Genehmigung für Wasserstoff-Leitung südlich von Hamburg
Nach einer Genehmigung des niedersächsischen Bergbauamtes kann jetzt eine Wasserstoff-Leitung von Hamburg-Moorburg nach Rosengarten im Landkreis Harburg weitergebaut werden. (Archivbild) Foto: Georg Wendt/dpa
Schon 2027 sollen von Hamburg aus Industriebetriebe mit Wasserstoff versorgt werden. Eine wichtige Anschlussleitung nach Niedersachsen hat grünes Licht bekommen.
Hamburg/Rosengarten. Das niedersächsische Landesbergbauamt hat den Weiterbau und Betrieb einer Wasserstoffleitung von Hamburg-Moorburg bis zur Gemeinde Rosengarten im Landkreis Harburg genehmigt.
Die gut zwölf Kilometer lange Leitung müsse aber nicht völlig neu gebaut werden, sagte ein Sprecher der Hamburger Energienetze GmbH. Es gebe bereits eine alte Bestandsleitung von 7,5 Kilometer Länge, die getestet und gereinigt worden sei. Nur 4,5 bis 5 Kilometer müssten noch gebaut werden. Auf Hamburger Gebiet seien die Arbeiten bereits im Gange.
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Über die Gasversorgungsleitung mit der Bezeichnung HH-Win-C70 soll Wasserstoff, der über den Hamburger Hafen importiert oder mit dem im Bau befindlichen Elektrolyseur in Moorburg produziert wird, zum Fernleitungsnetz transportiert werden. Die Anschlussstelle liegt auf dem Gelände der Gemeinde Rosengarten. Die Leitung dorthin soll im nächsten Jahr in Betrieb genommen werden, nach Angaben des Sprechers im Sommer oder Herbst 2027.
Noch existiert in Deutschland kein Wasserstoffleitungsnetz. Nur auf dem Gelände großer Unternehmen gebe es bislang solche Leitungen. „Wir sind Pioniere“, sagte Bernd Eilitz, Sprecher der Hamburger Energienetze.
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Hamburg als „Wasserstofftor“ für Deutschland und Europa
Am 1. Dezember hatte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zusammen mit den Senatorinnen für Wirtschaft und Umwelt, Melanie Leonhard (SPD) und Katharina Fegebank (Grüne), den offiziellen Grundstein für den Bau des 100-Megawatt-Elektrolyseurs am Standort des ehemaligen Kohlekraftwerks Moorburg gelegt. Der Elektrolyseur war im September 2024 bei Siemens Energy bestellt worden.
Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 sollen in Moorburg etwa 10.000 Tonnen „grüner Wasserstoff“ pro Jahr erzeugt werden, teilten die Projektpartner Hamburg Green Hydrogen Hub mit. Die Produktion von „grünem Wasserstoff“ sei eine Zukunftstechnologie, mit der die CO₂-Emissionen in der Industrie und anderen Sektoren deutlich reduziert werden könnten, sagte Tschentscher.
Umweltsenatorin Fegebank nannte Wasserstoff einen „zentralen Baustein auf dem Weg für eine klimaneutrale Energieversorgung unserer Industrie und Großunternehmen“. Man schaffe in Hamburg die Voraussetzungen, dass Hamburg ein „Wasserstofftor für Deutschland und Europa“ werde.
„Grüner Wasserstoff“ wird durch Elektrolyse von Wasser mittels Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen. Er gilt als Hoffnungsträger der Energiewende im Kampf gegen den Klimawandel.
Wichtiger Wasserstoff-Abnehmer zögert
Für den Elektrolyseur und die Infrastruktur auf dem Standort Moorburg wird nach Angaben des Senats ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag investiert. Das Projekt habe eine Fördermittelzusage über 154 Millionen Euro. Mit dem Wasserstoff soll unter anderem im Hamburger Werk des Konzerns ArcelorMittal „grüner Stahl“ produziert werden.
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Dabei geht es um Stahl, der klimafreundlich hergestellt wird, indem bei der Produktion Wasserstoff anstelle von Kohle und Koks verwendet wird. Wenn bei der Produktion kein klimaschädliches Kohlendioxid anfällt, wird der Wasserstoff und auch der Stahl als „grün“ bezeichnet. Die Umstellung ist Teil der Bemühungen, die CO2-Emissionen der Stahlindustrie zu reduzieren.
Der Senat erklärte jedoch im Dezember - kurz nach der Grundsteinlegung - auf eine Kleine Anfrage des Linken-Abgeordneten Stephan Jersch, dass sich die Umstellung auf eine „grüne Stahlproduktion“ um mehrere Jahre verzögern könnte. Im Juni vergangenen Jahres hatte der Konzern seine Pläne aufgegeben, die Flachstahlwerke in Bremen und Eisenhüttenstadt (Brandenburg) auf eine klimaneutrale Produktion ohne Kohleverbrennung umzustellen. (dpa)