EU-Außenbeauftragte: Russland nicht an Frieden interessiert
Kallas sieht keine Bereitschaft zum Frieden in Moskau. Foto: Mindaugas Kulbis/AP/dpa
Die US-Unterhändler unternehmen einen neuen Anlauf in Vermittlungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs. Kaja Kallas erwartet angesichts Moskaus Haltung wenig, sieht aber zumindest einen positiven Aspekt.
Vilnius. Trotz des neuen Vorstoßes der US-Vermittler hat die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs. „Wir sehen nicht, dass Russland wirklich an Frieden interessiert ist“, sagte Kallas bei einem Besuch in Litauen. Moskau habe kein einziges Zugeständnis gemacht. Stattdessen zeige sich das Gegenteil: „Wenn sie die Initiative am Boden verlieren, bombardieren sie Zivilisten aus der Luft“, sagte Kallas auf einer Pressekonferenz in Vilnius.
Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner hatten am Wochenende zuerst Moskau und dann erstmals Kiew besucht. Unmittelbare Fortschritte meldeten sie nach der Reise allerdings nicht. „Ich freue mich, dass die Sondergesandten zum ersten Mal auch Kiew besucht haben. Für die Ukrainer bedeutete dies drei Tage ohne Bombardierungen der Zivilbevölkerung. Ich denke, das ist die positive Seite dieses Besuchs“, sagte Kallas.
Kremlchef Wladimir Putin hatte für die Dauer des Besuchs der US-Unterhändler eine dreitägige Pause der Angriffe auf Kiew verkündet, die Ukraine verzichtete im Gegenzug in dieser Zeit auf Angriffe gegen Moskau.