Kita-Eltern fordern: Corona-Testpflicht auf ganze Familie ausweiten
Auf dem Weg in die Kita: Ab 15. Februar gibt es auch in Kitas eine Corona-Testpflicht für die Kinder. Foto: dpa
An den niedersächsischen Kitas sollte aus Sicht der Landeselternvertretung (LEV) neben den Kindern auch deren Umfeld künftig auf Corona getestet werden. Bereits jetzt sind zahlreiche Gruppen wegen der Omikron-Welle geschlossen.
„Die ganze Einrichtung muss sich testen, nicht nur die Kinder, auch die Erwachsenen“, sagte die LEV-Vorsitzende Christine Heymann-Splinter am Donnerstag. Sie verwies auf Pläne aus Schleswig-Holstein, wo die Landesregierung erwägt, für die Eltern von Kita-Kindern eine Testpflicht einzuführen. Wenn ein Kind den Test verweigere, sei das eine gute Alternative.
„Grundsätzlich sind wir für das Testen“, sagte Heymann-Splinter. Die Testkits müssten aber kindgerecht sein. „Teilweise sind die Wattestäbchen so groß, dass sie nicht in die Nase passen.“ Gerade bei kleinen Krippenkindern, die das Prozedere nur ungern über sich ergehen lassen, sei das Testen daher oft schwierig.
Kita-Eltern: Auch Erzieher und Familien auf Corona testen
Trotzdem wünschten sich auch viele Eltern von Krippenkindern unter drei Jahren Testmöglichkeiten, sagte Heymann-Splinter. Für diese Altersgruppe stellt das Land bisher keine Tests zur Verfügung, auch nicht auf freiwilliger Basis. Die betreuten Kinder ab drei Jahren müssen dagegen vom 15. Februar an drei Mal pro Woche getestet werden.
In Niedersachsen sind aktuell laut Kultusministerium 410 Kita-Gruppen wegen Corona-Fällen geschlossen. Demnach sind 44 Kindertagesstätten komplett und 180 weitere teilweise geschlossen. Landesweit gibt es 5700 Kitas.
Für rund 700 Kinder im Vorschulalter wurden am Mittwochmorgen Infektionen gemeldet, hinzu kamen 360 Ansteckungen bei den Fachkräften. Erfasst werden dabei nur Positivfälle aus Gruppen, die geschlossen wurden. Infizierte Kinder oder Beschäftigte, deren Ansteckung nicht zu einer Schließung von Gruppen führt, werden von den Einrichtungen und Trägern nicht an das Landesjugendamt gemeldet.
Landkreis Stade: Landrat Kai Seefried fordert Aufhebung der Präsenzpflicht an Schulen
Auch an den Schulen grassiert die Omikron-Welle. An den niedersächsischen Schulen stieg die Zahl der aktuell infizierten Schülerinnen und Schüler auf 9070. Anfang vergangener Woche hatte es erst 2800 Fälle gegeben. Beim Schulpersonal wurden rund 750 aktuelle PCR-bestätigte Ansteckungen gemeldet (17. Januar: 310).
Zwei Grundschulen sind vollständig im Distanzlernen. An 31 weiteren Schulen sind einzelne Klassen oder Jahrgänge im Distanzunterricht.
Im Landkreis Stade forderte Landrat Kai Seefried jüngst eine Aussetzung der Präsenzpflicht.
Trotz steigender Infektionszahlen: Kitas so lange offen halten wie möglich
Den grundsätzlichen Kurs der Landesregierung, die Kitas so lange wie möglich offen zu halten, hält die Elternvertretung dabei trotz zahlreicher Corona-Infektionen bei Kindern für richtig. Als im Herbst das RS-Virus, ein Erkältungserreger, in den Kitas umgegangen sei, habe schließlich auch niemand die Schließung gefordert. Um den Schutz zu erhöhen, seien aber neben umfassenden Tests auch Luftfilteranlagen für die Kindertagesstätten wünschenswert, sagte Heymann-Splinter. (dpa/tip)