Corona-Impfungen bald auch in Apotheken
Künftig kann man sich auch Apotheken impfen lassen. Foto: Marcus Brandt/dpa
Apotheken können vom 8. Februar an bundesweit Corona-Impfungen anbieten. Damit soll das Impfangebot vereinfacht und verbreitert werden.
Die Voraussetzungen dafür seien jetzt geschaffen, sagte Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), am Freitag.
Seit Januar seien die Apothekerinnen und Apotheker geschult worden, parallel habe man die technischen Voraussetzungen geschaffen, um die Zahl der Geimpften elektronisch an das Robert Koch-Institut (RKI) zu melden.
Angebot ist eine Ergänzung zum Impfangebot in Arztpraxen und Impfzentren
Die erforderliche Änderung der Impfverordnung ist am Montag im Bundesanzeiger veröffentlicht worden und damit an diesem Dienstag in Kraft getreten. Die Verordnung verlangt den Nachweis einer Impf-Schulung und legt fest, dass die Apotheker für die Impfungen genau so wie Ärzte entlohnt werden.
Die letzten offenen Punkte - die Impfstoff-Kontingente und der Bestellzyklus - seien geklärt. "Kommende Woche können die Apotheken erstmals Impfstoffe bestellen, um sie selbst zu verimpfen. Die ersten Impfungen können dann ab dem 8. Februar durchgeführt werden", so Overwiening. Das Angebot ist freiwillig und als Ergänzung zu den Impfangeboten in Arztpraxen und Impfzentren gedacht.
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"Wir wollen diejenigen erreichen, die sich noch nicht impfen lassen konnten, zum Beispiel weil ihnen die Organisation eines Impftermins bisher zu aufwändig war", sagte die ABDA-Präsidentin. "Wir bringen das niedrigschwellige und flächendeckende Angebot der Apotheken ein, um die Impfkampagne der Bundesregierung zu unterstützen."
Die Covid-19-Impfung ist die erste Impfung, die Apotheken bundesweit anbieten können. Overwiening versicherte, man sei exzellent darauf vorbereitet - und auch für den unwahrscheinlichen Fall geschult, dass bei Impfreaktionen Erste Hilfe geleistet werden müsse.
Nur Menschen ab 18 Jahre dürfen in Apotheken geimpft werden
In Niedersachsen dürfen mehr als 500 Apothekerinnen und Apotheker Corona-Schutzimpfungen verabreichen. Das teilte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag in Hannover mit. Eine Sprecherin der Landes-Apothekerkammer sagte auf Anfrage, derzeit dürften nur Menschen ab 18 Jahren von Apothekern geimpft werden.
Demnach gibt es landesweit etwa 7800 Apothekerinnen und Apotheker. Weitere Schulungen würden anlaufen, damit diese Berufsgruppe künftig auch Menschen ab zwölf Jahren impfen können. Die Apotheker würden derzeit etwa bei mobilen Impfteams helfen, in Apotheken werde aber noch nicht geimpft. (dpa)