04.04.2019, 09:32
Nach Angriff auf Feuerwehrmann - Fahrer stellt sich der Polizei

STADE. Der Mann, der am Mittwoch an einer Unfallstelle auf der Bundesstraße 73 in Stade einen Feuerwehrmann angefahren hat, hat sich inzwischen bei der Polizei gestellt. Derweil konnten die Ermittler auch neue Erkenntnisse über den Unfallhergang sammeln.


Was ist am Absperrposten passiert?

Die Feuerwehrleute hatten die Bundesstraße 73 auf Anweisung der Polizei für rund zwei Stunden voll gesperrt – deutlich sichtbar mit Einsatzfahrzeugen, Blinklichtern und Warnkellen. Ein Autofahrer reagierte besonders aggressiv: Er fuhr aus Richtung Cuxhaven auf die Kreuzung Haddorfer Grenzweg/Am Steinkamp zu, wählte zunächst die Rechtsabbiegerspur – um dann zurückzusetzen und auf die Linksabbiegerspur zu wechseln. Er bog jedoch nicht nach links in den Haddorfer Grenzweg ein, sondern fuhr auf zwei Feuerwehrleute zu. Auf ihre Frage, ob er berechtigt sei, in die Einsatzstelle zu fahren und die Aufforderung, abzubiegen, soll er „Leck mich“ gerufen haben. „Dann hat er Gas gegeben“, sagte der stellvertretende Stader Stadtbrandmeister Wilfried Sprekels.

Dabei fuhr der Mann mit einem roten BMW der 3er-Reihe einen 41-jährigen Feuerwehrmann an. Ein weiterer 52-jähriger Feuerwehrmann konnte gerade noch rechtzeitig zur Seite springen. Jedoch traf der BMW die Anhaltekelle, die Kelle ging kaputt. Anschließend raste er den Haddorfer Grenzweg entlang und entschwand in der Dunkelheit. Polizisten, die noch die Verfolgung aufnahmen, konnten den Wagen zunächst nicht mehr ausfindig machen. Der angefahrene Feuerwehrmann konnte noch am Abend das Krankenhaus verlassen, trägt jedoch eine Gipsschiene und wird länger ausfallen. Weitere Untersuchungen sind nötig.

Was ist über den Täter bekannt?

„Er hat sich wenig später auf der Wache gestellt“, sagt der stellvertretende Leiter des für Verkehrssachen zuständigen Fachkommissariates 7, Christopher Rochel. Der 23-Jährige aus Hammah ist für die Ermittler kein Unbekannter. Gegen ihn laufen jetzt Strafverfahren wegen Unfallflucht, fahrlässiger Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs.

Der Vorfall ist in im Landkreis Stade kein Einzelfall. Respektlosigkeiten und Angriffe gegen Einsatzkräfte gab es in der Region zuletzt zum Beispiel in der Silvesternacht im Altländer Viertel in Stade und kurze Zeit später in Buxtehude in der Sachsenbergstraße.

Was ist über den Unfallhergang bekannt?

Ein getunter Toyota Supra in leuchtendem Orange war auf der Bundesstraße 73 in Fahrtrichtung Cuxhaven kurz hinter der Abzweigung Lerchenweg nach rechts von der Fahrbahn abgekommen, eine Böschung hochgerast und hatte sich überschlagen. Kopfüber lag der Sportwagen mit Tageszulassung, der mehrere Bäume touchiert und ein Loch in eine Lärmschutzwand gerissen hatte, am Straßenrand. Die beiden Insassen, ein Mann und eine Frau, hatten sich selbst befreit. Sie waren augenscheinlich nur leicht verletzt.

„Anhand der Spuren und der Aussagen der Zeugen sind wir uns sicher, dass der Mann gefahren ist“, sagt Christopher Rochel. Der 35-jährige Fahrer kommt aus Stade-Wiepenkathen. Bei der Beifahrerin handelt es sich um seine 34-jährige Lebensgefährtin. Die Auswertung des Drogentests läuft noch. Ein Alkoholtest war negativ. Der Mann ist nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Wohl auch deshalb hatten die beiden zunächst behauptet, dass die Frau am Steuer saß. Gegen ihn wird nun unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt.

Welche Erkenntnisse gibt es zum Unfallwagen?

Bei dem Toyota Supra handelt es sich um einen in der Tunerszene beliebten Sportwagen. Mit Lachgaseinspritzung erreicht das Auto eine Leistung von bis zu 1000 PS. Auch der Unfallwagen verfügte über eine spezielle Einspritzung. Die Tuning-Ausstattung war nach bisherigem Ermittlungsstand der Polizei legal und im Fahrzeugschein eingetragen. Hinweise auf illegale Basteleien gibt es  nicht.

Welchen Gefahren sind die Feuerwehrleute ausgesetzt?

Einsatzkräfte vom Zug I der Stader Feuerwehr erlebten Respektlosigkeiten und persönliche Angriffehrzeuge der Feuerwehr aus heiterem Himmel von feiernden Anwohnern mit Feuerwerkskörpern beworfen worden. Die Feuerwehrleute mussten sich aus Gründen des Eigenschutzes zunächst zurückziehen, ehe die Polizei fünf Unruhestifter vorläufig festgenommen hatten.

Kurze Zeit später attackierte ein Passant einen Feuerwehrmann vom Zug II der Buxtehuder Feuerwehr am Rande eines Einsatzes an den Bahngleisen in Höhe der Sachsenbergstraße. Dort brannte ein mit Spraydosen entflammtes Fahrrad. Der Buxtehuder packte den Retter am Kragen, schubste und beleidigte ihn. Zuvor hatte der Feuerwehrmann den Spaziergänger aufgefordert, einen Sicherheitsabstand zu den Einsatzfahrzeugen einzuhalten

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