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Tischtennis

Fredenbecker Mister Tischtennis rückt in die zweite Reihe

Tischtennis prägt seit über 50 Jahren sein Leben. Knut Wölpern spielt und trainiert, will aber ab Sommer kürzertreten.

Tischtennis prägt seit über 50 Jahren sein Leben. Knut Wölpern spielt und trainiert, will aber ab Sommer kürzertreten. Foto: Michael Brunsch

Es gibt sie, die Macher in einer Mannschaft. Leute, die sich über Jahrzehnte für ihren Sport einsetzen. Tischtennisspieler Knut Wölpern aus Fredenbeck ist so einer.

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Von Michael Brunsch
Mittwoch, 18.03.2026, 12:00 Uhr

Fredenbeck. Seit fast 50 Jahren spielt er für den VfL Fredenbeck Tischtennis, 42 davon für die erste Herrenmannschaft. Und der 58-Jährige spielt nicht nur selber. Er möchte auch die Kinder und Jugendlichen für seinen Lieblingssport begeistern.

Bereits mit sechs Jahren stand Knut Wölpern zum ersten Mal an einer Tischtennisplatte. 1978 fing er dann beim VfL Fredenbeck an. Sein damaliger Trainer und Förderer war Hans-Dieter Höft, unter Tischtennisspielern ein bekannter Name.

Zusätzlich zum Tischtennis kam der Fußball

Über viele Jahre war nicht nur das Spiel mit dem kleinen Ball angesagt, auch beim Fußball war er dabei, spielte 13 Jahre für den Schwinger SC, der im Laufe dieser Zeit eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Wiepenkathen einging. „Als dann 2001 das Ende eingeläutet wurde, gab es in Schwinge keine Mannschaft mehr, da habe ich aufgehört“, so Knut Wölpern. Immerhin hat er es bis in die Kreisliga geschafft.

Tischtennis ist wie Schach

Beim Tischtennis war der ehrgeizige, aber immer ruhige und bescheidene Sportler immer erpicht, sich von besseren Spielern etwas abzuschauen. Mit großer Begeisterung ging er diesem Sport nach. „Tischtennis ist ein anspruchsvoller Sport, bei dem es wie beim Schach viel auf Taktik, aber auch Technik ankommt.“

Knut Wölpern in jüngeren Jahren beim Landespokal 2013 in Hannover.

Knut Wölpern in jüngeren Jahren beim Landespokal 2013 in Hannover. Foto: privat

Man müsse sich immer wieder auf unterschiedliche Spielertypen einstellen. Beim Warmspielen schaue er sich die Gegner genau an, um schon gleich die Stärken und Schwächen zu erkennen, so der heute 58-Jährige.

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Schon mit 16 Jahren holte man ihn im September 1984 in die erste Herrenmannschaft des VfL Fredenbeck. Das ist jetzt 42 Jahre her. Vor einigen Tagen feierte Wölpern seinen 58. Geburtstag. Von 1992 bis 2010 stand der dreifache Familienvater, seine Kinder sind 24, 22 und 16 Jahre alt, als Nummer eins an der Platte. Sonntag für Sonntag wurde von 9 bis 12 Uhr trainiert, nachmittags dann noch die Zeit als Fußballer. „Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Sports“, sagt er. Wölpern wollte immer besser werden.

Nette Worte seines Teamkollegen Martin Kück

Sein langjähriger Doppelpartner Martin Kück sagt über ihn: „21 Jahre durfte ich im Doppel bereits neben ihm und natürlich mit ihm in einem Team spielen. Er ist ein gefährlicher Linkshänder und ganz starker Doppelspieler. Knut ist immer fair am Tisch, ruhig und bescheiden. Bei den Gegnern hat er ein gutes Standing. Das Team stand und steht immer im Vordergrund. Wenn das Team gewinnt, werden persönliche Niederlagen unwichtig. In ihm fließt seit Jahrzehnten das blau-weiße Blut. Einmal VfL Fredenbeck, immer VfL Fredenbeck. Seine guten Werte gibt Knut Wölpern an die jüngeren Spieler weiter. Er hat eine absolute Vorbildfunktion.“

Viele Meisterschaften

Bei so viel Ehrgeiz und Lobeshymnen mussten auch irgendwann die Erfolge kommen. Zweimal Kreispokalsieger mit der Mannschaft, Doppelkreismeister 2019, Meister der 1. Bezirksklasse Rotenburg/Stade, Meister der Bezirksliga Rotenburg Stade 2018/2019, seit 2019 in der Bezirksoberliga. „Ich bin aktuell der zweitälteste Spieler der Bezirksoberliga. Aber langsam wird es dann auch Zeit, den jüngeren Tischtennisspielern den Vortritt zu lassen. Mit 58 Jahren werde ich dann ab Sommer kürzertreten“, sagt Knut Wölpern.

Trotz schwerer Verletzungen noch immer dabei

Der Gang in die zweite Mannschaft, die immerhin auch noch Bezirksliga spielt, ist geplant. In den letzten Jahren warfen ihn immer wieder gesundheitliche Probleme zurück. 2022 gab es ein neues Knie, zwei Jahre später folgte eine Sprunggelenksversteifung.

Knut Wölpern spielte lange Fußball und Tischtennis. Seit 2001 ist es nur noch der kleine Ball.

Knut Wölpern spielte lange Fußball und Tischtennis. Seit 2001 ist es nur noch der kleine Ball. Foto: Michael Brunsch

„1108 Einsätze im Einzel, 656 im Doppel. Das alles in der ersten Mannschaft“, sagt er. „Da kann ich stolz drauf sein. Ich werde mich jetzt verstärkt um den Nachwuchs kümmern. Mein nächstes Ziel ist bis 2027 die Trainer-B-Lizenz. Damit darf ich dann Verbandsliga trainieren.“

Schon jetzt weist er große Erfolge mit den Nachwuchsspielern auf. Seit 2022 trainiert er dort und hat bereits drei Kinder – dreizehn-, zwölf und zehn Jahre alt – zur Kreismeisterschaft geführt. Nicht nur in Fredenbeck beim VfL, sondern auch in Stade und Elm, wo er das System- und Taktiktraining leitet, ist der 58-Jährige im Einsatz.

Ob im Sommer wirklich Schluss ist in der ersten Mannschaft, bleibt fraglich. Wer ihn kennt, der glaubt, dass die eine oder andere Partie noch hinzukommen könnte. Warum auch nicht? Dann ist er vielleicht irgendwann der älteste Spieler der Bezirksoberliga. Das künstliche Knie oder das versteifte Sprunggelenk sollten da kein Hindernis sein.

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