Fredenbeck wird als Vorbild für digitale Dörfer ausgezeichnet
Renate Wölfel, Hermann Ropers, Corinna Lange, Liane Knabbe, Harald Ottmar und Matthias Hartlef feiern das „Digitale Dorf Fredenbeck“.
Die Samtgemeinde Fredenbeck ist Modellkommune für „Digitale Dörfer“ in Niedersachsen. Als Preis gab es etwas Neues, das allen Bürgern zugutekommt. Wie die Kommune ihre Vorreiterrolle für Digitalisierung landesweit festigte.
„Unsere Heimatsprache ist eine schöne Sache“, sangen die Kutenholzer Trachtensänger bei der Auszeichnung als Modellkommune im Rathaus. Sie zeigten: Altes und Neues ist in der Samtgemeinde ganz einfach miteinander vereinbar. Bei traditioneller, aber schwungvoller Musik wurde die Kommune für ihr digitales Engagement ausgezeichnet. Fredenbeck ist Vorreiter für Niedersachsen.
„Digitale Dörfer“ nennt sich das Projekt, das bundesweit verbreitet ist und in Niedersachsen durch das Amt für Regionale Landesentwicklung gefördert wird. Der Vorteil: Durch Gelder aus dem Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung können die teilnehmenden Dörfer die einzelnen Maßnahmen kostenlos in Anspruch nehmen. In Fredenbeck wurde das besonders effektiv in Anspruch genommen.
Wie Fredenbeck zum Vorbild für Digitale Dörfer wurde
„Zuerst lief das Projekt etwas zäh an“, sagt Harald Ottmar vom Amt für Regionale Landesentwicklung aus Lüneburg. Doch Fredenbeck war eine der ersten Samtgemeinden, die sich merklich dafür begeistern konnten. Inzwischen sind 134 Kommunen Teil der „Digitalen Dörfer“. „Aber die sind beileibe nicht alle soweit und aktiv wie Fredenbeck“, betont Ottmar.
Herzstück des Projekts ist die App „DorfFunk“. Über die App erfahren die Bürger der Gemeinden schnell von Infos aus dem Fredenbecker Rathaus, können ihre Hilfe anbieten, Gesuche einstellen oder zwanglos miteinander plauschen. Wer sich als Reporter oder Reporterin registriert, kann offiziell Veranstaltungen und Informationen von Vereinen, Organisationen, Kirchen und Kommunen einstellen. Davon abgesehen ist die Plattform nichtkommerziell und werbefrei.
Der digitale Schaukasten im Rathaus. Fotos: Ahrens
In öffentlichen und geschlossenen Gruppen können Nutzer außerdem über spezielle Themen diskutieren. Schon 2021, als das Projekt „Digitale Dörfer“ noch nicht auf dem Tisch war, beschäftigte sich die Verbunddorfentwicklung mit einer solchen Kommunikationsmöglichkeit. Durch die Vorarbeit ging bei der Förderung alles ganz schnell. Besonders Renate Wölfel und Hermann Ropers hebt Gemeindedirektor Matthias Hartlef beim Engagement für die App hervor. „In Fredenbeck gab es besonders viel Motivation, das Projekt regional und überregional zu verbreiten“, sagt auch Svenja Mink von der Vernetzungsstelle in Göttingen.
Neuer Schaukasten bringt „DorfFunk“ ins Rathaus
„DorfFunk“ will weiter wachsen und Nutzer gewinnen, um die App mit Leben aus den Dörfern zu füllen. Bürger, die weniger Kontakte zur digitalen Welt haben, sollen mit dem Preis der Auszeichnung eingebunden werden: Am Eingang des Rathauses hängt jetzt ein digitaler „Schaukasten“, auf dem die Events der Vereine und auch Meldungen aus dem Rathaus aus der App einlaufen. Auch zu Schließzeiten des Rathauses ist der neue Bildschirm gut sichtbar hinter der Eingangstür.