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Naturschutz

Großer Erfolg: 70 Kranichpaare brüten im Kreis Stade

Ein Kranich mit einem Jungvogel im Hohen Moor. Beim Jungvogel ist die Kopffärbung noch unauffällig braun. Foto: Hans-Joachim Schaffhäuser

Ein Kranich mit einem Jungvogel im Hohen Moor. Beim Jungvogel ist die Kopffärbung noch unauffällig braun. Foto: Hans-Joachim Schaffhäuser

In den 1990er Jahren war der Kranich nur ein sehr seltener Gast im Landkreis Stade. 1996 konnte lediglich ein Brutpaar nachgewiesen werden – inzwischen haben 70 Kranichpaare im Landkreis ihr Revier. 

Mittwoch, 26.01.2022, 08:00 Uhr

Dr. Uwe Andreas, Leiter des Naturschutzamtes: „Dieser große Erfolg ist der Renaturierung und Wiedervernässung in den Naturschutzgebieten Feerner Moor und Hohes Moor sowie in den Kehdinger Mooren zu verdanken.“

Während der Zugzeit der Kraniche bieten die Moore mit ihren weiten, offenen Bereichen und den Seichtwasserflächen störungsfreie Schlafplätze. Die beiden Kranichbeauftragten Heinz Otto Erhorn und Burkhard Weißenborn haben die Entwicklung der Schlafplätze in den vergangenen zehn Jahren im Landkreis Stade dokumentiert. Wurden 2012 nur etwa 100 Kraniche im Hohen Moor gezählt, waren es 2021 über 2000 Individuen, verteilt auf mehrere störungsfreie Moorflächen. Abgeerntete Mais- und Kartoffeläcker werden gerne von den Vögeln aufgesucht, um liegengebliebenes Futter aufzunehmen. Bei Ahlerstedt wurden im Herbst 2019 bis zu 230 Kraniche auf einem Maisacker gezählt.

Deutschlands größte Vögel

Aufgrund ihrer langen Beine und des langen Halses sind die Kraniche mit ihrer schwarz-weiß-roten Kopfzeichnung imposante Vögel. Mit einer Größe von etwa 1,20 Meter sind sie die größten Vögel Deutschlands. Während der Balz und auch bei Aufregung führen die Kraniche spektakuläre Tänze auf. Kopf und Schnabel werden in die Luft gereckt und ein trompetenartiges Schmettern aus langen und kurzen „Gruh“-Lauten erschallt. Dabei bewegen sie sich langsam nebeneinander her. Die Rufe sind auch zu hören, wenn sie während der Zugzeit in Formationen am Himmel entlang ziehen.

„Da die scheuen Vögel sehr störempfindlich sind, brüten sie hier im Landkreis Stade nur versteckt in den Mooren und Feuchtgebieten. Ihre Nester bauen sie am Boden, bevorzugt umgeben von Wasser“, erklärt Dr. Uwe Andreas. „Der Schutz der Moore ist immens wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt und ein wesentlicher Beitrag für den Klimaschutz.“

1978 wurde der Kranich in Deutschland zum „Vogel des Jahres“ gewählt, da er zu den seltensten Arten in Deutschland zählte. Dank intensiver Schutzbemühungen hat sich der Kranichbestand deutlich erholt, so dass deutschlandweit wieder rund 11.000 Kranichpaare brüten. (red/st)

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