05.08.2019, 20:07
Großeinsatz im Rüstjer Forst: Hinweise auf mutwillig gelegte Feuer

RUESTJE. Eine Spaziergängerin hat am Montagvormittag im Rüstjer Forst eine kokelnde Brandstelle entdeckt. Feuerwehrleute durchkämmten den Wald – und stießen auf weitere Glutnester. Unbekannte könnten im knochentrockenen Unterholz gezündelt haben. Die Polizei ermittelt.


Gegen 12 Uhr hatte eine Spaziergängerin tief im Rüstjer Forst eine Feuerstelle entdeckt und den Notruf gewählt. Mit farbigem Band hatte sie den Ort markiert. Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle alarmierte die Feuerwehren aus Helmste, Fredenbeck und Horneburg, die den glimmenden Torf ablöschten. „Beim Abrücken haben wir keine 20 Meter von unseren Fahrzeugen entfernt eine weitere Feuerstelle entdeckt“, berichtete der Helmster Ortsbrandmeister Matthias Höft. Auch hier fluteten die Feuerwehrleute den Bereich mit Wasser.

Sie starteten eine groß angelegte Suche, weil nicht auszuschließen war, dass sich noch weitere Feuerstellen im Wald befanden. Einsatzleiter Höft wies darauf hin, dass der Waldboden trotz der gelegentlichen Regenfälle der vergangenen Tage knochentrocken ist – und sich Feuer im Unterholz rasend schnell und großflächig ausbreiten können.

Drei weitere Glutnester

Bei ihrer Suche fanden die Feuerwehrleute drei weitere Glutnester. Höft ließ die Feuerwehren aus Mulsum und Deinste sowie die Drohne der Horneburger Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft nachalarmieren. Mit Spaten und Feuerpatschen ausgestattet, durchkämmten an die 70 Ehrenamtliche den Wald. Sie fanden in der Nähe einer Jagdhütte eine weitere Feuerstelle und löschten sie ab. An mindestens zwei Stellen fanden sich Hinweise darauf, dass die Feuer mutwillig entfacht worden sind. Insgesamt fanden sie sechs Feuerstellen. Die Beamten der Polizei haben die Spuren dokumentiert und die Ermittlungen aufgenommen.

Mit Feuerpatschen und Spaten durchkämmen die Feuerwehrleute den Rüstjer Forst. Fotos: Beneke

Ihre Tanklöschfahrzeuge konnten die Feuerwehrleute an Hydranten und Teichen wieder auffüllen. Sie mussten mehrere Hundert Meter lange Schlauchleitungen verlegen. Zwar gibt es einige befestigte Wege im Rüstjer Forst, die auch von den schweren Einsatzfahrzeugen befahren werden können. Doch in Richtung Dollern sind einige Teile des Waldes nur schwer zu erreichen. Auch zu Fuß ist das Betreten gefährlich, die Feuerwehrleute könnten in Torfmulden versinken, warnte Försterin Melanie Offermanns von den Niedersächsischen Landesforsten, die als Leiterin der Revierförsterei in Rüstje ebenfalls im Einsatz war. Mit der Wärmebildkamera der Drohne suchten die Einsatzkräfte aus der Luft nach weiteren Glutnestern – vergeblich. Um kurz nach 16 Uhr war der Einsatz für die Freiwilligen zu Ende.

Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder sonstige Hinweise zu den sechs Brandstellen geben können, werden gebeten, sich bei der Polizeistation in Fredenbeck unter der Rufnummer 0 41 49/ 93 39 70 oder der Polizeiinspektion Stade unter der Rufnummer 0 41 41/ 10 22 15 zu melden.

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