Übler Scherz: Teenager (13) löst Rettungseinsätze aus
In Bremerhaven‑Lehe wählte ein 13‑Jähriger mehrfach aus Spaß den Notruf. Polizei und Rettungsdienst rückten umsonst aus. Foto: Patrick Seeger/dpa
Was als Scherz beginnt, endet oft mit Blaulicht: Ein falscher Notruf kann Leben kosten – diese Erfahrung machte die Polizei Bremerhaven.
Bremerhaven. Was als Scherz beginnt, endet oft mit Blaulicht: In Bremerhaven lösten wiederholte Spaßanrufe bei Polizei und Feuerwehr unnötige Einsätze aus. Die Polizei mahnt, dass Notrufmissbrauch kein Spaß ist – und im schlimmsten Fall Leben kostet.
So war am Mittwoch, 4. Februar, gegen 19.15 Uhr, ein Notruf über die Nummer 110 eingegangen. Die Leitstelle entsandte sofort eine Streifenwagenbesatzung in den Stadtteil Lehe, die vor Ort einen 13‑Jährigen antraf. Der Junge gab zu, den Notruf nur zum Spaß gewählt zu haben – „um mal zu sehen, ob jemand rangeht“, wie er sagte. Auf dem Handy des Teenagers fanden sich mehrere Einträge mit den Nummern 110 und 112, wie die Polizei mitteilte.
Falscher Alarm löst gleich zwei Einsätze aus
Wie die Beamten feststellten, war dies nicht der erste Fall. Schon in den vergangenen Wochen waren mehrfach Notrufe von diesem Telefon eingegangen – sowohl bei Polizei als auch bei Feuerwehr. Die Polizisten beschlagnahmten das Handy als Tatmittel. Doch noch während sie den Jungen belehrten, traf ein Rettungswagen ein, alarmiert über den Feuerwehrnotruf 112.
Der Grund: eine vermeintlich hilflose Nachbarin im gleichen Haus. Auch dieser Einsatz stellte sich als Fehlalarm heraus – die Frau war wohlauf. Die Polizei prüft, ob auch dieser Einsatz auf den 13‑Jährigen zurückgeht. „Jeder Fehlalarm bindet Zeit und Menschen, die an anderer Stelle vielleicht ein Leben retten könnten“, betont ein Polizeisprecher.
Da der Jugendliche noch nicht strafmündig ist, gab es keine Anzeige. Er und seine Mutter wurden jedoch deutlich auf die Folgen hingewiesen. Denn Notrufmissbrauch ist keine Bagatelle: Er fällt unter § 145 StGB und kann mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe geahndet werden. Nebenbei werden durch Scherzanrufe Leitungen und Einsatzkräfte blockiert, die in echten Notsituationen benötigt werden.
Was beim Notruf 110 oder 112 zu beachten ist
Die Polizei macht deutlich: Wer in einer Gefahrensituation unsicher ist, soll lieber den Notruf wählen – ein ernst gemeinter Anruf hat keine Konsequenzen. Wichtig ist, beim Gespräch mit der Leitstelle Ruhe zu bewahren und die sogenannten W‑Fragen zu beantworten: Wo ist etwas passiert? Was ist passiert? Wie viele Personen sind betroffen? Welche Verletzungen liegen vor? Wer ruft an? Und ganz wichtig: nicht auflegen, bis die Leitstelle das Gespräch beendet – währenddessen kann bereits ein Einsatzfahrzeug unterwegs sein.
Wofür Polizei‑ und Feuerwehrnotruf stehen
Als Orientierung gilt: Die 110 ist für Polizeinotrufe – etwa bei Einbrüchen, Gewalt, Unfällen oder Gefahrensituationen. Die 112 wird gewählt, wenn Feuerwehr oder Rettungsdienst gebraucht werden – zum Beispiel bei Bränden, Unfällen mit Verletzten oder medizinischen Notfällen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Bewusstlosigkeit.
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