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Kinderbetreuung

Hamburg hat bundesweit zweitwenigste Kita-Fachkräfte

Mit rund 64 Prozent hat die Hansestadt, nach Bayern mit 54,5 Prozent, die bundesweit zweitniedrigste Fachkraftquote pro Kita. (Symbolfoto)

Mit rund 64 Prozent hat die Hansestadt, nach Bayern mit 54,5 Prozent, die bundesweit zweitniedrigste Fachkraftquote pro Kita. (Symbolfoto) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Pädagogische Fachkräfte gelten als Basis für Kita-Qualität und frühkindliche Bildung. Doch in den Hamburger Kitas arbeiten besonders wenige Fachkräfte. Nun gibt es neue Zahlen.

Von dpa Dienstag, 30.09.2025, 05:05 Uhr

Gütersloh/Hamburg. In Hamburger Kitas arbeiten einer Studie zufolge weniger Fachkräfte als im deutschlandweiten Durchschnitt. Mit rund 63,9 Prozent hat die Hansestadt, nach Bayern mit 54,5 Prozent, die bundesweit zweitniedrigste Fachkraftquote pro Kita. Zum Vergleich: Der deutschlandweite Schnitt beträgt 72 Prozent. In Ostdeutschland sind es knapp 87 Prozent, in Westdeutschland 68,8 Prozent. Das ergab eine Auswertung der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh, die der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag. 

Den Angaben zufolge verzeichneten zum Stichtag 1. März 2024 nur 14 Prozent der Hamburger Kitas (ohne Horte) eine hohe Fachkraft-Quote, bei der mehr als acht von zehn pädagogisch Tätigen mindestens über einen einschlägigen Fachschulabschluss verfügen. 2017 waren es noch 20 Prozent, 2016 waren es 16 Prozent.

Wer gilt als Fachkraft mit formaler pädagogischer Qualifikation?

Einen einschlägigen Hochschul- oder Fachschulabschluss und damit die formale pädagogische Qualifikation haben laut Stiftung etwa Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Erzieher, Erziehungswissenschaftler, Kindheitspädagogen oder auch Heilpädagogen und Heilerzieher. Der Zusammenhang zwischen Fachkraftquote und Kita-Qualität sei wissenschaftlich belegt. Die Regelungen der Bundesländer, welche Berufsabschlüsse oder Qualifizierungswege für die Tätigkeit als pädagogische Fachkraft anerkannt werden, unterscheiden sich stark.

Anhaltender Kostendruck

Ein wesentlicher Treiber der Problematik sei der anhaltende Kostendruck der Kommunen. Die Stiftung fordert daher eine verlässliche Mitfinanzierung von Bund und Ländern sowie einheitliche Personalstandards. Im internationalen Vergleich liegen die Fachkraftquoten in den Einrichtungen der frühkindlichen Bildung bislang über denen in vielen anderen EU-Ländern.

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