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Millioneninvestition

TKreis plant drei neue Rettungswachen in zwei Jahren

Ein Rettungswagen ist mit Blaulicht im Einsatz (Symbolbild). Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Ein Rettungswagen ist mit Blaulicht im Einsatz (Symbolbild). Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Im Gewerbegebiet an der Landesstraße 125 in Guderhandviertel wird 2022 kräftig gebaut: Nicht nur ein Obstverpackungsbetrieb entsteht, auch eine neue Rettungswache soll errichtet werden. Zwei weitere sollen im Landkreis folgen.

Freitag, 17.12.2021, 08:00 Uhr

Zwei Millionen Euro investiert der Landkreis Stade in das Gebäude mit zwei Stellplätzen. 2016/17 hatte ein Bedarfsgutachten zu einer Verlagerung der Rettungswachenstandorte geführt: Die Horneburger Wache soll nach Guderhandviertel verlegt werden, die Bargstedter ins Harsefelder Gewerbegebiet Im Sande und die Drochterser Rettungswache aus der Ortsmitte ins Gewerbegebiet Aschhorner Straße.

Der Landkreis will drei baugleiche Gebäude im Wert von jeweils zwei Millionen Euro errichten. Zwei Rettungswagenstellplätze, Aufenthalts- und Schlafräume sowie Sanitär- und Lagerräume gehören zum Konzept, das nun den Mitgliedern des Feuerschutzausschusses des Kreistages vorgestellt wurde.

Ökologisch mit Gründach

Die Grundfläche beträgt 456 Quadratmeter; zur ökologischen Aufwertung sind Wärmepumpe und Fotovoltaik mit Energiespeicher sowie ein Gründach vorgesehen. Der Energieverbrauch werde in der Dimension eines großen Einfamilienhauses liegen, sagte Planerin Petra Schlichting aus dem Baudezernat des Landkreises. Die Gebäude sollen in Massivbauweise mit einem regional üblichen Klinker errichtet werden. Sie sollen Flachdächer bekommen, sagte Schlichting auf Nachfrage von CDU-Politiker Rolf Suhr.

Die Bauzeit soll rund neun Monate betragen, alle drei Gebäude sollen ab dem kommenden Jahr errichtet werden. Die Fertigstellung soll spätestens 2023 erfolgen – abhängig davon, wann der Landkreis sich selbst die Baugenehmigungen erteilt und damit die Arbeiten starten können. Alle Rohbauten sollen durch ein Unternehmen ausgeführt werden, die übrigen Gewerke im Innenausbau von Elektro bis Sanitär sollen einzeln ausgeschrieben werden.

Planung europaweit ausgeschrieben

Die Planung musste bereits europaweit ausgeschrieben werden, den Zuschlag bekam das Planungsbüro Bolte + Schramm aus Nordenham. Grundlage der Planung ist eine DIN-Norm. Diese beinhaltet unter anderem nach Geschlechtern getrennte Umkleiden; aktuell sind laut Rettungsdienst-Dienstleister DRK zwei Drittel der Mitarbeiter männlich und ein Drittel weiblich. Vorgesehen werde auch eine Ladevorrichtung für Elektrofahrzeuge, erklärte Schlichting auf Nachfrage des Grünen-Politikers Dr. Axel Kleindienst. Auch eine Abgasabsauganlage in der Fahrzeughalle werde installiert.

Eine Rettungswache mit zwei Stellplätzen soll in Guderhandviertel gebaut werden. Skizze: Landkreis

Eine Rettungswache mit zwei Stellplätzen soll in Guderhandviertel gebaut werden. Skizze: Landkreis

Die Kosten für den Neubau werden über 90 Jahre abgeschrieben. Die Krankenkassen sollen zur Refinanzierung herangezogen werden, erläuterte Landkreis-Dezernentin Nicole Streitz auf Nachfrage von Suhr. Dazu seien die Kassen nach dem Rettungsdienstgesetz verpflichtet. „Ich rechne da nicht mit Widerstand – zumindest nicht mit allzu großem“, sagte Streitz schmunzelnd – mit Blick auf die regelmäßigen Auseinandersetzungen rund um die Übernahme der Rettungsdienst-Kosten. Die Gesetzeslage sei eindeutig.

„Wir haben für alle drei Grundstücke Planungsrecht“, sagte Kreisbaurätin Madeleine Pönitz. Die Bebauungspläne seien entsprechend geändert worden oder hätten bereits von Anfang an den Bau einer Rettungswache ermöglicht. Im Harsefelder Gewerbegebiet Im Sande soll der Kompostierplatz in der Nachbarschaft verlegt werden, erklärte Kreisbaurätin Madeleine Pönitz auf TAGEBLATT-Nachfrage. Dieser hatte immer wieder zu einem Verkehrschaos geführt.

Tempo 100 vor neuer Wache

Noch keine Aussage gab es zu der Verkehrsproblematik in Guderhandviertel. Im Bereich des Grundstücks für die Rettungswache gilt auf der Landesstraße 125 Tempo 100. „Als Bürgermeister und Feuerwehrmann“ wünscht sich Guderhandviertels Bürgermeister Marco Hartlef (CDU) eine Verschiebung des Ortseingangsschildes in Richtung Dollern und ein damit verbundenes Tempo-Limit von 50 Stundenkilometern.

Außerdem soll an der Zufahrt eine Ampelanlage installiert werden, damit Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge sicher auf die Landesstraße einbiegen können. Bisher gibt es nur eine provisorische Ausfahrt mit Schlagbaum. In dem Gewerbegebiet befindet sich auch das neue Feuerwehrhaus.

Die Rettungswache in Horneburg : Das Gebäude ist zu eng, eine große Garage fehlt. Fotos: Beneke

Die Rettungswache in Horneburg : Das Gebäude ist zu eng, eine große Garage fehlt. Fotos: Beneke

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