Landrat Seefried fordert Aufhebung der Präsenzpflicht an Schulen
Schülerinnen und Schüler einer Grundschule sitzen mit Abstand in ihrem Klassenraum. Foto: Marcel Kusch/dpa
Die Lage an den Schulen ist kritisch. Überall gibt es die Infektionen bei den Kindern und Jugendlichen und beim Personal und den Lehrenden. Der Landrat fordert Konsequenzen. Seiner Meinung sind aber nicht alle.
Das Kultusministerium entscheidet, wie es an den Schulen weitergehen soll. Aber: „Wir sehen hier eine dramatische Entwicklung“, sagt Kai Seefried. Grundsätzlich unterstützt er das Ziel, den Präsenzunterricht zu sichern. Es stelle sich aber die Frage, wie lange dies aufrecht zu halten sei. Seefried: „Ich würde mir wünschen, dass das Land die Präsenzpflicht für die Schüler sofort aufhebt.“ Um die Koordination zu verbessern, plant der Kreis für die kommende Woche eine Videokonferenz mit den Trägern der Schulen und der Kindertagesstätten.
Kultusminister setzt auf Vertretungen
Der niedersächsiche Kultusminister Grant Hendrik Tonne hatte mit einer Handreichung, die vor zehn Tagen an die rund 3000 Schulen in Niedersachsen ging, klar gemacht, wie auch bei angespannter Personallage so viel Präsenzunterricht wie möglich angeboten werden kann. Bevor es in den Wechselunterricht oder gar in das komplette Distanzlernen geht, seien Umschichtungen und Vertretungsmöglichkeiten voll auszuschöpfen.
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Auch die Schulleiterinnen und Schulleiter im Landkreis befürworten die Präsenzpflicht - trotz der angespannten Corona-Lage. „Kinder brauchen klare Strukturen und Verlässlichkeit, und im Klassenverband unterrichtet zu werden, ist für sie das Beste", sagt etwa Heike Welle, Leiterin der Grundschule am Rotkäppchenweg in Buxtehude. So sehen es auch die Elternvertreter. „Die Kinder haben in den letzten zwei Jahren so viel versäumt, ohne Präsenzunterricht geht es nicht“, sagt Daniela Viets-Peters, die stellvertretende Vorsitzende des Kreiselternrats.
Linke in Hamburg fordert Aufhebung der Präsenzpflicht
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sagte mit Blick auf den Schulunterricht, es gebe derzeit keinen Anlass, entsprechende Überlegungen anzustellen wie Berlin. In der Hauptstadt wird von Dienstag an die Präsenzpflicht an Schulen vorläufig ausgesetzt.
In Hamburg hat die Bürgerschaftsfraktion der Linken die Aufhebung der Präsenzpflicht an den Schulen gefordert. "Das starre Festhalten an der Präsenzpflicht an den Schulen ist zu einem Zwang zur Infektion geworden", sagte die schulpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Boeddinghaus. (kw/ari/dpa)