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Ausflüge

TWas Touristen in den Landkreis Stade lockt

Nicole Bartels und Torsten Karger aus Braunschweig genießen das Kurz-mal-weg-Wochenende im Landkreis. Fotos: Helfferich

Nicole Bartels und Torsten Karger aus Braunschweig genießen das Kurz-mal-weg-Wochenende im Landkreis. Fotos: Helfferich

Der Landkreis Stade entwickelt sich immer mehr zur Urlaubsregion. Wer sind die Menschen, die zwischen Obsthöfen, Deich und Fachwerkhäusern Erholung suchen. Ein Streifzug durch die Touristen-Hotspots.

Von Susanne Helfferich Sonntag, 31.07.2022, 19:00 Uhr

Die Feuchtigkeit der Nacht hängt über dem Campingplatz Nesshof in Guderhandviertel. Elke und Thomas Nover aus dem Münsterland haben sich fürs Frühstück ein Plätzchen vor der Anmeldung gesucht. Sie sind mit Auto und Zelt im Norden unterwegs und durch Zufall in Guderhandviertel gelandet, weil sie anderswo keinen Zeltplatz bekamen. „Das wird immer schwieriger, da Wohnmobilisten und Wohnwagen meist bevorzugt werden“, sagt Thomas Nover, „hier fühlten wir uns sofort aufgenommen. Hier haben wir endlich Urlaub.“

Wenige Kilometer weiter auf dem Festplatz in Jork sind die meisten Wohnmobilisten schon wieder unterwegs. „Gestern Abend war der Platz ziemlich voll“, sagt Sabine. Um 11 Uhr stehen nur noch fünf Fahrzeuge. Sabine lebt im Lahn-Dill-Kreis und ist drei Viertel des Jahres mit dem Wohnmobil unterwegs. Mehrfach kommt sie für ein paar Tage nach Jork. Seit sieben Jahren schon. Der Deich, die Obstplantagen und die vielen Fachwerkhäuser ziehen sie immer wieder her.

Fahrradtouren von Stade aus sind beliebt

Über den Reiseführer Landvergnügen kamen Nicole Bartels und Torsten Karger aus Braunschweig in den Landkreis. Mit ihrem Bulli verbringen sie eine Nacht im Alten Land, eine weitere in Sauensiek. Jetzt in der Mittagszeit schlendern sie durch Stade. Sie reisen nicht immer so beschaulich. Am Donnerstag geht es in die Dominikanische Republik. „Ich brauche Strand und Wärme im Urlaub“, sagt sie, während er Städtereisen bevorzugt.

Zum zweiten Mal sind Birgit Schiefer und Heinz Fuchs aus Wilhelmshaven mit ihrem Wohnmobil übers Wochenende nach Stade gefahren. „Das ist ein toller Platz hier. Man ist schnell in der Stadt und hier ist super-nettes Personal“, sagt Birgit Schiefer. Auch sei Stade ein toller Ausgangspunkt für Fahrradtouren.

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Um 13.45 Uhr wartet Carmen del Campo in Buxtehude vor dem Alten Rathaus auf die Gästeführung. Sie kommt ursprünglich aus Cuxhaven und besucht eine Freundin in Estebrügge. Jetzt lebt sie in München, überlegt aber, wieder in den Norden zu ziehen. Daher hat sie für drei Wochen eine Ferienwohnung auf dem Deich in Estebrügge gemietet.

Der Hitze entkommen im Norden

Ebenfalls auf den Beginn der Führung wartet Familie Libiszewski aus Bern. Für eine Woche ist sie in Buxtehude. Birgit Libiszewski-Kunz ist hier aufgewachsen, hat aber noch nie eine Stadtführung mitgemacht. Ihr Mann Stefan genießt das kühlere Wetter im Norden - „endlich sind wir der wahnsinnigen Hitze im Süden entkommen“ -, sie liebt den Fisch, „den gibt es nicht so häufig in der Schweiz“, sagt sie.

Gegen 15 Uhr bricht die Sonne durch. Glück für Familie Frankenstein aus Adendorf, die schon ein paar Stunden am Krautsander Strand verbringt. „In unserem Ferienhausprospekt wird der Strand als Geheimtipp genannt“, erzählt Katharina Frankenstein. Sie wurde nicht enttäuscht: „Es ist wirklich schön hier und nicht so überfüllt.“ Eigentlich wollte die Familie Urlaub an Ost- oder Nordsee machen. „Aber dort waren alle Unterkünfte belegt“, daher verbringen sie die Woche in der Wingst und machen Tagesausflüge.

Gute Sanitäranlagen und netter Hafenmeister

Überraschend wenig los ist im Stader Stadthafen. Svenja und Volker Wilkens sitzen mit ihren Freunden Birgit und Thomas Kruse auf dem Deck der „Forelle von Kolmar“, ein Gaffelkutter aus dem Jahre 1932. Gleich wollen die Elmshorner noch kochen, aber Zeit für einen Plausch nehmen sie sich doch. „Zwei bis drei Mal im Jahr kommen wir hierher, wenn es die Tide zulässt“, erzählt Thomas Kruse. „Die Altstadt ist wunderschön, manchmal gibt es hier sogar Livemusik“, zählt er die Vorzüge auf. Svenja Wilkens sieht es praktischer: „Die Sanitäranlagen sind immer in gutem Zustand und die Hafenmeister sind super nett.“

Wiederholungstäter sind auch Susanne Öwermann-Röding und Helmut Öwermann aus Minden-Lübbecke. Seit Jahren machen sie Urlaub in Twielenfleth. Jetzt sitzen sie an ihrem „Wohlfühlort“, der Kaffeeklappe, und trinken einen Aperol Spritz als Sundowner. „Uns gefallen die Mentalität der Menschen und die Landschaft“, sagt Helmut Öwermann. „Und wir fahren gerne mit unseren E-Bikes durch die Gegend“, ergänzt seine Frau. Bilder von den „Riesenpötten“ hatten sie einst ins Alte Land gelockt. Und wie zum Gruß schiebt sich die Aida hinter der Insel Lühesand hervor.

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