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Obstbau-Messe

Unter Polizeischutz: Özdemir besucht Agrar-Messe am Bodensee

Dutzende Einsatzkräfte und Protestierende mit Schildern begleiteten den Rundgang von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir über die Messe Fruchtwelt Bodensee.

Dutzende Einsatzkräfte und Protestierende mit Schildern begleiteten den Rundgang von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir über die Messe Fruchtwelt Bodensee. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir tritt auf einer Obstbau-Messe am Bodensee auf. Sein Besuch wird von Protesten begleitet - und der Polizei.

Von dpa Samstag, 24.02.2024, 18:30 Uhr

Friedrichshafen. Unter Polizeischutz und begleitet von etwa einem Dutzend Demonstranten hat Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir die Messe Fruchtwelt Bodensee in Friedrichshafen besucht. Die Protestaktion blieb friedlich, wie ein Polizeisprecher erklärte. Dutzende Einsatzkräfte und Protestierende mit Schildern begleiteten den Rundgang des Grünen-Politikers über die Schau.

„Dass hier natürlich noch mal daran erinnert wird, an den Ärger, den viele Bäuerinnen und Bauern hatten mit den Sparmaßnahmen, das kann ich gut verstehen“, sagte Özdemir.

Nach den teils gewaltsamen Demonstrationen im Umfeld des politischen Aschermittwochs im nur mehr als 60 Kilometer entfernten Biberach hatte die Polizei den Besuch des Ministers engmaschig begleitet. Bei dem Protest vor mehr als einer Woche hatten Hunderte Menschen, darunter auch Landwirte, eine Veranstaltung der Grünen behindert. Die Polizisten hatten Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt. Die Beamten wurden bei den Ausschreitungen auch verletzt.

Özdemir sagte erneut, dass für die Bilder in Biberach nicht die deutsche Landwirtschaft verantwortlich gewesen sei. „Das sind Trittbrettfahrer, die versuchen, den legitimen Protest der deutschen Landwirtschaft für andere Interessen zu gebrauchen.“

Es sei bedauerlich, dass so viele Polizisten seinen Besuch auf der Messe begleiten müssten. Die Angriffe auf Beamte in Biberach verurteilte er. „Jeder, den Verstand beieinander hat, weiß, man greift keine Polizisten an.“ Wer das anders sehe, habe einen Knick in der Optik. „Dass man das überhaupt sagen muss, zeigt, bei uns ist etwas verrutscht im Land.“

T
Thomas Ziehm
24.02.202421:09 Uhr

Ja, Cem, mit "Da sei etwas verrutscht in unseremLand", hast Du Recht. Da sollte man vielleicht mal in den Spiegel schauen oder, wie man "noch" liebevoll sagt, "Sich selbst an die Nase fassen". Der Unmut kommt nicht vom Volk, gegen die Politik, sondern von der Politik gegen das sogenannte "Volk", die Bürger, die die sogenannten Volksvertreter, die sie schon lange nicht mehr sind wählen, hatten irgendwann einmal Vertrauen in diese Politiker, wie gesagt, hatten. Wir/ ich haben Freunde in Polen, in den Niederlanden, überall sind die Politik und die Medien gleichgeschalltet. Leider auch die sogenannten Medien, die "damals" vierte Gewalt im Staat waren, wo sind sie geblieben? In Bremerhaven, da können ruhig viele lächeln, findet am Montag vor der Nordsee Zeitung eine Demonstration statt, für eine neutrale Berichterstattung. Mir tun die vielen Journalisten und Redakteure leid, die ihr bestes geben und nicht neutral berichten dürfen, der DPA sei Dank. In diesem Sinne,weiter so.

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