Weniger Tischler, mehr Bäcker - fast 5.500 neue Azubis in SH
Fast 5.500 Jugendliche haben im vergangenen Jahr eine Ausbildung im Handwerk begonnen. (Symbolbild) Foto: Jan Woitas/dpa
Ob Mechatroniker, Augenoptiker, Bäcker oder Fleischer - in Schleswig-Holstein haben wieder viele junge Leute im Handwerk eine Ausbildungsstelle gefunden. Bestimmte Berufe sind dabei im Aufwind.
Kiel/Lübeck. In Schleswig-Holstein haben sich fast 5.500 junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk entschieden - und damit etwas weniger als 2024. Insgesamt haben 5.446 Menschen einen Ausbildungsvertrag unterschrieben, 73 weniger als im Vorjahr, wie die Handwerkskammer Lübeck mitteilte. Die meisten Lehrverträge wurden von angehenden Kraftfahrzeugmechatronikern (935 Verträge), Elektronikern (620) und Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (520) unterschrieben.
Mehr Bäcker, weniger Augenoptiker
Zudem haben sich wieder mehr Auszubildende für einen Friseurbetrieb oder Bäcker entschieden. Während 2024 194 Friseur-Azubis gestartet sind, waren es 2025 bereits 219. Bei den Bäckern starteten im vergangenen Jahr 86 junge Menschen ihre Ausbildung (2024: 72).
Im Aufwind sind den Angaben zufolge auch Ausbildungen zum Zahntechniker, Dachdecker, Maler und Lackierer, Fleischer und Metallbauer. Weniger Neustarts gab es dagegen bei Tischlern, Augenoptikern, Hörakustikern, Glasern und im Ausbildungsberuf Bäckerei-Fachverkäufer.
Immer mehr nicht-deutsche Azubis - „zentraler Baustein“
In den vergangenen Jahren ist zudem der Anteil der Azubis mit ausländischen Wurzeln deutlich gestiegen. Während Auszubildende mit nichtdeutscher Staatsbürgerschaft 2016 einen Anteil von 4,7 Prozent hatten, machen sie mittlerweile 13 Prozent aller Handwerks-Azubis in Schleswig-Holstein aus. Das entspricht 1.885 Auszubildenden.
Sie seien mittlerweile ein ganz zentraler Baustein zur Fachkräftesicherung, sagte Ralf Stamer, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, laut Mitteilung. „Viele von ihnen planen im Handwerk ihre berufliche Zukunft und bilden sich zum Beispiel zur Meisterin oder zum Meister fort. Dieses Engagement bereichert das Handwerk und macht es zukunftsfähig.“