Erneut Warnstreiks an Seehäfen in Bremen und Niedersachsen
Die Gewerkschaft Verdi ruft wieder zu Warnstreiks an Seehäfen auf. (Archivbild) Foto: Ulrich Perrey/dpa
Ab Mittwochabend droht Chaos an den Seehäfen in der Region. Warum die Beschäftigten streiken - und was sie von ihren Arbeitgebern fordern.
Bremerhaven/Wilhelmshaven. Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut zu Warnstreiks an den Seehäfen in Bremen und Niedersachsen auf. Die Beschäftigten sollen von Mittwoch- bis Freitagabend ihre Arbeit niederlegen, wie Verdi mitteilte. Betroffen sind Häfen in Bremerhaven, Wilhelmshaven, Brake, Bremen und Emden.
Was die Gewerkschaft fordert - und die Arbeitgeber anbieten
Hintergrund sind Tarifverhandlungen. Die Arbeitgeber, die vom Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) vertreten werden, hatten in der dritten Verhandlungsrunde eine Entgeltsteigerung von 5,1 Prozent rückwirkend zum 1. August 2026 bei einer Laufzeit von 18 Monaten angeboten. Zudem sollten die Löhne um mindestens 1,20 Euro pro Stunde steigen.
Der Gewerkschaft und den Hafenarbeitern geht das nicht weit genug. Verdi fordert bei einer Tariflaufzeit von zwölf Monaten ein Lohnplus von 8,2 Prozent, mindestens jedoch 2,50 Euro pro Stunde.
Zweiter Warnstreik
Es ist der zweite Warnstreik der Hafenarbeiter im Zuge der Tarifverhandlungen. Bereits Mitte August hatten Tausende ihre Arbeit für 24 Stunden niederlegt, darunter auch am Hafen Hamburg.
Diesmal soll der Warnstreik in Bremerhaven, Wilhelmshaven, bei J. Müller Brake und J. Müller Bremen am Mittwoch mit der Spätschicht beginnen. Für Freitagmittag sind die Beschäftigten zu einer Demonstration in der Bremerhavener Innenstadt aufgerufen. Die Mitarbeiter bei BLG-Cargo Bremen und bei EVAG Emden sollen ab Donnerstagmorgen ihre Arbeit liegen lassen. Auch in Hamburg ruft die Gewerkschaft ab Mittwochabend zu einem 48-stündigen Warnstreik auf.