Verdi kündigt erneut Warnstreiks in Kitas an
Am Montag (2. Mai) sollen daher die Beschäftigten der Sozialarbeit, am Mittwoch (4. Mai) die in Kitas und dem schulischen Ganztag und am Donnerstag (5. Mai) die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behindertenhilfe in den Streik gehen. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
Bereits in der kommenden Woche wollen Erzieherinnen und Erzieher bundesweit im Tarifkonflikt die Arbeit niederlegen. Auch die Behinderhilfe ist betroffen.
Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt der Sozial- und Erziehungsberufe die Beschäftigten für Anfang kommender Woche bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sind unter anderem Kitas, Schulhorte, aber auch die Behindertenhilfe.
Damit soll der Druck auf die kommunalen Arbeitgeber vor der dritten Verhandlungsrunde am 16./17. Mai erhöht werden, teilte die Gewerkschaft am Donnerstag in Berlin mit. Die Tarifverhandlungen für die rund 330.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst waren am 22. März ergebnislos vertagt worden.
Wann und wo im Landkreis Stade Anfang Mai gestreikt werden soll
In den vergangenen Wochen hatte es auch im Landkreis Stade bereits zahlreiche regionale Arbeitsniederlegungen gegeben. „Die Enttäuschung über die Haltung der Arbeitgeberseite, die ein konkretes Angebot bisher verweigert hat, ist massiv“, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. In Fragen der Entlastung und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie für die Aufwertung der Berufe seien in der vergangenen Verhandlungsrunde nicht einmal Ansätze für Kompromisslinien gefunden worden.
Am kommenden Montag (2. Mai) sollen daher die Beschäftigten der Sozialarbeit, am Mittwoch (4. Mai) die in Kitas und dem schulischen Ganztag und am Donnerstag (5. Mai) die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behindertenhilfe in den Streik gehen. Eine Notbetreuung konnte zuletzt größtenteils sichergestellt werden.
„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienen endlich einen fairen Lohn, gute Arbeitsbedingungen und familienfreundliche Arbeitszeiten“, hieß es zuletzt von der Buxtehuder Partei Die Linke: „Außerdem bedarf es einer angemessenen Größe der zu betreuenden Gruppen sowie geeigneter Initiativen, um die derzeitigen Beschäftigten zu halten und gleichzeitig Interessierte zu begeistern, diesen Beruf zu erlernen.“
Kita-Beschäftigte aus aus Stade, Buxtehude, Fredenbeck, Apensen und Wischhafen, außerdem einige aus den Nachbarlandkreisen Cuxhaven und Rotenburg machten ihrem Unmut Ende März auf dem Platz Am Sande in Stade Luft. Foto: Richter
Personalmangel in Kitas: Bis 2025 werden rund 300.000 Fachkräfte fehlen
Bis zum Jahr 2025 fehlten allein in den Kitas rund 300.000 Fachkräfte, sagte Behle mit Bezug auf Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts. In der Sozialarbeit und in der Behindertenhilfe sei die Situation nicht besser. Während der Corona-Pandemie habe sich der Fachkräftemangel noch weiter zugespitzt: „Der Arbeitsdruck wird in den sozialen Berufen immer stärker.“
Verdi führt die Verhandlungen gemeinsam mit dem Beamtenbund dbb, auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzen Vertreter der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten neben einer besseren Bezahlung auch attraktivere Arbeitsbedingungen - beispielsweise mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung von Erziehungsarbeit. Die Tarifpartner hatten die Verhandlungen im Februar nach knapp zweijähriger Pandemiepause wieder aufgenommen. (dpa/tip)
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Erzieherinnen und Sozialarbeiterinnen demonstrieren vor dem Beginn der nächsten Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern für eine bessere Bezahlung und Anerkennung ihrer Arbeit. Foto: Carsten Koall/dpa