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Keine Großbrände: Trotzdem viele Einsätze für die Feuerwehr Nordkehdingen

Ein Einsatz von vielen für die Nordkehdinger Ortswehren in 2025: Mitte November suchten die Retter gemeinsam mit Einsatzkräften der DLRG nach einer Person in der Elbe.

Ein Einsatz von vielen für die Nordkehdinger Ortswehren in 2025: Mitte November suchten die Retter gemeinsam mit Einsatzkräften der DLRG nach einer Person in der Elbe. Foto: Feuerwehr

Zur Jahreshauptversammlung trafen sich alle sechs Ortsfeuerwehren Nordkehdingens. Doch ums Löschen ging es im vergangenen Jahr weniger.

Von Redaktion Donnerstag, 26.03.2026, 05:50 Uhr

Nordkehdingen. Etwa 120 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen kamen im Gasthaus Sieb im Wolfsbruchermoor zusammen; eine beachtliche Zahl bei 191 aktiven Mitgliedern. Sven Nemitz stellte die Jahresstatistik vor. „Große Brandeinsätze blieben in diesem Jahr aus“, so der Gemeindebrandmeister.

Das Engagement ist dennoch beachtlich: Im gesamten Jahr leisteten die Feuerwehren 141 Einsätze. Inklusive den Dienstabenden und Ausbildungsstunden kommt die Statistik auf eine Gesamtstundenzahl von 10.289; umgelegt auf die Aktiven sind das 66 Stunden pro Mann oder Frau.

Letztere sind noch deutlich unterrepräsentiert: Nur 18 Helferinnen sind dabei.

Statt Großbrände zu löschen, hatten die Nordkehdinger Helfer hauptsächlich mit AED-Einsätzen (Automatisierter Externer Defibrillator) zu tun: 2025 wurden sie zu 31 Einsätzen gerufen. Gemeindebrandmeister Nemitz machte deutlich, dass diese Einsätze keine Pflichtaufgabe der Feuerwehr seien.

Auch gab es Rettungseinsätze auf der Elbe: Im Herbst vergangenen Jahres beschäftigte die Krummendeicher Feuerwehr ein Bagger, der bis zum Drehkranz im Schlick versunken war. Mit Ölsperren, die verhinderten, dass Maschinenöl in die Elbe gespült wurde, Spezialgeräten und mithilfe zweier Tiden - von Freitag bis Samstagnachmittag - konnte das Baufahrzeug schließlich befreit werden.

Vergebliche Suche nach Personen in der Elbe

Zweimal rückten die Nordkehdinger Wehren Ende des Jahres aus, weil Personen in der Elbe gemeldet wurden. Die Einsätze seien sehr schwierig gewesen, so Sven Nemitz, da die beiden Suchaktionen am späten Abend stattfanden.

In einem Fall sei ein Blinklicht von einem Helm gesichtet worden, beim zweiten sei angeblich eine im Wasser treibende Person gesichtet worden. Bei der ersten Suchaktion wurde auch ein Militärhubschrauber mit Wärmebildkamera eingesetzt. 120 Helfer seien unterwegs gewesen, auch Aktive der DLRG.

Bei der zweiten Suche etwa vier Wochen später waren fast 40 Aktive im Einsatz. Beide Aktionen wurden schließlich erfolglos abgebrochen. Beide Male sei aber auch niemand später aufgetaucht, so Egon Viehmann, Pressesprecher der Nordkehdinger Feuerwehr und Erster Hauptlöschmeister.

Feuerwehrbedarfsplan wird verlässlich abgearbeitet

Solche Einsätze unter widrigen Bedingungen funktionieren nur gut, wenn Feuerwehren gut ausgestattet sind. Die Nordkehdinger haben das selbst in der Hand: Denn den Feuerwehrbedarfsplan haben die Ehrenamtlichen im engen Austausch mit der Verwaltung selbst geschrieben.

Für die Ortswehren Wischhafen und Oederquart sind jeweils ein neuer Einsatzleitwagen (ELW) bestellt. Die Lieferung soll noch dieses Jahr im Juli oder August folgen. Auch für die Ortswehr Freiburg laufen die ersten Sondierungsgespräche für einen neuen ELW.

Samtgemeindebürgermeisterin Erika Hatecke gratuliert Egon Viehmann zur Beförderung zum 1. Hauptlöschmeister.

Samtgemeindebürgermeisterin Erika Hatecke gratuliert Egon Viehmann zur Beförderung zum 1. Hauptlöschmeister. Foto: Braun

Die Ortswehr Hörne übernahm kurz vor Weihnachten ein neues Fahrzeug. Die Baljer Ortswehr sparte durch Eigenleistung am neuen Gerätehaus und kann so ein gebrauchtes Fahrzeug kaufen. Außerdem sind die Planungen für ein neues Gerätehaus in Krummendeich angestoßen worden.

Geehrt für 50-jährige Mitgliedschaft: Heinz Tiedemann, Andreas Kohrs und Harry Stobbe (von links, es fehlt Richard Holthusen).

Geehrt für 50-jährige Mitgliedschaft: Heinz Tiedemann, Andreas Kohrs und Harry Stobbe (von links, es fehlt Richard Holthusen).

Als weiteren Kostenfaktor nannte Sven Nemitz die neuen Uniformen und die Umstellung auf die neuen Dienstgrade. Mit insgesamt 8000 Euro schlägt das zu Buche. „Das Geld könnte man auch für andere Dinge ausgeben“, meinte er.

Thorsten Borowski (li.) wird von Kreisbrandmeister Henning Klensang für 40jährige Mitgliedschaft geehrt.

Thorsten Borowski (li.) wird von Kreisbrandmeister Henning Klensang für 40jährige Mitgliedschaft geehrt. Foto: Stefan Braun

Erster Platz bei den Kreiswettkämpfen

Am Ende der Versammlung wurde das langjährige Engagement der ehrenamtlichen Feuerwehr mit mehreren Ehrungen belohnt. Außerdem hat die Wettkampfgruppe der Feuerwehr Wischhafen bei den Kreiswettkämpfen den 1. Platz mit 100 Prozent erreicht. Hierfür zeichnete Kreisbrandmeister Henning Klensang die Aktiven mit der Leistungsspange in Bronze aus. Der Nachwuchs hat sich bereits auf den Weg gemacht: In der Kinderfeuerwehr gibt es 17 und in der Jugendfeuerwehr 27 aktive Mitglieder. (sh)

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