Samstag, 18.05.2019, 18:00 Uhr

Unbekannte beschmieren Haus von AfD-Politiker Jan Hensen

Blick von der Straße auf die Hausfassade: Am frühen Sonnabendmorgen hat Jan Hensen die Schmierereien bemerkt.

Die Täter haben das Mauerwerk, eine Holzverkleidung und die Fenster beschmiert.

Als Signatur haben die Täter „antifa“ und das Logo mit Hammer und Sichel hinterlassen.

LANDKREIS. Unbekannte haben in der Nacht von Freitag auf Sonnabend am Wohnhaus des AfD-Kreistagsabgeordneten Jan Hensen in Jork Schmierereien angebracht. Außerdem haben sie eine Bushaltestelle verunstaltet und Flugblätter in Umlauf gebracht.

In schwarzer Schrift wird Jan Hensen auf Fassade und Fenstern als „Faschistenfreund“ und „Rassist“ bezeichnet. „Keine Ruhe der AfD“ schrieben die Täter. Sie haben als Signatur „antifa“ und deren Logo, bestehend aus Hammer und Sichel, hinterlassen. Jan Hensen hat die Schmierereien am frühen Sonnabendmorgen bemerkt, als er aus der Nachtschicht nach Hause kam. Die Schriftzüge seien zwischen 23 und 4 Uhr angebracht worden, sagte er im TAGEBLATT-Gespräch.

Jan Hensen habe sofort die Polizei verständigt und Anzeige erstattet. Das Verfahren werde an den Staatsschutz weitergeleitet. Auch eine nahe Bushaltestelle, an der sein siebenjähriger Sohn in den Schulbus steige, sei beschmiert worden. Außerdem haben die Unbekannten diverse Flugblätter in der Nachbarschaft verteilt. Darin wird vor Jan Hensen gewarnt: Er sei als „Kader“ ein wichtiger Akteur eines „völkischen Netzwerks“ aus AfD, identitärer Bewegung und Pegida. Seine „menschenverachtende Partei“ stehe für Rassismus, Sexismus und Antisemitismus.

„Das ist unterhalb der Gürtellinie“, sagte Jan Hensen. Seine erste Reaktion: „Unfassbar und geschmacklos.“ Er sehe darin auch einen Angriff auf seine Familie. Das sei eine neue, bisher nicht gekannte Dimension in der politischen Auseinandersetzung. Wer dahinter stecke, wisse er bislang nicht. „Wir kennen unsere Gegner“, betonte der Kreistagsabgeordnete. Zeugen können sich bei der Buxtehuder Polizeiwache unter der Rufnummer 0 41 61/ 64 71 15 melden.

Er stelle sich der inhaltlichen Diskussion – in der Öffentlichkeit und in den sozialen Netzwerken, sagte Jan Hensen. Doch seine Familie dürfe nicht darunter leiden. Vor allem sorge er sich um seinen Sohn: „Wie soll ich einem siebenjährigen Kind so etwas erklären?“ Am Wochenende habe er nach den Schmierereien schnell bestärkende Reaktionen von Nachbarn und Parteifreunden erhalten. Er habe Fachleute beauftragt, die Fassade und die Fenster zu reinigen. Jan Hensen rechnet mit einem Sachschaden im fünfstelligen Bereich.

Der Kreistagsabgeordnete aus Jork hatte sich im vergangenen Jahr im Streit gemeinsam mit dem Kreistagsabgeordneten Lars Seemann von der AfD-Fraktion getrennt und mit der Alternative für Stade (AfS) eine neue Fraktion gegründet. Er ist weiterhin Parteimitglied in der AfD. Erst am vergangenen Wochenende waren in großem Stil Wahlplakate der AfD auf der Geest gestohlen worden, auch andernorts beklagt die Partei solche Taten.

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