Zähl Pixel
Verkehr

120 Verletzte bei Straßenbahnunfall in Russland

Beim Zusammenstoß zweier Straßenbahnen in der sibirischen Stadt Kemerowo wurden mehr als 100 Menschen verletzt.

Beim Zusammenstoß zweier Straßenbahnen in der sibirischen Stadt Kemerowo wurden mehr als 100 Menschen verletzt. Foto: Uncredited/Russian Interior Ministry Kemorovo/AP/dpa

Zwei Straßenbahnen kollidieren in einer sibirischen Großstadt: Technisches oder menschliches Versagen? Der Bürgermeister spricht von einer Überalterung der Züge.

Von dpa 06.06.2024, 14:30 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Moskau. Etwa 120 Menschen sind bei einem Straßenbahnunfall in der russischen Großstadt Kemerowo in Westsibirien verletzt worden. Rettungskräfte berichteten zunächst von einem Toten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. 21 schwer verletzte Opfer wurden in Krankenhäuser aufgenommen, 84 Erwachsene und 10 Kinder durften nach der Erstversorgung nach Hause gehen.

Ein Augenzeuge stellte ein Video mit der dramatischen Unfallszene ins Internet. Demnach rollte eine Straßenbahn ungebremst die Straße zum Fluss Tom hinab. Die Türen sprangen auf, Passagiere wurden auf die Straße geschleudert in den fließenden Autoverkehr. Gestoppt wurde der Wagen erst, als es durch eine Brückenauffahrt wieder leicht bergauf ging und er dort mit anderen Wagen zusammenprallte. 

Als mögliche Unfallursachen galten ein Versagen der Bremsen oder ein Fahrfehler. Bürgermeister Dmitri Anissimow sagte aber auch, dass die Straßenbahnzüge in seiner Stadt bis zu 40 Jahre alt und zu 80 bis 90 Prozent abgenutzt seien. Auch die Gleisinfrastruktur müsse erneuert werden. Kemerowo liegt etwa 3000 Kilometer östlich von Moskau. Die durch den Bergbau geprägte Stadt zählt gut eine halbe Million Einwohner.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Ukraine verbietet „Mascha und der Bär“

Weltweit schauen Millionen Kinder die russische Zeichentrickserie „Mascha und der Bär“. Doch nun sieht die Ukraine darin eine Gefahr für die nationale Sicherheit. Moskau reagiert prompt.

Schwert-Attacke an Schule schockt Schweden

Tränen und Chaos an einer Schule in Schweden: Ein Angreifer mit einem Schwert hat dort mindestens zwei Menschen verletzt. Nach der Tat durften Schüler die Schule stundenlang nicht verlassen.