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Basketball

So ergeht es Hamburgs „Juwel“ Justus Hollatz in Spanien

Justus Hollatz (rechts), hier im Trikot der deutschen Nationalmannschaft, wechselte im Sommer 2022 nach Spanien. Foto: dpa-Bildfunk

Justus Hollatz (rechts), hier im Trikot der deutschen Nationalmannschaft, wechselte im Sommer 2022 nach Spanien. Foto: dpa-Bildfunk

Justus Hollatz hat sich bei den Hamburg Towers zum deutschen Nationalspieler entwickelt. Seit Sommer spielt er in Spanien. Die NBA könnte der nächste Schritt sein.

Samstag, 24.12.2022, 11:00 Uhr

Von Oliver Jensen

Justus Hollatz blickt einem ungewohnten Weihnachtsfest entgegen. Erstmals überhaupt wird er nicht bei seiner Familie in Hamburg sein, sondern im spanischen Lugo. „Ich werde mit meinen Teamkollegen ein Weihnachtsdinner machen“, verrät er. Der Spielplan in der spanischen Liga lässt eine Reise in die Heimat nicht zu. „Wir haben bereits am 27. Dezember wieder ein Spiel“, sagt der gebürtige Hamburger, der im Sommer von dem Basketball-Bundesligisten Hamburg Towers zum spanischen CB Breogan gewechselt ist.

Der 21-Jährige kommt aus der Nachwuchsabteilung der Towers und hat sich zu einem der größten Talente Deutschlands entwickelt. Im Mai 2019 verwandelte er im Finale gegen Nürnberg neun Sekunden vor Spielende einen Dreier zum Sieg und sicherte den Towers dadurch die Zweitliga-Meisterschaft. Auch in der Bundesliga legte der Spielmacher eine starke Entwicklung hin, wurde Nationalspieler und gewann im September bei der Europameisterschaft mit Deutschland Bronze.

Hollatz' Karriereschritt: Weg von den Hamburg Towers

Der Wechselwunsch reifte in ihm bereits Anfang des Jahres. „Ich habe mich bei den Towers wohlgefühlt, aber gespürt, dass das nicht mehr das Richtige für mich ist. Ich wollte eine neue Herausforderung und aus Hamburg einmal rauskommen“, berichtet er. Marvin Willoughby, der Geschäftsführer der Towers, bedauert diese Entscheidung. „Es ist nicht leicht, Justus jetzt gehen zu sehen. Wir hätten ihn weiter sehr gern in Hamburg gehabt und sind uns sicher, dass wir zumindest im kommenden Jahr auch der bessere Standort für seine Entwicklung gewesen wären.“

Hollatz hingegen empfindet den Wechsel in die spanische ACB als richtige Entscheidung, weil die Liga als eine der besten Spielklassen in Europa gilt. „Das Niveau ist höher als in der Bundesliga und auch im Eurocup“, sagt er. „Jedes Team hat viele gute Spieler mit sehr viel Spielverständnis, auch das Tempo ist höher.“

Basketball in Spanien populärer als in Deutschland

Das öffentliche Interesse der Spanier am Basketball sei ebenfalls groß. „Unsere Halle ist mit 6500 Zuschauern fast immer ausverkauft. Bei den Auswärtsspielen ist es genauso“, erzählt Hollatz. „Man merkt, dass Basketball in Spanien noch mehr in die Kultur aufgenommen wurde als in Deutschland. Das liegt natürlich auch an den Erfolgen, die Spanien bereits hatte.“ Auch für seinen Verein läuft es ordentlich: CB Breogan steht im gesicherten Tabellen-Mittelfeld und hat die Playoff-Plätze im Visier. „Insgesamt können wir bislang zufrieden sein. Auch wenn ein paar ärgerliche Niederlagen dabei waren“, meint der Norddeutsche.

Hollatz ist in seiner Mannschaft etabliert und kommt durchschnittlich rund 22 Minuten pro Spiel zum Einsatz. „Das war mir bei meinem Wechsel sehr wichtig. Ich hatte auch andere Angebote. Aber ich glaube nicht, dass ich dort viel Einsatzzeit bekommen hätte. Hier in Breogan wurde mir eine feste Rolle als Starting Point Guard angeboten. Das war sehr verlockend“, betont er.

Schafft Justus Hollatz den Sprung in die NBA?

Zwischenzeitlich hatte er auch mit einem Wechsel in die nordamerikanische NBA geliebäugelt und sich für die Talente-Ziehung, den sogenannten NBA Draft, angemeldet. Er zog seine Anmeldung aber wieder zurück, weil kein Engagement in Aussicht stand. „Ich habe noch immer den Traum von der NBA, blicke aber lieber auf die Gegenwart und kann sagen, dass Spanien für mich der richtige Schritt war.“ (dpa)

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