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Tarifverhandlungen

Streik bei der Post – Briefe und Pakete kommen später

Die Gewerkschaft fordert neben der linearen Entgelterhöhung von mindestens 8 Prozent eine Mindesterhöhung der Monatsentgelte um 350 Euro. (Archivbild)

Die Gewerkschaft fordert neben der linearen Entgelterhöhung von mindestens 8 Prozent eine Mindesterhöhung der Monatsentgelte um 350 Euro. (Archivbild) Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

In Teilen von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt streiken bis Mittwochfrüh Post-Mitarbeiter. Was hat das für Auswirkungen und welche Forderungen erheben die Beschäftigten?

Von dpa Dienstag, 07.01.2025, 17:01 Uhr

Magdeburg. In Sachsen-Anhalt und Niedersachsen kommen aktuell einige Briefe und Pakete wegen eines Streiks nur verzögert an. Seit Dienstagmorgen hat die Gewerkschaft DPVKOM zu einem 24-stündigen Streik aufgerufen, um Druck in der Entgeltrunde 2025 bei der Deutschen Post zu machen. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich rund 300 Zustellerinnen und Zusteller an dem Streik. Das bedeute, dass bis zu 30.000 Pakete und Briefe nicht zugestellt oder weitertransportiert würden.

Die Gewerkschaft fordert neben der linearen Entgelterhöhung von mindestens acht Prozent eine Mindesterhöhung der Monatsentgelte um 350 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Davon sollen rund 170.000 Beschäftigte der Post profitieren.

Betroffen vom Streik sind das Paket- und Briefzentrum in Osterweddingen (Landkreis Börde), der Transportbereich sowie mehrere Zustellstützpunkte in der Niederlassung Magdeburg. Dazu zählen den Angaben zufolge unter anderem auch die Bereiche Braunschweig, Wolfsburg und der Harz.

Es geht auch um Urlaubsgeld

Außer der linearen Entgelterhöhung fordern die Beschäftigten die Zahlung eines Urlaubsgeldes in Höhe eines Monatsgehalts. „Die Tarifforderungen sind vollauf gerechtfertigt, da es dem Unternehmen wirtschaftlich weiterhin sehr gut geht“, teilte die Gewerkschaft mit. Die Post werde ihre gravierenden Personalprobleme nur dann lösen, wenn sie den Beschäftigten deutlich höhere Löhne zahle.

„Ein Einstiegsgehalt von rund 2.700 Euro brutto für Zustellerinnen und Zusteller ist angesichts der harten Arbeitsbedingungen in der Zustellung viel zu gering“, hieß es. Auch die Beschäftigten in den Paket- und Briefzentren hätten ein höheres Entgelt verdient, die körperlich anstrengende Arbeit müsse finanziell besser wertgeschätzt werden.

Die Post zeigte sich angesichts des Warnstreiks noch vor der ersten Verhandlungsrunde verwundert. Eine Sprecherin der Post teilte mit, dass die Beteiligung an den Warnstreikmaßnahmen regional sehr unterschiedlich sei. Daher komme es teilweise zu Verzögerungen bei der Auslieferung von Briefen und Paketen. Im Großteil der Zustellbezirke würden die Kunden allerdings wie gewohnt beliefert.

A
Anja Bartsch
07.01.202510:35 Uhr

Ach, und ich hätte schwören können, dass schon seit Wochen, wenn nicht Monaten, gestreikt wird. Selbst wenn man Sendungen in eine Filiale leiten lässt, wohin man sich dann ja selbst aufmacht und dort abholt (wodurch ja die einzelnen Zusteller entlastet werden) wird einfach gar nicht mehr oder mit wochenlanger Verspätung zugestellt. „Paket wurde vom Empfänger abgeholt“ heißt es dann, obwohl man nachweislich am Arbeitsplatz war. Hauptsache, dieser „Service“ wird stetig teurer. Schade, dass offensichtlich nichts von den Erhöhungen bei den Zustellern ankommt und diese dadurch so unmotiviert sind.

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