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Pandemie

Omikron-Variante nun vorherrschend in Niedersachsen

Ein Forscher zeigt im Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, wie ein PCR-Test für die Analyse auf Mutationen des Coronavirus vorbereitet wird. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Ein Forscher zeigt im Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, wie ein PCR-Test für die Analyse auf Mutationen des Coronavirus vorbereitet wird. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Vor rund einem Monat wurde die Omikron-Variante des Coronavirus erstmals in Niedersachsen nachgewiesen. Die Entwicklung ging rasant voran, jetzt dominiert die Mutation. Eine genaue Zahl ist allerdings schwierig zu beziffern.

Dienstag, 04.01.2022, 16:11 Uhr

Die Omikron-Variante des Coronavirus ist in Niedersachsen mittlerweile vorherrschend. In der vergangenen Woche sei bei rund 70 Prozent der untersuchten Tests diese Variante nachgewiesen worden, sagte der Leiter des Corona-Krisenstabs, Heiger Scholz, am Dienstag in Hannover. Demnach wurden insgesamt rund 1400 Tests auf die Varianten untersucht - in etwas mehr als 1000 Fällen wurde die Omikron-Variante nachgewiesen. In der ersten Dezemberwoche lag dieser Anteil den Angaben zufolge noch bei 2,2 Prozent. Damals wurden rund 2100 Tests untersucht. Das Landesgesundheitsamt hatte die Omikron-Variante in Niedersachsen erstmals am 3. Dezember nachgewiesen.

Scholz sagte, dass es insgesamt deutlich mehr Tests gebe und nur rund fünf Prozent davon auf die verschiedenen Varianten des Coronavirus untersucht würden. Er betonte, dass es keinen Anlass gebe, dass das Bild der Virusvarianten insgesamt ein anderes sei, da es sich bei den untersuchten Tests um eine Zufallsauswahl handele. Über die weitere Omikron-Entwicklung in Niedersachsen sagte Scholz: "Man kann davon ausgehen, dass es wahrscheinlich schon in dieser Woche fast nichts anderes mehr geben wird als die Omikron-Variante, spätestens in der nächsten oder übernächsten Woche."

Labore kontrollieren Stichproben

Das Gesundheitsressort des Landes Bremen geht davon aus, dass mehr als 50 Prozent der Corona-Neuinfektionen dort auf Omikron zurückzuführen sind. Wie hoch der Anteil genau ist, könne er nicht beziffern, sagte der Sprecher. Er verwies darauf, dass die Labore verpflichtet sind, fünf bis zehn Prozent der Corona-Fälle auf eine Infektion mit Omikron zu überprüfen. Die Daten basieren demnach auf Stichproben. Bis ein Omikron-Fall per Gesamtgenomsequenzierung nachgewiesen ist, könnten zudem rund 14 Tage vergehen.

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Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt in einer täglichen Übersicht die absolute Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle in den Bundesländern an. Im wöchentlichen Lagebericht vom 30. Dezember wurde für das Bundesland Bremen ein Omikron-Anteil von knapp 65 Prozent angegeben.

Mit Blick auf mögliche Veränderungen der Corona-Regeln hielt sich die niedersächsische Landesregierung am Dienstag noch bedeckt. Diese seien generell möglich, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Dabei ging es etwa darum, ob auch Menschen mit einer Auffrischungsimpfung künftig wieder einen Test für verschiedene Bereiche wie Restaurants benötigen.

Aktuelle Verordnung in Niedersachsen gilt noch bis Mitte Januar

Die derzeitige Corona-Landesverordnung ist noch bis Mitte des Monats datiert und sieht verschärfte Maßnahmen vor. So dürfen sich etwa maximal zehn Menschen treffen, die gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Infektion genesen sind. Bei nicht geimpften Menschen darf sich ein Haushalt nur mit maximal zwei Menschen eines weiteren Haushalts treffen. Ob dies verlängert oder sogar verschärft wird, ist derzeit noch nicht abzusehen.

In Niedersachsen und Bremen haben unterdessen erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen protestiert. Zahlreiche Teilnehmer hielten sich dabei am Montagabend nicht an Auflagen wie die Maskenpflicht und Mindestabstände - in einigen Fällen kam es auch zu Angriffen auf Polizisten. In mehreren Städten wurden Verfahren wegen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten eingeleitet.

Demonstrationen ohne Schutzmaßnahmen machen Sorge

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius kritisierte, dass ein Teil der Demonstranten bewusst auf Masken und Abstände verzichtet und keinen Ausweis bei sich getragen habe. "Das ist kein Protest, sondern reine Provokation. Der Staat soll gezielt bloßgestellt werden", sagte der SPD-Politiker. Er kündigte daher an, dass Verstöße gegen die Auflagen weiter niedrigschwellig und konsequent verfolgt würden. Insgesamt fanden nach Angaben des Ministeriums am Montag landesweit 117 Versammlungen mit 14 400 Teilnehmern statt, die die Corona-Maßnahmen kritisierten. Dem gegenüber standen rund 1600 Polizisten.

Die größte Demonstration gab es in Braunschweig, wo sich rund 1100 Menschen versammelten. Nach Angaben der Polizei kam es im Verlauf zu 13 Straftaten - darunter Angriffe auf Polizisten, Flaschenwürfe und Beleidigung. In fünf Fällen seien mutmaßlich falsche Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht vorgelegt worden. Der zuständige Polizeivizepräsident Roger Fladung erklärte, die Angriffe auf die Beamten belegten, dass immer wieder gewaltbereite Menschen im Umfeld der Corona-Demos unterwegs seien.

In Bremen trafen sogenannte Querdenker auf Gegendemonstranten - insgesamt zählte die Polizei etwa 300 Menschen. Es wurden Anzeigen wegen Landfriedensbruchs, Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und tätlichen Angriffs auf Polizisten gestellt.

(dpa)

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