AbonnierenAbo
Zähl Pixel
Prozess

Gefängnis für geheimdienstliche Tätigkeit im Auftrag Irans

Der Hauptangeklagte stand laut Anklage in Diensten des iranischen Geheimdienstes.(Archivbild)

Der Hauptangeklagte stand laut Anklage in Diensten des iranischen Geheimdienstes.(Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa

Zwei Männer haben im Auftrag Teherans jüdische und proisraelische Ziele in Deutschland für Anschläge ausgespäht. Das Oberlandesgericht hat sie deshalb nun zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Von dpa 15.10.2026, 12:00 Uhr
3 Monate Premium-Zugriff auf tageblatt.de für nur 0,99 €! Jetzt sichern!

Hamburg. Wegen geheimdienstlicher Tätigkeit im Auftrag des Iran und einer versuchten Beteiligung an Mord und schwerer Brandstiftung müssen zwei Männer für Jahre ins Gefängnis. Das Hanseatische Oberlandesgericht verurteilte einen 54 Jahre alten Mann zu achteinhalb Jahren Haft, ein 43-Jähriger erhielt eine Gefängnisstrafe in Höhe von viereinhalb Jahren. Das Gericht entsprach mit seinem Urteil den Forderungen der Bundesanwaltschaft. Die Verteidiger hatten Freisprüche verlangt.

Das Hamburger Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden in Dänemark lebenden Männer den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, ausgekundschaftet haben. Zudem habe der 54-Jährige Vorbereitungen für einen Brandanschlag auf einen koscheren Lebensmittelhandel in Berlin getroffen.

Der 54-jährige Däne mit afghanischen Wurzeln hatte laut Bundesanwaltschaft seine Aufträge direkt von Offizieren der sogenannten Al-Kuds-Brigaden erhalten, der Auslandseinheit der iranischen Revolutionsgarden. Er habe sich dann mit dem 43-Jährigen in Verbindung gesetzt, um ihn für ein Attentat auf Beck zu gewinnen - oder zumindest dazu zu bewegen, eine andere Person dafür zu finden. Auf letzteres hätte man sich schließlich verständigt.

Die Angeklagten haben nach Überzeugung des Gerichts Volker Beck ausgespäht. (Archivbild)

Die Angeklagten haben nach Überzeugung des Gerichts Volker Beck ausgespäht. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel