Weidel in Bleckede – 2.000 Menschen protestieren gegen AfD
Alice Weidel bei einer Veranstaltung in Bleckede. Foto: Philipp Schulze/dpa
Vom Bundestag aufs Land in Niedersachsen: Alice Weidel wirbt in Bleckede für die Kommunalwahl am Sonntag. Der Saal ist voll, die Gegner demonstrieren gegen die Politik der AfD.
Bleckede. Kurz vor den niedersächsischen Kommunalwahlen haben mehr als 2.000 Menschen in Bleckede (Landkreis Lüneburg) bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Alice Weidel gegen die AfD protestiert. Die Versammlung sei friedlich verlaufen, teilte die Lüneburger Polizei weiter mit. Am Vormittag war ein Mann aus Protest gegen die Politik auf das Veranstaltungshaus geklettert. Einsatzkräfte holten ihn herunter. Es wurde Strafanzeige gestellt.
Die Co-Chefin der in Teilen als rechtsextremistisch eingestuften Partei sagte auf der Veranstaltung: „Wir sind eine Partei der Vernunft und Mitte, weil alle anderen Parteien nach links gerückt sind.“ Das Ziel der AfD sei, sich an der Wurzel der Gesellschaft zu verankern.
Weidel erklärte, die Kommunen seien pleite, weil die Fehler der Bundesregierung weitergeleitet würden. Die AfD plane, Steuern und Energiepreise zu senken, Erdgas und -öl wieder aus Russland einzukaufen und illegale Migration zu bekämpfen. „Wir werden die Grenzen schließen“, versprach Weidel unter dem Applaus der 450 Anhänger im Saal. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.
Das Abschneiden bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag gebe großen Rückenwind. Die AfD hat in dem Bundesland mit großem Vorsprung gewonnen, die absolute Mehrheit aber verpasst. Die CDU kam mit herben Verlusten auf Platz zwei. Das BSW hat es neben SPD, Grünen und Linken in den Landtag geschafft.
Wie liefen die Wahlen 2021?
Traditionell fällt die Wahlbeteiligung bei den Kreiswahlen geringer aus als bei Bundestags- oder Landtagswahlen. Aber: Zuletzt stieg die Wahlbeteiligung kontinuierlich - von 51,7 Prozent im Jahr 2006 auf 57,0 Prozent im Jahr 2021.
Die meisten Stimmen auf Kreisebene bekam vor fünf Jahren die CDU mit 31,7 Prozent, gefolgt von der SPD mit 30,0 Prozent. Es folgten Grüne (15,9 Prozent), FDP (6,5 Prozent), AfD (4,6 Prozent) und Linke (2,8 Prozent).

Mehr als 2.000 Menschen protestierten laut Polizei gegen die AfD. Foto: Philipp Schulze/dpa

Wahlkampfveranstaltung der AfD in Bleckede. Foto: Philipp Schulze/dpa

Demo gegen Wahlkampfveranstaltung der AfD Foto: Philipp Schulze/dpa

Demonstrierende bei Wahlkampfveranstaltung der AfD Foto: Philipp Schulze/dpa

Alice Weidel wirbt für die AfD in Niedersachsen. Foto: Philipp Schulze/dpa