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Opfer wehrte sich

Mordversuch mit Kabel: Prozess um Überfall auf 81-Jährigen

Die drei wegen versuchten Mordes angeklagten Männer verbergen ihre Gesichter vor den Kameras der Pressevertreter.

Die drei wegen versuchten Mordes angeklagten Männer verbergen ihre Gesichter vor den Kameras der Pressevertreter. Foto: Bernhard Sprengel/dpa

Ein Räubertrio sucht sich ein scheinbar völlig wehrloses Opfer aus. Doch dank Gegenwehr überlebt der überfallene Senior das Martyrium im eigenen Haus. Jetzt stehen die mutmaßlichen Täter vor Gericht.

Von dpa Dienstag, 10.02.2026, 15:56 Uhr

Hamburg. Am Landgericht Hamburg hat ein Prozess um einen ungewöhnlich brutalen Überfall auf einen 81-Jährigen begonnen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der Senior am 30. August vergangenen Jahres in seinem Haus in Hamburg-Eißendorf geschlagen und beraubt. Schließlich sollen die Angeklagten versucht haben, ihn zu ermorden. 

Opfer erwartete Gärtner

Vor Gericht stehen drei Männer: ein 45-jähriger Brandenburger und zwei 25-Jährige, ebenfalls mit deutscher Staatsangehörigkeit. Der Ältere soll als Gärtner bei dem 81-Jährigen tätig gewesen sein. Am Morgen des Tattages sollen die Angeklagten um 8.30 Uhr an der Haustür geklingelt haben, wie die Staatsanwältin erklärte. Der auf einen Rollator angewiesene Senior öffnete die Tür, weil er den Besuch des Gärtners erwartete. 

Er habe sogleich einen so heftigen Faustschlag ins Gesicht bekommen, dass er rückwärts auf den Boden gestürzt sei, hieß es in der Anklage weiter. Dann sollen die Beschuldigten dem alten Mann einen Jutebeutel über den Kopf gezogen und ihn damit stranguliert haben. Die Angeklagten hätten Silber, Gold und Geld gefordert.

Stromkabel als Schlinge

Unter weiteren Schlägen soll der 81-Jährige verraten haben, dass er im Keller ein Portemonnaie mit 1.800 Euro habe. Daraufhin gingen die Beschuldigten den Angaben zufolge mit ihm in den Keller, wobei sie ihm den Jutebeutel abgenommen haben sollen. Als sie das Geld hatten, soll einer der mutmaßlichen Räuber gesagt haben: „Wir müssen ihn jetzt umbringen, er hat uns gesehen.“

Die Angeklagten hätten ein Stromkabel in etwa zwei Metern Höhe an der Kellertreppe befestigt und eine Schlinge geformt, hieß es. Der 45-Jährige versuchte den Angaben zufolge, den Senior mit dem Kopf in der Schlinge aufzuhängen, was aber an der Gegenwehr des Opfers scheiterte. 

Pflegekraft ruft Hilfe

Während die Angeklagten ihr weiteres Vorgehen im Arbeitszimmer des Seniors besprachen, hörte der 81-Jährige Geräusche an der Haustür und schrie um Hilfe. Daraufhin flüchteten die mutmaßlichen Täter durch eine Terrassentür. Zuvor schlug der 45-Jährige dem Überfallenen laut Staatsanwaltschaft noch einmal mit der Faust ins Gesicht, sodass der erneut zu Boden stürzte.

Kurz nach dem Überfall entdeckte eine Pflegekraft den verletzten Mann und rief Polizei und Rettungskräfte. Der Senior erlitt diverse Blutergüsse am Kopf, Prellungen im Brustkorbbereich, Würgemale am Hals sowie erhebliche Schmerzen, wie die Staatsanwältin erklärte. Er wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. 

Angeklagte wollen aussagen

Bei einer Sofortfahndung nahm die Polizei die drei mutmaßlichen Räuber fest. Im Transporter des Trios stellten die Beamten Schmuck und Bargeld als Beweismittel sicher, wie die Polizei Anfang September mitgeteilt hatte.

Die Anklage lautet auf versuchten Mord zur Verdeckung einer Straftat, gefährliche Körperverletzung und schwere räuberische Erpressung. Die Verteidiger der drei Männer kündigten an, dass sich ihre Mandanten im weiteren Prozessverlauf zu den Vorwürfen äußern werden. Am nächsten Verhandlungstag am Montag will das Gericht einen Sachverständigen, einen Polizeibeamten und eine Rechtsmedizinerin als Zeugen hören. Der überfallene Senior soll am 24. Februar aussagen, möglicherweise über eine Videoschalte.

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