17.06.2019, 09:13
Bergung der "No. 5 Elbe" - Schiff schwimmt wieder

STADE. Der Lotsenschoner No. 5 Elbe schwimmt wieder aufrecht im Wasser. Den spanischen Bergungsspezialisten ist es am späten Sonntagabend gelungen, das in der Schwingemündung gesunkene Schiff mit Hilfe von Hebekissen und Pumpen aufzurichten.


Seit Freitag liefen die Vorbereitungen der Bergung. Der Zuschlag ging an ein spanisches Unternehmen. Am Wochenende hatten Taucher das Leck notdürftig abgedichtet und Hebekissen und Gurte unter dem Havaristen installiert sowie Pumpen im Schiff angebracht. Bei Niedrigwasser am Sonntag gegen 23 Uhr haben die Arbeiter die Hebekissen mit Pressluft aufgeblasen. Starke Pumpen, angetrieben von Stromgeneratoren, kamen dabei zum Einsatz.

Jeder der Luftsäcke soll bis zu fünf Tonnen heben können. Parallel haben die Bergungsexperten Wasser aus dem Schiffsrumpf herausgepumpt. Das auflaufende Wasser in den frühen Morgenstunden tat schließlich sein Übriges und brachte das 135 Jahre alte Schiff zum Aufschwimmen. Wegen der starken Strömung konnten die Taucher der Bergungsfirma nur bei Niedrig- oder bei Hochwasser im Wasser arbeiten. Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes begleiteten den Vorgang. Aktuell ist die Schwinge für den Schiffsverkehr gesperrt.

Noch gibt es Unklarheiten

Wann und wie das Schiff, das derzeit an der Spundwand in der Schwingemündung liegt, geborgen und abtransportiert wird, ist noch unklar. Vertreter von der Stiftung Hamburg Maritim als Eigner und vom Versicherer werden die Schäden begutachten. Wahrscheinlich wird der Havarist in den kommenden Tagen mit einem Schwimmkran auf einen Ponton gehoben und aus der Schwingemündung weggebracht. Es soll in Hamburg ausgiebig in Augenschein genommen werden. Stiftungsvorstand Joachim Kaiser hatte bereits in der vergangenen Woche verlauten lassen, dass das Schiff wiederhergestellt werden soll.

In den vergangenen Tagen traten immer wieder Betriebsstoffe aus dem Wrack aus. Die Arbeiter haben mehrfach neue Ölsperren installieren müssen. Viele Schaulustige haben die Arbeiten in Stadersand am Wochenende verfolgt.

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