HSV feiert in Unterzahl Last-Minute-Sieg gegen Stuttgart
Miro Muheim (Hamburger SV) und Josha Vagnoman (VfB Stuttgart, l) kämpfen um den Ball. Foto: Christian Charisius/dpa
Der Bundesliga-Aufsteiger feiert den ersten Sieg seit Wochen. Fabio Vieira trifft spät in der Nachspielzeit, zuvor ist ein Publikumsliebling erfolgreich. Vor dem Spiel kam es zu Protesten.
Hamburg. Der Hamburger SV hat gegen den VfB Stuttgart in Unterzahl einen Last-Minute-Sieg gefeiert. Fabio Vieira traf in der letzten Minute der vierminütigen Nachspielzeit zum umjubelten 2:1 (1:0) für den HSV. Der HSV sprang nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg auf Platz 13.
Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion traf der zuletzt weniger berücksichtigte Publikumsliebling Robert Glatzel (17. Minute) für den HSV nach Vorlage von Alexander Røssing-Lelesiit zur Führung - für beide Protagonisten wurde es danach bitter.
Glatzel musste noch in der ersten Halbzeit mit Oberschenkelbeschwerden ausgewechselt werden, Røssing-Lelesiit wurde in der 81. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Für Glatzel kam Ransford-Yeboah Königsdörffer.
HSV jubelt nach einem Konter
Nach der Pause wurden die Gäste etwas stärker: Als HSV-Torhüter Daniel Heuer-Fernandes einen Flatterball von Jamie Leweling nach vorn abprallen ließ, war der eingewechselte VfB-Stürmer Deniz Undav zur Stelle und glich zum 1:1 aus (54.).
Nach einer Gelb-Roten Karte für Alexander Rössing-Lelesiit in der 81. Minute drängte der VfB auf den Siegtreffer. Doch am Ende jubelte der HSV in Unterzahl nach einem Konter.
„Ich freue mich unfassbar über das Ergebnis und das Spiel“, sagte HSV-Trainer Merlin Polzin zum ersten HSV-Sieg seit Wochen. Und Baldé befand: „Am Ende war es ein verdienter Sieg.“
Als die Schwaben im Sommer 2023 zuletzt zu Gast im Volksparkstadion waren, lag der HSV nach zwei schmerzhaften Pleiten in der Aufstiegsrelegation am Boden und verpasste erneut die Rückkehr in die Bundesliga. Zuletzt erlebte der Aufsteiger den harten Liga-Alltag: In fünf Ligapartien vor dieser Begegnung holte der HSV nur ein Unentschieden.
Tausende HSV-Fans demonstrieren vor dem Spiel
Vor der Bundesliga-Partie gegen den VfB Stuttgart haben Tausende Fans des Hamburger SV gegen Maßnahmen der Innenministerkonferenz protestiert. Laut Angaben des „Förderkreis Nordtribüne“ haben 8000 Anhänger gegen die Pläne demonstriert, die Sicherheit durch bestimmte Maßnahmen in Stadien zu erhöhen.

Tausende Fan protestieren in Hamburg die geplanten Maßnahmen der Politik zur Sicherheit in den Stadien. Foto: Christian Charisius/dpa
In vielen deutschen Stadien war zuletzt massiv gegen diese Maßnahmen protestiert worden. Die Anhänger befürchten Maßnahmen wie personalisierte Eintrittskarten oder verschärfte Stadionverbote. In der kommenden Woche befasst sich die Innenministerkonferenz in Bremen mit den verschiedenen Themen.
Förderkreis: „Ganz starkes Zeichen für die Fankultur“
In einer Mitteilung sprach der Fan-Zusammenschluss des HSV von „Populismus“. „Die HSV-Fans haben heute mit der Demonstration, die deutlich größer wurde als erwartet, ein ganz starkes Zeichen für die Fankultur gesetzt. Sie haben auf beeindruckende Weise deutlich gemacht: Der Fußball ist sicher. Unser Volksparkstadion ist sicher“, hieß es dort.
In den ersten zwölf Minuten der Partie im Hamburger Volksparkstadion blieb es aufseiten beider Fanlager ruhig. In Richtung des Hamburger Innenministers Andy Grote (SPD) und der Hamburger Olympia-Bewerbung schrieben die Fans auf einem Banner in der Arena: „Wer Stadionverbote auf Verdacht will, bekommt Olympiaverbot per Referendum.“ (dpa)
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