Muslic, Dzeko, Baumann: Schalkes Erfolgsfaktoren
Schalke kann an diesem Samstag den Aufstieg perfekt machen. (Archivbild) Foto: Swen Pförtner/dpa
Vom Fast-Absteiger zum Spitzenreiter: Schalke kann am Samstag aufsteigen. Fünf zentrale Säulen des Revierclubs.
Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 steht kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga. Mit einem Sieg an diesem Samstag gegen Fortuna Düsseldorf (20.30 Uhr/Nitro und Sky) können die Gelsenkirchener die Rückkehr in die Erstklassigkeit schon am drittletzten Spieltag perfekt machen. Noch in der vergangenen Saison drohte der Absturz in die 3. Liga. Das sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren beim Revierclub:
Frank Baumann

Traf viele richtige Entscheidungen für Schalke: Frank Baumann (Archivbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Vor gut einem Jahr gab Schalke die Verpflichtung des früheren Nationalspielers und langjährigen Sportchefs von Werder Bremen als Sportvorstand bekannt. Baumann wirkte entscheidend an der Verpflichtung von Trainer Miron Muslic mit und traf kluge Kaderentscheidungen.
Der 50-Jährige hilft Schalke jedoch nicht nur fachlich. Nach Jahren mit teils auch öffentlich vorgetragener Uneinigkeit in Bezug auf sportliche Entscheidungen im Club ist es unter ihm merklich ruhiger geworden. Es wird fokussierter und zielgerichteter gearbeitet. Das tut Schalke gut.
Miron Muslic

Hatte auf Schalke schnell Erfolg: Miron Muslic (Archivbild) Foto: Swen Pförtner/dpa
Als Schalke im vergangenen Sommer die Verpflichtung des Coaches vom englischen Zweitliga-Absteiger Plymouth Argyle bekanntgab, fragten sich nicht wenige Fans: Wer ist das? Schnell machte sich der heute 43-Jährige jedoch einen Namen. Seine Einstellung erwies sich als Glücksgriff. Muslic verordnete einer zuvor häufig planlos wirkenden Mannschaft einen intensiven und aggressiven Spielstil mit klaren Prinzipien, der sich quasi sofort auszahlte. Von den ersten zehn Zweitliga-Spielen gewann Schalke acht.
Dabei spielten die Gelsenkirchener zwar keinen Zauberfußball. Kampf, Einsatz und der Erfolg ließen aus Mannschaft und Fans aber schnell wieder eine Einheit werden. Schalke beeindruckte mit ungewohnter defensiver Stabilität. In der Rückrunde schreckte Muslic nicht vor einer Änderung des - zumindest auf dem Papier - erfolgreichen Systems zurück. Auch dank der Winter-Neuzugänge spielt Schalke offensiv deutlich offensiver und attraktiver. Die Umstellung auf eine Viererkette erwies sich als richtig.
Edin Dzeko

Die Verpflichtung von Edin Dzeko zahlte sich aus. (Archivbild) Foto: Bernd Thissen/dpa
Der Wechsel des früheren Bundesliga-Torschützenkönigs und internationalen Stürmer-Stars war die Transfernachricht der Saison in der 2. Bundesliga. Dzeko und Schalke - das passte von Beginn an.
Trikots mit dem Namen des deutschen Meisters von 2009 mit dem VfL Wolfsburg, der unter anderem auch für Manchester City, die AS Rom und Inter Mailand spielte, wurden schnell zum Hit. Auf dem Platz lieferte Dzeko direkt. Bei seinem ersten Joker-Einsatz traf er und half dabei, ein 2:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern zu retten. In bisher acht Partien hat Dzeko sechs Tore erzielt und drei weitere vorbereitet. Nach einer Schulter-Verletzung steht er vor dem Comeback am Samstag.
Wie es mit dem 40-Jährigen nach diesem Sommer, in dem Dzeko mit Bosnien-Herzegowina an der Weltmeisterschaft teilnimmt, weitergeht, ist noch offen. Sein Vertrag läuft aus.
Widerstandsfähigkeit

Auch Rückschläge brachten Schalke nicht aus dem Konzept. (Archivbild) Foto: Bernd Thissen/dpa
Auch in dieser Saison lief für Schalke längst nicht alles gut. „Die letzten zehn Monate waren gefüllt von Widerständen, Widrigkeiten, 1000 Hürden auf unserem Weg“, sagte Muslic nach dem 3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand am vergangenen Spieltag beim SC Paderborn.
Es gab bittere Partien, wie gegen Dresden und Hannover, als Schalke jeweils 2:0 führte und spät den Ausgleich kassierte. Und es gab eine Phase, in der die Saison hätte kippen können.
Rund um den Jahreswechsel gewann Schalke fünf Spiele in Serie nicht, holte nur drei Punkte. Das Muslic-Team ließ sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen und kam wieder in die Spur. Auch Verletzungen wie zuletzt von Dzeko und Abwehrsäule Nikola Katic kompensierten die Gelsenkirchener.
Kenan Karaman

Mit viel Herzblut dabei: Kapitän Kenan Karaman (Archivbild) Foto: Bernd Thissen/dpa
Dabei spielte der Kapitän eine ganz entscheidende Rolle. Karaman geht als Führungsspieler voran, vertritt die Mannschaft in guten wie in schlechten Zeiten nach außen. Der 32-Jährige ist zudem verlässlicher Torschütze. Mit 13 Saisontoren ist er in dieser Statistik der erfolgreichste Schalker.
Der frühere türkische Nationalspieler kam 2022 nach Gelsenkirchen und hat dort schon schwere Zeiten mitgemacht. Umso mehr sieht man ihm an, wie gut ihm der aktuelle Erfolg tut.