TLandkreis weitet Impfangebot aus – Termine für Kinderimpfungen stehen fest
Ein Kinderarzt in Leipzig impft ein 7-jähriges Mädchen gegen das Covid19-Virus. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Gegen die Impfmüdigkeit: Der Landkreis Stade wird in den kommenden Wochen seine Impf-Anstrengungen weiter verstärken. Eine neue Impfstation ist in Stade geplant, es soll längere Öffnungszeiten geben und die Kinderimpfungen nehmen Fahrt auf.
Die Corona-Lage im Landkreis Stade ist angespannt. Der Inzidenzwert schießt in die Höhe, liegt jetzt bei fast 500, weil sich täglich mehr als 200 Menschen mit dem Virus anstecken. Noch ist die Lage an den Elbe Kliniken überschaubar. Das alles spricht dafür, dass die Omikron-Variante zwar hoch ansteckend ist, aber zu nicht so schweren gesundheitlichen Folgen führt wie die vorherige Delta-Variante.
Um die Pandemie einzudämmen, will der Landkreis noch mehr Angebote zum Impfen vorhalten.
Impfkampagne im Landkreis Stade: Neue Impfstation im Altländer Viertel
Der Landkreis Stade hat in relativ kurzer Zeit Impfstationen an elf Standorten eingerichtet. Sie bieten regelmäßig und verlässlich an bestimmten Wochentagen die Seren an. Der Landkreis Stade, so Landrat Kai Seefried, gelte als positives Beispiel in Niedersachsen. „Wir wollen möglichst nah dran sein an den Menschen“, sagt er. Deswegen werde in den beiden Städten sowie in jeder Samt- und Einheitsgemeinde eine Impfstation vorgehalten.
Geplant ist, in Stade im Altländer Viertel einen weiteren Standort aufzubauen. Zudem soll in Apensen und Jork in Zukunft nicht alle zwei Wochen, sondern jede Woche an einem Tag geimpft werden.
Kinderimpfungen: Die Termine in Stade und Buxtehude stehen fest
Ganz neu wird für Eltern die Möglichkeit sein, ihre Kinder impfen zu lassen. Ab Freitag kommender Woche, 28. Januar, steht ein Team für 5- bis 11-Jährige bereit im Stadeum. Freitags immer ab 13 Uhr sind die Jüngeren dran. An den darauf folgenden Freitagen, 4. und 11. Februar, jeweils im Kulturforum in Buxtehude, am 18. Februar dann wieder im Stadeum.
Für die ersten beiden Kinder-Impftage können Termine für eine Erstimpfung ab Mittwochnachmittag über die Webseite www.impfportal-niedersachsen.de gebucht werden. Den Termin für den zweiten Piks erhalten die Eltern dann während des ersten Termins.
50 Kräfte unterstützen die mobilen Impfteams im Kreis
Der Landkreis arbeitet dabei mit Kinderärzten zusammen, die Eltern und Kinder aufklären und impfen. Zudem soll eine kinderfreundliche Atmosphäre geschaffen werden an den Standorten im Stadeum und im Buxtehuder Kulturforum, zum Beispiel mit einem Kinderkino. Bis zu 100 Impfungen sind pro Tag geplant. Seefried will das Angebot als Ergänzung zu den Aktivitäten der Kinderärzte eingeordnet wissen.
Beke Cordes vom DRK-Kreisverband Stade ist eigentlich für den Einsatz der ambulanten Pflegekräfte zuständig. Seit Wochen ist sie damit beschäftigt, die Impfkampagne im Landkreis zu organisieren. 50 Köpfe zählen zu ihrem mobilen Impfteam, viele mit medizinischer Ausbildung, die an den verschiedenen Standorten eingesetzt werden.
Beke Cordes vom DRK organisiert die Impfaktion im Landkreis. Foto: Strüning
3700 Impfungen pro Woche: Impftempo im Landkreis lässt nach
Am Dienstag zum Beispiel sind Stade und Horneburg an der Reihe, am Freitag Buxtehude. Im Stadeum sind an einem Dienstag zehn Leute, darunter zwei Ärzte, damit beschäftigt, etwa 250 Menschen zu impfen. Die Teams stellt Beke Cordes zusammen. Sie verimpfen zurzeit die mRNA-Stoffe von Moderna und Biontech.
Seit dem Start der Kampagne Ende Oktober sind knapp 17.000 Impfungen gesetzt worden. Bis zu 5000 Impfungen könnten die mobilen Teams pro Woche verabreichen, derzeit werden aber nur 3700 abgerufen.
Impfkampagne läuft bis Ende 2022 – Finanzierung gesichert
Der Auftrag des Landes an den Kreis ist eindeutig: Bis Ende des Jahres soll die Impfkampagne laufen. Land und Bund zahlen die Kosten, auch wenn Seefried davon ausgeht, dass auch einiges beim Landkreis hängen bleibt. Die Politik hat ihm dafür grünes Licht gegeben. Steuergelder sind es allemal. Der Landkreis hat mit der Umsetzung das DRK beauftragt. Seefried geht davon aus, dass die Infrastruktur erhalten bleibt: „Wir bauen nicht ab.“ Er erwartet für das frühe Frühjahr und den späten Sommer weitere Impfwellen.
An den Impfstationen flutsche es. „Es läuft gut und geht schnell“, sagt Seefried. Dank der Terminvergabe gebe es keine Staus, sagt Beke Cordes, obwohl gerade das Stadeum als zentrale Anlaufstelle gut ausgelastet sei.
Freie Angebote ohne Terminvergabe am Abend geplant
Susanne Brahmst, Sozialdezernentin beim Landkreis, wirft einen Blick in die Zukunft. Dann sollen die mobilen Impfteams freie Angebote machen, die sich in die Abendstunden hineinziehen, für spontane Besuche nach Feierabend, ohne vorher einen Termin gebucht haben zu müssen. Die Hoffnung: Dass mehr Menschen sich zur Erstimpfung durchringen, denn diese Quote der Nachzügler ist weiterhin relativ gering.
Viele holen sich den Booster ab, also die dritte Impfung. Eine dritte Impfung ist auch für Menschen Pflicht, die ursprünglich mit dem Johnson-&-Johnson-Vakzin geimpft wurden, wenn sie als geboostert gelten wollen, sagt Dr. Ilka Hedicke, Chefin des Gesundheitsamtes beim Landkreis.
Corona-Fälle: Keine Hochburgen im Landkreis zu erkennen
Im Landkreis und in den Städten gebe es keine Hochburgen bei den Infektionen, sagt sie. Dazu gehöre auch nicht das Altländer Viertel, sagt Stades Bürgermeister Sönke Hartlef. Unklar ist auch, wo sich die Menschen hauptsächlich anstecken. Häufig seien sie unvorsichtig, halten nicht genug Abstand, tragen keine Masken, lüften nicht. Das sei vor allem bei privaten Treffen der Fall.
Auf Vernunft setzt auch Seefried, der an alle Menschen appelliert, sich angesichts des „dramatischen Infektionsgeschehens“ impfen zu lassen. Es mangele nicht an Impfstoff und Gelegenheiten. Seefried: „Wer sich heute beim Impfportal anmeldet, kann schon morgen einen Termin bekommen.“
Weitere Infos im Internet unter: www.landkreis-stade.de/impfen
Eine junge Frau erhält den Piks in den linken Oberarm. Der Landkreis Stade will seine Impfkampagne ausweiten. Foto: Charisius/dpa