Cuxhaven: Strandnahes Parken wird doppelt so teuer
Mit einem Euro kommt man beim Parken an Cuxhavens Stränden nicht mehr weit: In der Saison kann man damit künftig für 20 Minuten parken. Foto: Koppe
Parken wird in Cuxhavens Kurgebieten Döse, Duhnen und Sahlenburg nicht nur doppelt so teuer. Auch mit dem kostenlosen Parken in den Monaten von November bis März ist es vorbei.
Von Maren Reese-Winne
Zwei Stunden Parken am Strand von Cuxhaven kosten in den Wintermonaten künftig drei Euro; von April bis Oktober sechs Euro.
Wenn es nach der Mehrheitskooperation im Cuxhavener Rat aus SPD, Grüne, Linke sowie der Fraktion "Die Cuxhavener" gegangen wäre, hätte die Stadt bei den Parkgebühren durchaus noch schärfer rangehen können - vorgeschlagen hatte sie drei Euro pro Stunde, sechs Euro für zwei Stunden und zehn pro Tagesticket. Rüdiger Kurmann, Fraktionsvorsitzender der "Cuxhavener", sprach von einem bewusst "provokativem" Ansatz.
Neue Parkgebührenordnung in Cuxhaven
Die Kreisverwaltung riet zwar zu einer moderateren Erhöhung der Parkgebührenordnung, will dafür aber nun ganzjährig kassieren. Begründung: bei schönem Wetter werde auch in den kälteren Monaten ein "erhöhtes Gäste- und Parkaufkommen" beobachtet.
Durch eine allzu starke Erhöhung der Gebühren während der Saison befürchtete die Verwaltung, dass die verschreckten Gäste dann erst recht in die Seiten- und Anwohnerstraßen ausweichen könnten. Daraus ergab sich folgender Vorschlag:
- April bis Oktober: Parkdauer 20 Minuten: 1 Euro. Bis 40 Minuten: 2 Euro. Bis 1 Stunde: 3 Euro. Bis zwei Stunden: 6 Euro. Tagesgebühr 8 Euro.
- Von November bis März soll alles die Hälfte kosten.
- Die Gebührenpflicht gilt täglich von 9 bis 18 Uhr.
Betroffen sind folgende strandnahe Parkplätze und Straßen:
- Döse: Parkplätze Strandhausallee/Nordfeldstraße, Nordfeldstraße, Kurparkallee/Nordfeldstraße sowie die dazugehörigen Straßen, Strandstraße, Parkplatz Steinmarner Trift.
- Duhnen: Cuxhavener Straße, Heinrich-Grube-Weg, Neptunweg (Parkplatz und Straße)
- Sahlenburg: Hans-Retzlaff-Straße (Parkplatz und Straße), Wernerwaldstraße/Oskar-von-Brock-Straße.
- Unberührt sind alle Straßen und Parkplätze mit Gebührenpflicht in der Innenstadt, wo es beim bisherigen Tarif bleibt.
Parkautomaten auf dem Parkplatz an der Nordfeldstraße in Döse: Diese müssen künftig das ganze Jahr über gefüttert werden, zumindest in der Zeit von 9 bis 18 Uhr. Foto: Bohlmann-Drammeh
Cuxhavener Kreisverwaltung erwartet 400.000 Euro an Mehreinnahmen
"Erst seit heute wissen wir, dass ganzjährig strandnah Parkgebühren erhoben werden sollen, und was das überhaupt bedeutet", stellte Thiemo Röhler von der Gruppe CDU/Die Demokraten fest. Angesichts der erhofften jährlichen Mehreinnahmen von 400.000 Euro - dieser Betrag soll im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss genannt worden sein - stellte Röhler fest: "Wir sind der Auffassung, dass das ein Schluck zu viel aus der Pulle ist."
Er zeigte sich zwar grundsätzlich einverstanden mit einer ganzjährigen Bewirtschaftung der Parkplätze, stellte aber in Zweifel, dass eine Erhöhung im geplanten Maß wirklich als Instrument zur Verkehrsleitung dienen könne. Dafür brauche es zunächst ein Parkleitsystem - andernfalls werde es entweder nur teurer für die Parkenden oder enger in den Anwohnerstraßen. Mit einem Änderungsantrag für geringere Gebühren konnte sich die Gruppe CDU/Die Demokraten jedoch nicht durchsetzen. Der Rat beschloss mehrheitlich den Vorschlag der Verwaltung.
Was die neuen Parkgebühren für Anwohner in Cuxhaven bedeuten
Das bedeutet auch, dass Inhaberinnen und Inhaber von Dauerparkscheinen nun das ganze Jahr über bezahlen müssen. Die Dauerparkscheine zum Preis von 20 Euro pro Monat sollen Personen, die in den Kurgebieten arbeiten, erschwingliches Parken ermöglichen.
An Parkautomaten, an denen mit Handy-Apps bezahlt werden kann, soll minutengenaues Abrechnen möglich sein. Möglich ist dies grundsätzlich überall. Insgesamt sind an den strandnahen Parkplätzen 48 Parkscheinautomaten verteilt. An 19 davon soll bald außer mit Münzen auch mit EC-Karte bezahlt werden können.