Arbeitskampf

«Die Wall Street hat dieses Land nicht erschaffen. Die Mittelschicht hat dieses Land erschaffen. Und Gewerkschaften haben die Mittelschicht erschaffen», sagt US-Präsident Joe Biden.

«Die Wall Street hat dieses Land nicht erschaffen. Die Mittelschicht hat dieses Land erschaffen. Und Gewerkschaften haben die Mittelschicht erschaffen», sagt US-Präsident Joe Biden.

Als erster US-Präsident bekundet Joe Biden offen seine Solidarität an einem Streikposten vor Ort. Die Forderung: Einkommenssteigerungen, die prozentual gleichauf mit denen im Top-Management sind.

26.09.2023, 22:35 Uhr

US-Präsident Joe Biden hat streikenden Auto-Gewerkschaftern bei einem Besuch vor Ort in Detroit seine Solidarität versichert. „Ihr habt viele Opfer gebracht, als die Unternehmen Probleme hatten”, sagte Biden mit einem Megafon vor den mehreren Dutzend Protestierenden. „Jetzt geht es ihnen unglaublich gut und – stellt euch vor – euch sollte es auch unglaublich gut gehen.”

Im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf für das kommende Jahr betont Biden immer wieder, der gewerkschaftsfreundlichste Präsident aller Zeiten zu sein. „Die Wall Street hat dieses Land nicht erschaffen. Die Mittelschicht hat dieses Land erschaffen. Und Gewerkschaften haben die Mittelschicht erschaffen”, sagte Biden im Bundesstaat Michigan weiter. Detroit gilt als Zentrum des Autobaus in den Vereinigten Staaten. Die offene Solidaritätsbekundung durch einen Präsidenten an einem Streikposten vor Ort gilt als historisch bisher einmalig. Traditionell sind Gewerkschaften in den USA schwächer als in Deutschland.

Die Gewerkschaft UAW mit rund 150.000 Mitgliedern forderte in den Verhandlungen vor Beginn der Streiks Mitte September zuletzt eine Erhöhung der Einkommen um 36 Prozent über vier Jahre verteilt. Die ursprüngliche Forderung lag bei 40 Prozent - weil in dieser Größenordnung die Einkommen des Top-Managements der großen Autokonzerne gewachsen seien. Die Autobauer waren zu Zuwächsen von bis zu 20 Prozent über eine Laufzeit von viereinhalb Jahren bereit.

© dpa-infocom, dpa:230926-99-344231/4

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Linnemann macht’s nun doch

„Einfach mal machen“ ist die Losung von Carsten Linnemann. Als ihm das erste Mal ein Ministerposten angeboten wurde, wollte er es aber nicht machen. Jetzt hat ihn der Kanzler wohl doch rumgekriegt.

Nina Warken vor Wechsel ins Zentrum der Macht

Die Juristin war vor ihrer Zeit als Gesundheitsministerin öffentlich kaum bekannt. Nun rückt sie Medienberichten zufolge in eine noch wichtigere Führungsposition an der Seite des Kanzlers.