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Überflutungen in Brandenburg

Trotz fallender Pegel: Hochwasserlage angespannt

Das Wasser der Oder steht noch sehr hoch in Frankfurt.

Das Wasser der Oder steht noch sehr hoch in Frankfurt. Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Hochwasserlage im Osten Brandenburgs bleibt heikel. Wassermassen drücken gegen die Schutzanlagen. Helfer sind weiter im Dauereinsatz. Hoffnung machen leicht sinkende Pegelstände.

Von dpa Donnerstag, 26.09.2024, 15:55 Uhr

Frankfurt. Trotz leicht sinkender Pegelstände hält das Oder-Hochwasser Einsatzkräfte und Bewohner im Osten Brandenburgs in Alarmbereitschaft. Wassermassen drücken gegen Schutzanlagen, immer wieder müssen undichte Sandsack-Barrieren verstärkt werden. Für einen Teil des Flussgebietes entlang der Oder - im Oder-Spree-Kreis - gilt weiterhin die höchste Hochwasser-Alarmstufe 4. 

Straßen stehen unter Wasser, die Flut kam Wohngebieten entlang des Oderufers gefährlich nahe. Die Wasserwacht rückte in Frankfurt (Oder) aus, um Anwohner per Lkw und Boot durch überflutete Straßen zu bringen. Von großen Schäden berichteten die Oder-Regionen bislang nicht. Es kam jedoch wegen Rissen in Schutzwänden zu Durchbrüchen des Wassers. In Eisenhüttenstadt reagierten Einsatzkräfte auf Sickerstellen am Deich, die mit Sandsäcken abgedichtet wurden. 

Land unter - die Wassermassen reichen an die Oderpromenade in Frankfurt.

Land unter - die Wassermassen reichen an die Oderpromenade in Frankfurt. Foto: Patrick Pleul/dpa

Der Wasserdruck auf die Hochwasserschutzanlagen sei enorm, die Situation bleibe angespannt, teilte die Stadt Frankfurt (Oder) mit. Dort habe der Pegelstand in der Nacht rund 6,10 Meter erreicht, sinke nun aber sehr langsam ab. Auch an den Pegeln Ratzdorf und Eisenhüttenstadt (Landkreis Oder-Spree) war der Höchststand nach Angaben des Landesamtes für Umwelt erreicht worden. Der normale Wasserstand in Frankfurt (Oder) liegt bei etwa 2,10 Metern.

Bußgeld für Hochwasser-Touristen 

Hochwasser-Touristen und Schaulustige müssen angesichts der angespannten Hochwasserlage mit einem Bußgeld von mindestens 100 Euro rechnen, wenn sie die Deiche betreten. Der Landkreis Oder-Spree erließ eine Allgemeinverfügung und will Verstöße als Ordnungswidrigkeit ahnden. Es drohe ein Bußgeld von 100 Euro bis zu 50.000 Euro, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung.

Per Unimog werden Bewohner aus einer überfluteten Straße in Frankfurt (Oder) gefahren.

Per Unimog werden Bewohner aus einer überfluteten Straße in Frankfurt (Oder) gefahren. Foto: Patrick Pleul/dpa

In einigen Tagen dürfte die Hochwasserwelle dann auch den Nordosten Brandenburgs erreichen. Im Nationalpark Unteres Odertal bei Schwedt leitete deshalb das Landesumweltamt die Flutung von drei Poldern ein. Damit kann sich der Fluss sozusagen auf das angrenzende große Auengebiet ausdehnen, der Pegelstand sinkt erheblich. Landwirte mussten dafür ihre Tiere in Sicherheit bringen. Die Flutung entlaste die Deiche und tiefer liegende Grundstücke in Polen, teilte das Umweltministerium mit.

Im Nationalpark Unteres Odertal wurden Polder geflutet.

Im Nationalpark Unteres Odertal wurden Polder geflutet. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Der Leiter des Nationalpark Unteres Odertal, Dirk Treichel, sagte der dpa, die Flutung der Polder habe den großen Vorteil, dass der Hochwasserscheitel um 60 Zentimeter gekappt werde: „Das sind riesengroße Mengen Wasser, die sich dort ergießen können.“

Ein Anwohner einer überfluteten Straße in Frankfurt Oder watet durch das Wasser.

Ein Anwohner einer überfluteten Straße in Frankfurt Oder watet durch das Wasser. Foto: Patrick Pleul/dpa

Schreckmoment in Eisenhüttenstadt: In einem Stadtteil wurde in der Nacht ein Sandsack-Wall unterspült, die Feuerwehr musste rasch reagieren.

Schreckmoment in Eisenhüttenstadt: In einem Stadtteil wurde in der Nacht ein Sandsack-Wall unterspült, die Feuerwehr musste rasch reagieren. Foto: Patrick Pleul/dpa

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