rücktritt Stresows von all seinen politischen Ämtern, den er im Juli 2018 vollzog.

Jetzt ist der starke Mann der Apenser SPD wieder in den politischen Ring zurückgekehrt – und zwar mit dem besten persönlichen Wahlergebnis aller Kandidaten in der Samtgemeinde. Bereits im Vorfeld hatte er gegenüber dem TAGEBLATT seine Bereitschaft zur Kandidatur für das Bürgermeisteramt erklärt. Inzwischen hat die SPD, die von vier gewonnenen Sitze im Beckdorfer Rat mangels Kandidaten nur zwei besetzen kann, eine Gruppe mit der CDU und der UWA gebildet, wie Stresow dem TAGEBLATT bestätigte. Der ehemalige Bürgermeister Jan Gold von der CDU war nicht wieder zur Wahl angetreten. „Wir werden sehen, wo die Reise hingeht“, so Stresow. „Jeder ist frei in seiner Entscheidung.“

Dennoch sollte es für den Vorsitzenden der Beckdorfer Kranzbinder reichen. Von den elf Ratssitzen nimmt die neue „Große Koalition“ acht ein. Löwels Grüne sitzen zu zweit im Rat, sie haben sich mit dem Ratsneuling Frank Turner (FWG) zusammengeschlossen. „Ich werde kandidieren, weil wir nicht für Siegfried Stresow sind“, so Löwel. „Ich mache mir keine Illusionen über meine Chancen und bin kein Träumer. Trotzdem hätte ich es gern gemacht. Ich bin Rentner und hätte Zeit für das Amt.“

Wie sich die neuen Konstellationen auf die Wahlen und Arbeit im Rat allgemein auswirken werden, bleibt spannend. Von den Mitgliedern der vergangenen Wahlperiode sind nur noch Löwel und Andreas Tobaben-Merkens (CDU) dabei. Außer Stresow sind alle übrigen neuen Ratsleute ohne Erfahrung im Amt.

Siegfried Stresow (SPD)

Siegfried Stresow (SPD)

Peter Löwel (Grüne).

Peter Löwel (Grüne).

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