Gefahr für Schiffsverkehr in der Nordsee: Windrad-Flügel bricht ab
Das Kontrollboot schleppt das Rotorblatt zum Einsatzschiff. Foto: Bundespolizeiinspektion See Cuxhaven Foto: Bundespolizeiinspektion See Cuxh
Das 20 Meter lange Rotorblatt treibt zwischen zwei Offshore-Windparks und gefährdet den Schiffsverkehr. Die Bundespolizei rückt aus und bringt das treibende Hindernis nach Cuxhaven.
Cuxhaven. In einem Offshore-Windpark rund 90 Kilometer nordwestlich der Nordseeinsel Borkum ist ein Flügel eines Windrads abgebrochen und hat die Schifffahrt vorübergehend gefährdet.
Das 20 Meter lange und zwei Meter breite Rotorblatt habe zwischen den Windparks „EnBW Hohe See“ und EnBW „He Dreiht“ wegen seiner Größe und Beschaffenheit ein erhebliches Risiko für die Seeschifffahrt dargestellt, teilte die Bundespolizei mit. Es habe knapp unter der Wasseroberfläche getrieben und sei somit schwer erkennbar gewesen.
Die Bundespolizei war den eigenen Angaben zufolge am Freitag (24. Juli 2026) informiert worden. Das abgebrochene Rotorblatt lag zwischen den Windparks „EnBW Hohe See“ und „EnBW He Dreiht“. Eine Bergung durch eigene Arbeitsschiffe des Betreibers „war zuvor erfolglos geblieben“, heißt es.
Rotorblatt im Wasser schwierig zu erkennen
Nach Rücksprache mit der zuständigen Wasserstraßenschifffahrtsverwaltung (WSV) verlegte das Einsatzschiff „BP83 Bad Düben“ zu der Position, um das Rotorblatt zu sichern und den Schiffsverkehr vor Ort umzuleiten. Bei dem im Wasser treibenden Objekt handelte es sich den Angaben zufolge um einen 20 Meter langen und zwei Meter breiten GFK-Flügel einer Windkraftanlage. Aufgrund seiner Größe und Beschaffenheit stellte es „ein erhebliches Risiko für die Seeschifffahrt“ dar. Zudem trieb der Flügel nur knapp unter der Wasseroberfläche und war somit schwer erkennbar.

Das 20 Meter lange Rotorblatt wird über die Heckwanne an Bord gezogen. Foto: ---/Bundespolizeiinspektion See Cuxhaven/dpa
Das Rotorblatt wurde zunächst durch ein Kontrollboot zum Einsatzschiff geschleppt und anschließend über die Heckwanne auf das Hauptdeck gezogen. Der Flügel wurde mehrmals mit einer Säge in Teilstücke zerlegt, um in der gesamten Länge an Bord gezogen zu werden. Die Teile des Rotorblattes wurden am Sonntag (26. Juli 2026) in Cuxhaven mit einem Kran an Land gebracht.
Windpark noch nicht am Netz
Ein Schiff der Bundespolizei habe den Schiffsverkehr umgeleitet und vor Ort den in Teile gesägten Flügel an Bord genommen. Die Ursache des Flügelabbruchs sei noch unklar, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Auch die Höhe des Schadens sei bisher nicht bekannt.

Der Offshore-Windpark „He Dreiht“ von EnBW entsteht nordwestlich von Borkum in der Nähe des Windparks „Hohe See“. (Archivfoto) Foto: Lars Penning/dpa
Der Offshore-Windpark „He Dreiht“ des Energieversorgers EnBW soll ab Herbst 2026 mit 64 Windkraftanlagen rechnerisch 1,1 Millionen Haushalte versorgen. Der Windpark „Hohe See“ ist seit 2019 am Netz. (red/dpa)
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