TSperrung am Bassenflether Strand beginnt – Zäune aufgebaut
Erich Ellert und Dieter Miesner stellen die Bauzäune am Bassenflether Strand in Twielenfleth auf. Fotos: Vasel
Der Bassenflether Strand in Twielenfleth wird gesperrt – mitten in der Sommerzeit. Das enttäuscht Strandfans. Das allerdings lässt sich nicht vermeiden. Denn die Deichsicherheit geht vor.
Die Sonne scheint, die Wellen rauschen. Doch Erich Ellert und Dieter Miesner wollen nicht an die Elbe. Die Arbeiter haben am Dienstag mit dem Einzäunen des Bassenflether Strandes begonnen. Fast 600 Meter lang ist die Absperrung, die Erich Ellert und sein Kollege Dieter Miesner von Block Bauzäune aus Grasberg aufgebaut haben.
Die Arbeiter haben den südlichen Teil des Strandes eingezäunt. Dort werden am kommenden Montag, 4. Juli, die Vorspülarbeiten starten, sagte der Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Elbe-Nordsee, Bernhard Meyer, dem TAGEBLATT. 330.000 Kubikmeter Sand werden im Alten Land aufgespült. „Es handelt sich um groben Sand aus der Elbe“, erklärt Meyer.
Bassenfleth und Abbenfleth: Das ist der Zeitplan für die Sperrungen der Elbstrände
Rund sieben Wochen werden die Bauarbeiten dauern, im Juli und August werden die Wasserbauer von dem belgischen Unternehmen Deme in Bassenfleth und in Abbenfleth (Festung Grauerort) insgesamt 420.000 Kubikmeter Sand auftragen, um das Ufer auf einer Länge von 2800 Metern zu sichern. Die Belgier wollen am 12. August abrücken.
Aktuell läuft die Baustelleneinrichtung, ein Teil der Rohre liegt bereits am Deichfuß in Twielenfleth. Bereits am Wochenende wird ein Assistenzschlepper erwartet. Ab Freitag werden Warnschilder aufgestellt, Einbaugeräte werden mit Tiefladern ins Alte Land transportiert. Rund 250 Meter Schwimmrohrleitung liegen im Hafen in Bützfleth, sie werden dort mit einer 350 Meter langen, in den Niederlanden vormontierten Leitung gekoppelt.
Begonnen wird mit den Uferbereichen in Bassenfleth. Gearbeitet wird im Alten Land in vier Abschnitten. Für den Zeitraum der Baumaßnahme werden die einzelnen Uferbereiche abgesperrt, da mit entsprechenden Geräten von Land und von der Wasserseite aus gearbeitet wird. Um die Arbeiten am Strand zu beschleunigen, werden die Belgier ab Montag „rund um die Uhr arbeiten“ – sieben Tage pro Woche, 24 Stunden am Tag.
Dieser Strandabschnitt wird bereits ab Montag aufgespült .
Nach dem ersten, südlichen Abschnitt wird der nördliche Strandabschnitt gesperrt – ebenfalls für voraussichtlich eine Woche. „Nach dem derzeitigem Planungsstand“ der Wasserbaufirma wird laut Meyer die südliche Hälfte des Bassenflether Strandes vom 4. Juli bis zum 10. Juli und die nördliche Hälfte vom 11. Juli bis 17. Juli gesperrt. Danach folgen die Abschnitte B und C. Diese liegen allerdings im Bereich des stillgelegten Atomkraftwerks und sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Strandbesucher nicht informiert: Lühes Bürgermeister übt Kritik
Der Bürgermeister der Samtgemeinde Lühe, Timo Gerke (parteilos), begrüßt den Start der Arbeiten. Er habe vollstes Verständnis, dass die Arbeiten nicht in der Sturmflutsaison von Mitte September bis Mitte April durchgeführt werden können. Küstenschutz habe natürlich grundsätzlich Vorrang vor Tourismus und Naherholung. „Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass wir die Strandnutzer vor dem Aufstellen des Zaunes hätten informieren können“, sagt Gerke.
Auch Landrat Kai Seefried (CDU) sei enttäuscht, dass es keine umfassende Info der Bürger im Kreis Stade und der Kommunen – wie von dem WSA vor einigen Wochen im Vorfeld versprochen – gegeben habe. Die Samtgemeinde ist Pächterin des Strandes. Gut sei laut Gerke, dass nicht der komplette Strand gesperrt wird, denn dieser sei ein wichtiges Ausflugsziel.
Elbstrände: Sand aus der Elbe sichert das Deichvorland
Wie kommt der Sand auf den Strand? Der Saugbagger holt sich wie ein Staubsauger mit einem Unterwasserrüssel den Sand aus der Elbe. Gewonnen wird das Material im Zuge der routinemäßigen Unterhaltungsbaggerei – sprich bei der Sicherung der Fahrrinne. Wenn der Laderaum des Saugbaggers „Meuse River“ voll ist, steuert dieser den Strand an. Dort verbindet sich das Schiff mit der im Wasser liegenden Spülrohrleitung.
Die ersten S egmente der Spühlrohrleitung liegen am Deich.
Dann wird das Sand-Wasser-Gemisch an das Ufer gepumpt, das Wasser läuft zurück in die Elbe. Meyer: „Das offene Ende wird am Strand fortlaufend verlegt, so dass alle Bereiche das jeweils erforderliche Sandvolumen erhalten.“ Profiliert wird währenddessen und zum Abschluss mit Planierraupen und Kettenbaggern. Die Einrichtung der Schwimmleitung und Koppelstelle wird am Wochenende (2./3. Juli) erfolgen.
Der Bassenflether Strand liegt im Elbe-Außenbogen an einem Prallhang, hier herrscht starke Strömung. Im Zuge der Elbvertiefung haben die WSA-Fachleute bereits einen stetigen Abtrag im Mittelwasserbereich festgestellt. Nicht nur Winterstürme nagen an den Stränden, auch Sog und Schwell der vorbeifahrenden Containerriesen und das wegen der Fahrrinnenanpassung höher und immer schneller auflaufende Wasser.
Der Bund ist aufgrund eines Vertrags von 2009 für das Vorland zuständig. Schlechtes Wetter, so Meyer vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, könne den Beginn der Spülarbeiten verzögern.