Zähl Pixel
Landwirtschaft

TMaschinenring Stade wird 60 Jahre und feiert mit Festakt

1962 wurde der Maschinenring Stade ursprünglich als reiner Vermittler von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten gegründet. Archivfoto: Christiansen

1962 wurde der Maschinenring Stade ursprünglich als reiner Vermittler von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten gegründet. Archivfoto: Christiansen

Besondere Anlässe dürfen gefeiert werden: Deshalb treffen sich die Mitglieder und Geschäftspartner des Maschinenrings Stade an diesem Freitag zu einem Festakt mit anschließender Party. 

Von Peter von Allwörden Freitag, 10.06.2022, 08:30 Uhr

Der von Landwirten getragene Verein des Maschinenrings Stade (MR) wird 60 Jahre alt, gleichzeitig feiert Geschäftsführer Ole Christiansen sein zehnjähriges Jubiläum. Der Maschinenring bietet als Unternehmen heute eine ganze Palette von Dienstleistungen an. 1962 wurde er ursprünglich als reiner Vermittler von Maschinen und Geräten, die die Landwirte gemeinsam finanzierten und nutzten, gegründet. Später gab es die ersten Lohnunternehmer, deren Leistungen der MR bis heute vermittelt.

In diesem ursprünglichen Kerngeschäft kann der Maschinenring nicht mehr an Umsatz zulegen. Hier ist sogar wegen des anhaltenden Strukturwandels in der Landwirtschaft mit immer mehr Betriebsaufgaben eher ein Rückgang zu verzeichnen.

Vor diesem Hintergrund sucht sich der Maschinenring zunehmend weitere Geschäftsfelder, die er überwiegend über eine eigenen Firma, die Maschinenring Stade Agrar-Service GmbH, abwickelt. Das Portfolio reicht vom Winterdienst, der für Verbrauchermärkte oder andere Geschäftskunden angeboten wird, über Grün- und Grauflächenpflege bis hin zu Baumfällungen auf Gewerbe- und Privatgrundstücken und Baufeldräumungen.

Was der Maschinenring Stade seinen Mitgliedern bietet

Andere Angebote sind auf die Landwirte zugeschnitten. So betreibt der Maschinenring etwa eine Nährstoffbörse. Betriebe, die für den Gülleanfall nicht ausreichend Flächen haben, geben sie an diejenigen mit Bedarf an Nährstoffen ab. Der MR vermittelt. Ähnlich ist das Prinzip bei der Futtermittelbörse. Es wird Grassilage, Heu oder Mais vermittelt. Folge: kurze Wege und dadurch Vermeidung von langen klimaschädigenden Transporten.

Zum Serviceangebot gehört auch die Betriebshilfe, die im Falle der Erkrankung eines Landwirts vom Sozialversicherungsträger bezahlt wird. Die Nachfrage sei deutlich höher als ihr Angebot, sagt Christiansen. Sechs festangestellte Betriebshelfer beschäftigt er.

Das Team des Maschinenrings vor dem Bliedersdorfer Büro (von links): Elke Sievers, Birte Albert, Jan-Hinnerk von Essen, Ole Christiansen, Versicherungsexperte Julius Stepbach und Nicole Thomfohrde. Foto: von Allwörden

Das Team des Maschinenrings vor dem Bliedersdorfer Büro (von links): Elke Sievers, Birte Albert, Jan-Hinnerk von Essen, Ole Christiansen, Versicherungsexperte Julius Stepbach und Nicole Thomfohrde. Foto: von Allwörden

Zur 60-jährigen Geschichte des Maschinenrings Stade

1962 taten sich die Landwirte Günter Wiegers und Hermann Vollmers (beide aus Beckdorf) zusammen und gründeten mit dem damaligen Beratungsringleiter Gerd Nowak eine Gemeinschaft für maschinelle Zusammenarbeit – die Geburtsstunde des heutigen Maschinenrings Stade. Schon im ersten Jahr waren 98 Landwirte dabei. Es wurde ein Umsatz von 39.000 Euro erzielt.

1970 schließlich wurde diese Gemeinschaft in Maschinenring Stade umgetauft. Günter Wiegers wurde zum Geschäftsführer bestellt und Ernst Dammann erster Vorsitzender. Dammann ging übrigens europaweit als „Mister Maschinenring“ in die Geschichte ein. 1984 wurde er Bundesvorsitzender der Maschinenringe und 1992 sogar Präsident aller Maschinenringe Europas.

Die Gründungswelle der Maschinenringe begann 1958 in Bayern, das heute noch als Hochburg dieser Zusammenschlüsse gilt. Dr. Erich Geiersberger, damals Leiter des bayerischen Landfunks, hatte die Gründung dieser ersten Maschinenringe mit dem Slogan „Die dritte Bauernbefreiung“ propagiert und forciert.

Maschinenring im Landkreis Stade setzt 8 Millionen Euro um

Nicht ohne Stolz verweist Ole Christiansen auf die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre, seitdem er die Führung als junger Agraringenieur übernommen hat. Die Mitgliederzahl ist von 550 auf 750 gestiegen, und mit den Dienstleistungen der Maschinenring Stade Agrar-Service GmbH wird mittlerweile ein Umsatz von rund 2,8 Millionen Euro generiert. 2012 waren es gerade einmal 280 000 Euro. Der Maschinenring als Verein setzt momentan rund 8 Millionen Euro um.

Neben Geschäftsführer Ole Christiansen arbeiten dort mit Jan-Hinnerk von Essen und Birte Albert zwei weitere Agraringenieure, die sich um die landwirtschaftlichen und gewerblichen Belange kümmern. Elke Sievers und Nicole Thomfohrde arbeiten als Bürokauffrauen im Bliedersdorfer Büro und Julius Stepbach als Versicherungsexperte.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel