Zähl Pixel
Tourismus

Helgoland-Saison abgesagt: Alle Schiffspassagen ab Bremerhaven gestrichen

Wird nicht mehr von der Bremerhavener Seebäderkaje fahren: die „Fair Lady“. Foto: Scheschonka

Wird nicht mehr von der Bremerhavener Seebäderkaje fahren: die „Fair Lady“. Foto: Scheschonka

Die Reederei Cassen Eils hat die Helgolandfahrten ab Bremerhaven für dieses Jahr komplett abgesagt. Die „Fair Lady“ liege noch immer im Winterlager in Cuxhaven auf, außerdem fehle Personal, um das Schiff zu besetzen, klagt Geschäftsführer Peter Eesmann.

Freitag, 08.07.2022, 08:30 Uhr

Auch in Bremerhaven ist die Enttäuschung groß, denn in guten Jahren seien mehr als 60.000 Menschen von hier nach Helgoland gefahren, sagt Dr. Ralf Meyer, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven. Im Mai hatte Cassen Eils bereits den Saisonstart kurzfristig abgesagt und als einen Grund dafür die hohen Dieselpreise angeführt. Aber in den Ferienmonaten Juli und August sollte die „Fair Lady“ ablegen. Daraus werde nun auch nichts mehr, sagt Eesmann, zu viele Faktoren seien zu schlecht, um den Betrieb aufzunehmen.

Personal und Ersatzteile fehlt

„Wir finden keine Decksleute und auch keine Ingenieure für die Maschine“, sagt er. Auch für die Gastronomie sei Personal schwer zu finden. Sechs Saisonkräfte benötige man allein für die „Fair Lady“ – „haben wir alles nicht“. In dieser Situation müsse man besonders pfleglich umgehen mit der verbliebenen Mannschaft, um sie zu halten. „Normalerweise arbeiten wir durch im Sommer“, sagt Eesmann über den Saisonbetrieb. Aber dazu seien immer weniger Beschäftigte bereit, sie verlangten auch in der Hochsaison freie Tage und Wochenenden. Darauf habe man reagieren müssen.

Hinzu kämen auch unterbrochene Lieferketten durch den Ukraine-Krieg. Er habe selbst nicht gewusst, was an Ersatzteilen für den Schiffsbetrieb alles aus der Ukraine komme, sagt Eesmann.

Saison bleibt hinter Erwartungen zurück

Die Rahmenbedingungen für den Seebäderverkehr sind ungünstig. Auch in Cuxhaven sei die Saison bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben, „die ersten zwei Ferienwochen in Nordrhein-Westfalen haben nicht das gebracht, was wir gehofft hatten“, sagt Eesmann. Die Touristen sparten offenbar auch im Urlaub.

Touristisch sei die Entscheidung höchst bedauerlich, sagt Meyer. Coronabedingt sei die Seebäder-Saison bereits zwei Sommer ausgefallen. „Wir hoffen nun fest aufs nächste Jahr“, sagt er. „Unbedingt“ wolle man 2023 wieder fahren, verspricht Eesmann. Bremerhaven bleibe fester Bestandteil des Seebäderverkehrs.

Der Seebäderverkehr von Bremerhaven nach Helgoland hat eine lange Tradition: 1837 legte das erste Dampfschiff nach Norderney und Helgoland ab. (bro/san)

 

 

Weitere Artikel

Deutsche „Hondius“-Passagiere in Niederlanden gelandet

Vier deutsche Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs sind mit einem Evakuierungsflug in den Niederlanden angekommen. Das von der Kanaren-Insel Teneriffa kommende Flugzeug mit insgesamt 26 Passagieren und Crewmitgliedern der „Hondius“ (...).

Von Virusausbruch betroffenes Schiff in Teneriffa angekommen

Das von einem Ausbruch des Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff ist Live-Aufnahmen des spanischen Fernsehens zufolge in den Hafen Granadilla der Insel Teneriffa eingefahren. Von hier aus sollen die Menschen an Bord der „Hondius“, darunter mehrere Deutsche, unter strengen (...).

Schlepper tanzen wieder beim Hafengeburtstag

Pirouetten, Farbspektakel und Musik: Zum Höhepunkt des Hafengeburtstags tanzen tonnenschwere Schlepper wieder Ballett auf der Elbe. Auch am Abend geht die Feier weiter – mitsamt Weltrekordversuch.
Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.