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Querdenker-Demo und Gegenprotest: Polizei in Göttingen greift ein

Die Polizei vor einer Sitzblockade.

Die Polizei vor einer Sitzblockade. Foto: Swen Pförtner/dpa

Hunderte Menschen bei „Querdenker“-Demo und Gegenprotest in Göttingennstranten eines Bündnisses gegen Rechts. Teils greift die Polizei ein.

Von dpa Samstag, 13.01.2024, 22:35 Uhr

Göttingen. Rund 450 Anhänger der sogenannten Querdenken-Szene und etwa 2500 Gegendemonstranten haben am Samstag die Polizei in Göttingen in Atem gehalten. Es kam zu Straßenblockaden und kleineren Auseinandersetzungen mit der Polizei, Gegendemonstranten setzen entlang der Demoroute außerdem Müllcontainer in Brand. Die Beamten nahmen mehrere Personen vorläufig fest, unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Einsatzkräfte, wie eine Polizeisprecherin am Abend mitteilte.

Sie sprach von einem „turbulenten Einsatzgeschehen“. Gegendemonstranten hätten den Protestzug der Versammlung der „Querdenker“ immer wieder mit Sitzblockaden aufgehalten. Teils hätten Einsatzkräfte Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt, um die Strecke für den Demonstrationszug freizuräumen.

Die Polizei hatte sich mit einem Großeinsatz auf die Demonstrationen eingestellt. Eine endgültige Einsatzbilanz werde wohl erst am Montag vorliegen, hieß es.

Bei der Versammlung der sogenannten Querdenker, die unter dem Titel „Versammlungsfreiheit statt Extremismus“ stand, zählte die Polizei am Samstagnachmittag rund 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Bei Gegenkundgebungen, die unter anderem vom Bündnis gegen Rechts, angemeldet worden waren, kam nach vorläufigen Schätzungen der Beamten 2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammen.

Querdenker demonstrieren unter dem Slogan „Versammlungsfreiheit statt Extremismus“

Die Demonstration der sogenannten Querdenker-Szene begann mit einer Kundgebung am Geismartor. Auf Plakaten und Bannern der Demonstranten stand etwa: „Zusammen gegen Hetze & Spaltung“, „Grün ist das neue Braun“ und „Lasst uns die rot-grünen Deutschlandhasser in die Wüste schicken!“. Danach zogen die Demonstranten durch mehrere Straßen in der Innenstadt.

Das Bündnis gegen Rechts Göttingen hatte zu einer Versammlung mit dem Titel „Querdenken einfrieren“ aufgerufen. Die Gegendemonstranten sprachen sich gegen rechtsextreme Wortergreifung, „Fake-News“ und Verschwörungsideologien aus. Sie wollten für eine demokratische und weltoffene Gesellschaft demonstrieren, hieß es.

Das „Göttinger Bündnisses gegen Rechts“ hat zur Gegendemo aufgerufen.

Das „Göttinger Bündnisses gegen Rechts“ hat zur Gegendemo aufgerufen. Foto: Swen Pförtner/dpa

Insgesamt waren am Samstag in Göttingen elf Demonstrationen angemeldet. Die Polizei hatte sich nach eigenen Angaben auf einen der größten Einsätze der vergangenen Jahre vorbereitet. Mehrere Hundert Polizistinnen und Polizisten sorgten für Sicherheit.

Angriff auf Streifenwagen der Polizei

Vor den Demonstrationen hatten Unbekannte am Freitagabend Steine und Flaschen auf ein Polizeiauto geworfen. Auch mehrere Fensterscheiben einer Polizeiwache und einer Bank wurden beschädigt. Verletzt wurde niemand.

Zuletzt gab es im Herbst vergleichbare Demonstrationen in Göttingen. Etwa 430 Teilnehmer der „Querdenker“-Demonstration und 1500 Gegendemonstranten trafen nach Polizei-Angaben damals in der Stadt aufeinander.

Einsatzkräfte der Polizei tragen einen Demonstranten davon.

Einsatzkräfte der Polizei tragen einen Demonstranten davon. Foto: Swen Pförtner/dpa