Wochenlang vermisst: Feuerwehr Wiepenkathen befreit Kater aus Kanalisation
Wiepenkathens Ortsbrandmeister Jörg Bastian mit der geretteten Katze. Foto: Feuerwehr
Seit Silvester sucht eine Frau ihren Kater „Timy“. Dann hört sie plötzlich ein Miauen - aus dem Untergrund. Es gab eine aufwendige Rettungsaktion.
Wiepenkathen. Diesen Einsatz werden die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wiepenkathen nicht so schnell vergessen: Um 18.30 Uhr lösten die Melder der Einsatzkräfte aus. Am Mittwochabend retteten sie einen seit zwei Wochen vermissten Kater, der sich offenbar tief unter der Erde in der Oberflächenentwässerung im Bereich der Lindenstraße verirrt hatte.
Keine Spur von Kater „Timy“
Der frei laufende Kater „Timy“ mit markantem orange-roten Fell kommt normalerweise jeden Tag zu seiner Besitzerin nach Hause, doch 14 Tage fehlte von ihm jede Spur. Am Mittwochabend hörte die Besitzerin dann auf offener Straße ein Lebenszeichen des Katers, das offenbar aus dem Untergrund kam.
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Sie setzte einen Notruf ab – in der Hoffnung, dass die Feuerwehr das Tier finden und befreien würde. Die Besitzerin hatte bereits in den sozialen Medien nach ihrem Kater gesucht.
Miauen aus der Kanalisation
Auch die eintreffenden Feuerwehrleute hörten das Miauen aus der Oberflächenentwässerung. Sie öffneten die Kanäle und lokalisierten den Kater in dem verzweigten Rohrsystem rund zweieinhalb Meter unterhalb der Straße. Offenbar war der Kater durch ein kaputtes Rohr, das die Oberflächenentwässerung zu einem Graben führen sollte, in die Oberflächenentwässerung geraten. Hier irrte er umher, fand wohl keinen Weg nach draußen. Mit Finesse und Geduld konnten die Feuerwehrleute helfen.
Aufwendige Rettungsaktion für „Timy“
Über eine ortsansässige Sanitärfirma besorgten sich die Einsatzkräfte kurzerhand eine Rohrkamera. Parallel alarmierten sie die Abwasserentsorgung Stade, ein Mitarbeiter mit Kenntnissen über das Leitungssystem fand sich wenig später an der weithin ausgeleuchteten Einsatzstelle ein.

Der Einsatz in der Kanalisation gestaltete sich aufwendig. Foto: Feuerwehr
Inzwischen hatten die Feuerwehrleute bereits Schläuche in die Schächte gelassen, um dem Kater einen Weg nach draußen zu ebnen und zu verhindern, dass er noch tiefer in die Kanalisation eindrang. Die Besitzerin sorgte mit lautem Rufen dafür, dass der Kater in der Nähe blieb.
Happy End nach zweieinhalb Stunden
Telefonischen Rat holten sich die Einsatzkräfte derweil von einer Tierärztin, die ihnen Tipps zur schonenden Rettung gab. Nach zweieinhalb Stunden dann das Happy End: Durch einen geöffneten Schacht holten die Einsatzkräfte „Timy“ ins Freie. Ortsbrandmeister Jörg Bastian konnte das putzmuntere Tier in die Hände der überglücklichen Halterin übergeben. „Er war ganz friedlich und augenscheinlich unverletzt“, berichtet Bastian, der mit 27 Kameradinnen und Kameraden im Einsatz war. „Vielen Dank auch an das Team der Abwasserentsorgung, das uns mit Know-how und Lageplänen unterstützt hat.“

Durch dieses Loch war Kater "Timy" in die Kanalisation gelangt. Foto: Feuerwehr
In seiner vertrauten Umgebung kann sich „Timy“ jetzt aufwärmen und ausruhen und langsam wieder zu Kräften kommen. (set/pm)