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Justiz

Angeklagter schweigt im Prozess um Anschlag von München

Der Angeklagte verdeckte sein Gesicht zum Prozessauftakt zunächst mit einer Mappe.

Der Angeklagte verdeckte sein Gesicht zum Prozessauftakt zunächst mit einer Mappe. Foto: Peter Kneffel/dpa

Es ist fast ein Jahr her, dass ein Autofahrer in München in eine Menschenmenge raste, eine Mutter und ihr Kind tötete und Dutzende Menschen verletzte. Vor Gericht schweigt der Mann.

Von dpa Freitag, 16.01.2026, 10:40 Uhr

München. Im Prozess um den tödlichen Anschlag auf eine Verdi-Demonstration in München will der angeklagte Afghane schweigen. „Der Angeklagte wird sich nicht zur Sache äußern“, sagte sein Verteidiger Johann Bund beim Prozessauftakt am Oberlandesgericht (OLG) München. Auch zu seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen wolle der 25-Jährige nichts sagen. 

Der Mann versteckte sein Gesicht hinter einer roten Mappe vor den Fotografen und hob für die Kameras den rechten Zeigefinger - eine verbreitete Geste unter Muslimen weltweit, die den Glauben an den einen und einzigartigen Gott symbolisieren soll. 

Ein Kinderwagen liegt nach dem Anschlag auf der Straße, ein zweijähriges Kind starb. (Archivbild)

Ein Kinderwagen liegt nach dem Anschlag auf der Straße, ein zweijähriges Kind starb. (Archivbild) Foto: Christoph Trost/dpa

Der Angeklagte war vor knapp einem Jahr, am 13. Februar 2025, noch am Tatort festgenommen worden, nachdem er mit seinem Kleinwagen in die Menschenmenge gerast war. Er soll das Auto gezielt in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi mit rund 1.400 Teilnehmern gelenkt haben. Eine Mutter und ihre erst zwei Jahre alte Tochter starben, 44 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. 

Der Tatort befindet sich weniger als 500 Meter vom Gericht entfernt. (Archivbild)

Der Tatort befindet sich weniger als 500 Meter vom Gericht entfernt. (Archivbild) Foto: Pia Bayer/dpa

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten zweifachen Mord und 44-fachen Mordversuch vor. Sie geht von islamistischem Terrorismus als Motiv aus. Nach Ermittlerangaben hatte der Mann „Allahu Akbar“ gerufen und nach seiner Tat gebetet. In seiner Vernehmung habe er eingeräumt, bewusst in die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Demonstrationszugs gefahren zu sein - „aus einer übersteigerten religiösen Motivation heraus“, wie die Ermittler es einschätzen. 

Die Verhandlung begann wegen langer Schlangen an der Einlasskontrolle mit rund einer Dreiviertelstunde Verspätung, war aber dann nach der Verlesung der Anklage schnell wieder vorbei. Am zweiten Verhandlungstag am Montag will das Gericht in die Beweisaufnahme eintreten und zunächst den Tathergang rekonstruieren. Bis in den Sommer hinein sind Verhandlungstermine am OLG München angesetzt, das Urteil könnte am 25. Juni fallen.

Das zerstörte Auto nach dem Anschlag. (Archivbild)

Das zerstörte Auto nach dem Anschlag. (Archivbild) Foto: Matthias Balk/dpa

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