03.04.2019, 20:04
Unfall auf B 73 - Feuerwehrmann mutwillig angefahren

STADE. Auf der B 73 in Stade hat sich am Mittwochabend ein schwerer Verkehrsunfall ereignet, bei dem sich ein Auto überschlug. An einem Absperrposten spielten sich unschöne Szenen ab. Ein Autofahrer widersetzte sich den Anweisungen der Feuerwehr – und fuhr einen Freiwilligen an.


(Letztes Update am 3. April um 22.44 Uhr: Weitere Informationen zum Unfall hinzugefügt.)

Zunächst sah es nach einem Routineeinsatz für den Zug I der Stader Feuerwehr aus. Um 19.39 Uhr gab die Leitstelle den Alarm. Ein getunter Toyota Supra in leuchtendem Orange war auf der Bundesstraße 73 in Fahrtrichtung Cuxhaven kurz hinter der Abzweigung Lerchenweg nach rechts von der Fahrbahn abgekommen, eine Böschung hochgerast und hatte sich überschlagen. Kopfüber lag der Sportwagen mit Tageszulassung, der mehrere Bäume touchiert und ein Loch in eine Lärmschutzwand gerissen hatte, am Straßenrand. Die beiden Insassen, ein Mann und eine Frau, hatten sich selbst befreit. Sie waren augenscheinlich nur leicht verletzt.

Nach einer kurzen medizinischen Erstversorgung durch die mit zwei Rettungswagen angerückten Notfallsanitäter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes und einen Notarzt vom Stader Elbe Klinikum sahen sich die beiden den stark beschädigten Toyota an. Wer von ihnen den Wagen gesteuert hat, ob Drogen im Spiel waren oder der Fahrer sich ein illegales Autorennen lieferte, blieb laut Polizei am Abend unklar. Das Auto soll nach TAGEBLATT-Informationen schon einmal in einen Unfall verwickelt gewesen sein. Öl trat aus, die Feuerwehrleute streuten Bindemittel. Währenddessen dokumentierten die Ermittler der Stader Polizeiinspektion die Spuren des Unfalls.

Aggressiver Autofahrer sorgt für Entsetzen

Die Einsatzkräfte hatten die Bundesstraße 73 zwei Stunden lang zwischen den Abfahrten Lerchenweg und Haddorfer Grenzweg/Am Steinkamp in beiden Richtungen deutlich sichtbar mit Blinklichtern und Feuerwehrfahrzeugen für den Verkehr gesperrt. Einige Autofahrer wollten den Anweisungen der Ehrenamtlichen nicht Folge leisten. Einer reagierte besonders aggressiv: Er fuhr aus Richtung Cuxhaven auf die Kreuzung Haddorfer Grenzweg/Am Steinkamp zu, wählte zunächst die Rechtsabbiegerspur – um dann zurückzusetzen und auf die Linksabbiegerspur zu wechseln. Er bog jedoch nicht nach links in den Haddorfer Grenzweg ein, sondern fuhr auf zwei Feuerwehrleute zu. Auf ihre Frage, ob er berechtigt sei, in die Einsatzstelle zu fahren und die Aufforderung, abzubiegen, soll er „Leck mich“ gerufen haben, berichteten die Feuerwehrleute. „Dann hat er Gas gegeben“, sagte der stellvertretende Stader Stadtbrandmeister Wilfried Sprekels.

Dabei fuhr der Mann mit einem roten BMW der 3er-Reihe einen Feuerwehrmann an. Anschließend raste er den Haddorfer Grenzweg entlang und entschwand in der Dunkelheit. Polizisten, die noch die Verfolgung aufnahmen, konnten den Wagen zunächst nicht mehr ausfindig machen. Mehrere Feuerwehrleute und andere Autofahrer haben die Szenen beobachtet und ihre Zeugenaussagen zu Protokoll gegeben. Die Polizei ermittelt wegen Unfallflucht und Körperverletzung. Nach TAGEBLATT-Informationen soll es sich bei dem BMW-Fahrer um einen polizeibekannten Mann aus einem Stader Vorort handeln.

Der Feuerwehrmann erlitt Verletzungen – unter anderem an den Knien und Ellenbogen. Notfallsanitäter des Deutschen Roten Kreuzes kümmerten sich um ihn, er kam im Rettungswagen zur weiteren Behandlung ins Stader Elbe Klinikum. Der zweite Feuerwehrmann an dem Absperrposten konnte gerade noch rechtzeitig zur Seite springen. Sprekels: „Unbeschreiblich.“ An der Einsatzstelle herrschte Fassungslosigkeit über den böswilligen Angriff. In den vergangenen Monaten kam es im Kreis Stade vermehrt zu Respektlosigkeiten und Attacken auf Feuerwehrleute und Polizisten. Die Einsatzkräfte vom Zug I erlebten dies unter anderem im Altländer Viertel in Stade. Dort waren in der Silvesternacht Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr aus heiterem Himmel von feiernden Anwohnern mit Feuerwerkskörpern beworfen worden. Die Feuerwehrleute mussten sich aus Gründen des Eigenschutzes zunächst zurückziehen, ehe die Polizei fünf Unruhestifter vorläufig festgenommen hatte. 

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