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DFB-Pokal

Triple-Traum lebt: FC Bayern zieht ins Pokalfinale ein

Harry Kane ließ die Bayern früh jubeln.

Harry Kane ließ die Bayern früh jubeln. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die Bayern zeigen in Leverkusen eine dominante Vorstellung. Erstmals seit 2020 dürfen sie sich wieder auf das Endspiel um den DFB-Pokal freuen. Einzig die Chancenverwertung lässt zu wünschen übrig.

Von Thomas Eßer und Jana Glose, dpa Mittwoch, 22.04.2026, 22:45 Uhr

Leverkusen. Torschütze Harry Kane schwenkte vor den Bayern-Fans die Jubelfaust, mit dem Klassiker von der Fahrt nach Berlin stimmten sich die Fans auf das DFB-Pokalfinale ein. Auch „Super-Bayern“ und „Wir holen die Meisterschaft und den Europacup und den Pokal“ skandierten die mitgereisten Anhänger nach dem 2:0 (1:0) des Rekordmeisters gegen Bayer Leverkusen. Drei Tage, nachdem der FC Bayern die 35. deutsche Meisterschaft perfekt gemacht hatte, zog die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany ins Pokal-Finale ein.

„Das war eine Top-Leistung vom Start bis zum Ende. Wir hätten mehr Tore erzielen können. Damit haben wir sie am Leben erhalten. Nach Berlin zu kommen, war vor der Saison ein großes Ziel. Wir haben noch einen Schritt zu gehen“, sagte Kane dem TV-Sender Sky. „Also ich hab‘ Berlin auf jeden Fall vermisst“, sagte Kapitän Manuel Neuer im ZDF. 

Für den FC Bayern ist das Triple weiter drin - im Halbfinale der Champions League geht es gegen Paris Saint-Germain -, der Gewinn aller wichtigen Trophäen ist fest im Blick. Leverkusen wird die erste Saison nach der Zeit von Coach Xabi Alonso dagegen ohne Pokal beenden. „Schon sehr enttäuscht, weil es eine Riesenchance war wieder nach Berlin zu kommen. In der ersten Halbzeit haben wir gar kein Land gesehen, da war das einzig Positive, dass es nur 0:1 steht“, sagte Leverkusens Robert Andrich dem ZDF.

Erstes Pokal-Finale seit Triple-Saison 2019/2020

Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena erzielte Kane (22. Minute) das 1:0 für die Münchner. Luis Díaz traf in der Nachspielzeit zum 2:0 (90.+4) für die Gäste, die sich nun auf das Endspiel am 23. Mai in Berlin freuen können. Für die Bayern ist es das erste Pokalfinale seit sechs Jahren. Damals holte das Team unter Trainer Hansi Flick das Triple. Den Gegner spielen an diesem Donnerstag der VfB Stuttgart und der SC Freiburg aus.

Für die Leverkusener geht es in den verbleibenden vier Saisonspielen darum, sich erneut für die Champions League zu qualifizieren. Das Team von Trainer Kasper Hjulmand liegt derzeit auf Rang sechs und hat vier Punkte Rückstand auf einen Königsklassen-Platz.

Die Fans sorgten für heiße Atmosphäre.

Die Fans sorgten für heiße Atmosphäre. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Stimmungsvoller Fan-Empfang für Leverkusen

Schon vor der Partie herrschte rund um das Stadion knisternde Pokal-Atmosphäre. Tausende Leverkusen-Fans empfingen den Mannschaftsbus mit einem Spalier, viel Rauch und Pyrotechnik.

Auf dem Platz übernahmen die Bayern sofort die Kontrolle. Die Münchner hatten von Beginn an häufig den Ball, ließen das Spielgerät sicher laufen und erspielten sich erste Chancen. Ein Versuch von Dayot Upamecano flog über das Tor, Luis Díaz und Kane aus spitzem Winkel scheiterten an Bayer-Keeper Mark Flekken. „Wir hätten durchaus mehr Tore erzählen können, aber der Mann war richtig gut drauf“, lobte Neuer seinen Kollegen im Bayer-Tor.

Kane bringt die Bayern verdient in Führung

 Leverkusen hatte große Probleme mit den hoch anlaufenden Münchnern. So war die Bayern-Führung wenig überraschend. Jamal Musiala passte von rechts flach in den Strafraum. Dort nahm Kane den von Díaz durchgelassen Ball nicht optimal an, traf dann aber dennoch präzise in den Winkel.

Harry Kane feiert sein Tor zum 1:0.

Harry Kane feiert sein Tor zum 1:0. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

„FC Bayern, wir fahren nach Berlin“, sangen die Fans der Münchner - nicht einmal 25 Minuten waren da gespielt. Und ihre Mannschaft spielte weiter nach vorne. Kimmich, Olise und Kane brachten das Flekken-Tor mit ihren Schüssen zwar nicht ernsthaft in Gefahr. Die Bayern beschäftigten die Leverkusener aber so stark in deren Hälfte, dass das Hjulmand Team quasi gar nicht nach vorne kam. Wenn sich die Gäste etwas vorwerfen lassen mussten, dann, dass sie zur Pause nur 1:0 vorne lagen.

Tella hat die erste Chance für Leverkusen

Nach Wiederanpfiff machte die Kompany-Truppe weiter, wo sie aufgehört hatte. Der auffällige Musiala überwand Flekken per Chip, doch Bayer-Kapitän Robert Andrich rettete für seinen geschlagenen Torhüter.

Leverkusen probierte nun, sich vermehrt mit langen Bällen aus dem Forechecking der Bayern zu befreien. Das klappte zumindest ab und an. Nathan Tella schoss aus der Distanz und zwang den bis dahin nahezu beschäftigungslosen Manuel Neuer im Bayern-Tor in der 52. Minute zu einer ersten Parade. „Der hätte genau gepasst“, sagte Neuer. 

Weil Josip Stanisic und Kane auf der Gegenseite am glänzend aufgelegten Flekken scheiterten, blieb das Spiel trotz weiterhin großer Bayern-Überlegenheit lange offen. Leverkusen konnte das aber nicht mehr nutzen. Díaz dagegen vollendete einen späten Konter zum 2:0. Die Partie wurde danach gar nicht mehr angepfiffen.

Jamal Musiala (links) trieb das Bayern-Spiel immer wieder an.

Jamal Musiala (links) trieb das Bayern-Spiel immer wieder an. Foto: Federico Gambarini/dpa

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