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Rätselhafter Tod bei Aktenzeichen XY: Polizei sucht Altländer Zeugen

Die Polizei sucht Zeugen für eine Bootstour aus dem Gewerbepark Grünendeich.

Die Polizei sucht Zeugen für eine Bootstour aus dem Gewerbepark Grünendeich. Foto: Martin Elsen

Von Grünendeich aus in den Tod? Ein Hamburger Unternehmer kommt auf mysteriöse Weise ums Leben. Gesucht werden Zeugen, Fotos und Videos aus dem Alten Land. 7000 Euro sind als Belohnung ausgesetzt.

Von Redaktion Mittwoch, 08.04.2026, 21:47 Uhr

Altes Land. Eine männliche Wasserleiche wurde am Dienstag, 9. Juli 2024, wurde auf der Sandbank Süderoogsand im schleswig-holsteinischen Wattenmeer entdeckt.

Eine rechtsmedizinische Untersuchung brachte Klarheit über die Identität des Verstorbenen. „Es handelt sich um den seit Ende April 2024 vermisst gewesenen Hamburger Unternehmer Frank P.“, berichtet der Stader Polizeisprecher Rainer Bohmbach in einer Pressemitteilung.

Von einer Anlegestelle im Gewerbepark Grünendeich war Frank P. nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei nur wenige Tage vor dem Hamburger Hafengeburtstag am 29. April 2024, gegen 8.30 Uhr, allein mit einem hochseetauglichen Festrumpfschlauchboot in Richtung Nordsee aufgebrochen. Er gab vor der Fahrt an, einen neuen Motor testen zu wollen.

Gegen 15.30 Uhr fuhr das Rib-Boot in der Außenelbe eine Acht, um 15.45 Uhr fing es nach Angaben der Ermittler an, Kreise zu ziehen. Die Frau des 60-Jährigen, mit der er seinen Standort geteilt hatte, kontaktierte daraufhin die Cuxhavener Wasserschutzpolizei. Das Boot wurde später führerlos im Bereich der Außenelbe-Reede vor Cuxhaven gefunden.

Ermittler schließen vorsätzliches Tötungsdelikt nicht aus

Der Fall von Frank P. war am Mittwochabend Thema in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“. Zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungen kann ein vorsätzliches Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden. Der 60-Jährige hatte den Angaben nach eine Kiez-Vergangenheit.

Der Tote hatte am Auffindeort an der Insel Pellworm nach Angaben der Ermittler einen eng zugezogenen Kabelbinder um den Hals, seine Rettungsweste war aufgeschlitzt und die Leiche war mit Schekeln beschwert. Weitere Details wollte die Polizei in der ZDF-Sendung nicht nennen.

Die Mordkommission der Bezirkskriminalinspektion Flensburg ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Flensburg. Konkrete Hinweise auf einen oder mehrere Tatverdächtige liegen bislang nicht vor.

Wer hat den Start der Bootstour im Alten Land beobachtet?

Die Ermittlungsbehörden suchen auch mögliche Zeugen, die Angaben zu den Umständen der Bootsfahrt, die im Alten Land startete, zu Beobachtungen im Bereich der Außenelbe-Reede, zu sonstigen verdächtigen Wahrnehmungen und zu den etwaigen Hintergründen machen können.

Wie viele Personen hielten sich an der Grünendeicher Anlegestelle auf? Waren weitere Menschen zusammen mit Frank P. auf seinem Boot? Auch Hinweise, die zunächst unbedeutend erscheinen, können für die Ermittlungen relevant sein.

Hinweise werden während und nach der Sendung unter der Telefonnummer 0461/4845555, direkt im ZDF-Studio oder bei jeder Polizeidienststelle entgegengenommen. Ferner wurde ein Anschluss für anonyme Hinweise eingerichtet. Dieser ist unter folgender Rufnummer zu erreichen: 0160/2068666.

Polizei sucht Fotos und Videos aus Grünendeich

Die Ermittler suchen beispielsweise Spaziergänger oder Fahrgäste auf Fähren, die am Montag, 29. April 2024, Foto- oder Videoaufnahmen in dem Bereich der Anlegestelle Grünendeich sowie der Außenelbe-Reede erstellt haben. Diese Fotos oder Videos können über das Hinweisportal der Landespolizei (https://sh.hinweisportal.de/) an die Dienststelle übertragen werden.

Für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, hat die Staatsanwaltschaft Flensburg eine Belohnung in Hohe von 7000 Euro ausgelobt.

Neue Hinweise während der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“

Bereits während der ZDF-Sendung gingen neue Hinweise beispielsweise zu den Schekeln ein. Die in der Sendung als Foto gezeigte Kombination könnte aus dem Steinkohlebergbau stammen. Auch ein Zeuge aus dem unmittelbaren Umfeld hätte sich gemeldet, so die Ermittler. Schon am Mittwochabend konnte ein Termin zur Vernehmung vereinbart werden. (fe/pm)

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