Zähl Pixel
Wichtiges Treffen

Neuer Feiertag für Niedersachsen? – So geht es jetzt weiter

Der 8. März fällt in diesem Jahr ohnehin auf einen Sonntag.

Der 8. März fällt in diesem Jahr ohnehin auf einen Sonntag. Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa

In keinem anderen Bundesland gibt es weniger gesetzliche Feiertage als in Niedersachsen. Das soll sich ändern.

Von Redaktion, dpa Mittwoch, 04.03.2026, 06:00 Uhr

Hannover. Niedersachsen soll mit dem internationalen Frauentag nach Meinung verschiedener Verbände einen weiteren Feiertag erhalten. Unter anderem die Gewerkschaft Verdi und der Landesfrauenrat erneuerten dazu ihre Forderung nach einem zusätzlichen arbeitsfreien Tag am 8. März (in diesem Jahr im Übrigen ein Sonntag).

Eine Online-Petition der Gewerkschaft Verdi zur Einführung des Feiertags hatten mehr als 7.000 Menschen unterzeichnet. Erforderlich waren mindestens 5.000 Unterschriften, damit der Landtagsausschuss sich mit dem Anliegen befasst. Bisher ist der Frauentag nur in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ein Feiertag.

Rot-Grün versprach Prüfung

Im November 2025 entschied der Niedersächsische Landtag, das Anliegen der Einführung an das Innenministerium zur Prüfung zu übergeben. Am 12. März startet nun das beschlossene Prüfverfahren mit einem Runden Tisch beim Innenministerium. „Wir erwarten eine zügige Prüfung mit einem positiven Ausgang für die Einführung des 8. März als gesetzlichen Feiertag in Niedersachsen“ so Ute Gottschaar, stellvertretende Landesleiterin von Verdi.

Eine Vertreterin des Innenministeriums gab hingegen zu bedenken, es sei fraglich, ob die Ziele zur Geschlechtergerechtigkeit mit einem neuen Feiertag zu erreichen seien. Zudem könnten die aktuellen Krisen und Fachkräftemangel gegen eine Einführung sprechen.

Im Koalitionsvertrag hatten SPD und Grüne erklärt, sie wollten „prüfen, ob wir einen weiteren weltlichen, gesetzlichen Feiertag einführen“. Als Beispiele nannten sie neben dem 8. März den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai.

Niedersachsenmetall für Streichung eines Feiertags

Die Verbände begründeten ihre Forderung unter anderem mit einer aus ihrer Sicht weiterhin fehlenden Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen, der unfairen Verteilung von Sorgearbeit oder ungleicher Bezahlung im Beruf.

Ein neuer Feiertag ist laut den Verbänden mehr als Symbolpolitik und schaffe unter anderem Raum für eine gesellschaftliche Debatte.

Den Einwand, ein neuer Feiertag könne der Wirtschaft schaden, ließen die Gewerkschafterinnen mit Verweis auf die südlichen Bundesländer mit mehr Feiertagen nicht gelten. In Niedersachsen gibt es bisher zehn Feiertage - weniger sind es in keinem Bundesland, neun Länder haben mehr. In Teilen Bayerns gibt es ganze 13 Feiertage, in der Stadt Augsburg sind es sogar 14 Feiertage.

Der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall kritisierte den Vorstoß als realitätsfern. „Es geht darum, unsere Wirtschaft in Schwung zu bringen und nicht noch weiter zu sedieren. Insofern wäre die Streichung eines Feiertags das richtige Signal – so, wie es unser Nachbar Dänemark auch gemacht hat, um seine Verteidigungsausgaben zu finanzieren“, sagte Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt.

Care-Arbeit sichtbar machen

Neun Feiertage sind in allen 16 Bundesländern einheitlich geregelt: Neujahrstag, Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, 1. Mai, Tag der Deutschen Einheit, erster und zweiter Weihnachtsfeiertag. Zusätzlich gibt es Tage, die nur in einigen Bundesländern per Gesetz freigestellt sind.

„Frauen verbringen fast doppelt so viel Zeit wie Männer mit der unbezahlten Betreuung und Pflege von Angehörigen. Diese strukturelle Benachteiligung gilt es, sichtbar zu machen“, sagte die Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsen, Kerstin Tack. Frauen könnten dadurch weniger am Berufsleben teilnehmen. Auch deshalb seien sie mehr als Männer von Altersarmut betroffen, mahnte der Vorstandsvorsitzende des Sozialverbandes Deutschland in Niedersachsen, Dirk Swinke.

Die Vorsitzende des Landesfrauenrates Niedersachsen, Barbara Hartung, sagte: „Frauen stellen die Hälfte der Gesellschaft – sie müssen auch die Hälfte der Macht und der Verantwortung tragen.“ (dpa/tip)

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel