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Naherholung

Zu viele Besucher: Die Heide bekommt jetzt Ampeln

Das Büsenbachtal gehört zu den beliebtesten Ausflugsgebieten im Kreis Harburg. Nur selten ist es so menschenleer wie hier. Foto: LKH

Das Büsenbachtal gehört zu den beliebtesten Ausflugsgebieten im Kreis Harburg. Nur selten ist es so menschenleer wie hier. Foto: LKH

Zertrampelte Pflanzen, Vandalismus und Parkchaos: Das Büsenbachtal leidet unter immer größerem Besucherandrang. Jetzt steuert der Landkreis gegen: Digitale Ampeln sollen dafür sorgen, dass nicht zu viele Menschen zeitgleich in das beliebte Naherholungsgebiet kommen.

Von Claudia Michaelis Mittwoch, 16.02.2022, 07:00 Uhr

Erst vor Wochen hatte der Landkreis beschlossen, eine Rangerin im Büsenbachtal einzusetzen, die dafür sorgt, dass sich die Besucher an die Spielregeln in der sensiblen Heidelandschaft halten. Nun startet der Landkreis dort zusätzlich ein Pilotprojekt zur digitalen Besucherlenkung, das den sensiblen Landstrich vor „Übernutzung“ schützen soll: Das Ganze funktioniert im Wesentlichen wie die sogenannten Strandampeln an Nord- und Ostsee, die in Corona-Zeiten dafür sorgen sollten, dass sich nicht zu viele Besucher an einem Strandabschnitt tummeln.

Die Bauarbeiten haben bereits begonnen, das Fundament ist laut Kreisverwaltung bereits gelegt. Und so funktioniert’s: Ein Laserscanner wird auf einem Mast am Hauptzugang zum Büsenbachtal in der Nähe des Parkplatzes aufgebaut. Dieser Scanner wird mit der Internetseite des Landkreises verbunden und registriert die Besucher. Die Zahlen werden dann auf das Portal des Landkreises eingespielt, erklärt Landkreis-Sprecher Andres Wulfes. Die „Heideampel“ ist dann direkt auf der Webseite des Landkreises abrufbar, und jeder kann sich in Echtzeit informieren, wie stark das Gebiet gerade frequentiert ist.

Ampel soll im Frühjahr an den Start gehen

Der Landkreis erhofft sich von der Ampel eine Entzerrung der Besucherströme und eine Entlastung des Büsenbachtals. Die Besucher wiederum profitieren, weil sie wegen der wenigen Parkplätze und möglicherweise ruhesuchend ihren Ausflug besser planen können.

Mitte März soll der Mast aufgebaut werden, danach wird die Technik und Software eingerichtet und getestet, damit das System rechtzeitig zum Beginn der Saison im Frühjahr an den Start gehen kann. Das Büsenbachtal ist bereits seit 1939 als Landschaftsschutzgebiet besonders geschützt – und gleichzeitig ein attraktives Naherholungsgebiet. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises betreut das Heidegebiet seit Jahren intensiv und wertet es mit verschiedenen Maßnahmen auf. Wegen der großen Beliebtheit des Ausflugsgebiets kommt es dort aber seit Jahren immer wieder zu Nutzungskonflikten. Bereits 2017 hatte der Kreis Eichenpfähle an den Wanderwegen aufgestellt, um die Besucher zu lenken und die empfindliche Vegetation zu schützen. Das allein hatte aber nicht ausgereicht, um zu verhindern, dass Wanderer, Mountainbikefahrer und Reiter immer wieder mutwillig die Wege verlassen und die Heide schädigen.

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