17.12.2017, 07:45
Helmste: Betrunkener läuft nach schwerem Unfall einfach weg

HELMSTE. Ein betrunkener Autofahrer hat am Sonnabend einen schweren Verkehrsunfall in Helmste verursacht. Anschließend flüchtete er zu Fuß und löste eine groß angelegte Suchaktion aus. Bis in die späten Abendstunden waren 70 Einsatzkräfte auf den Beinen.


Gegen 20 Uhr war der Mann mit einem BMW-Kombi auf der Kreisstraße 44 („Achtern Höben“) in Helmste unterwegs. Auf regennassem Asphalt verlor er die Kontrolle über den Wagen und geriet nach einer Linkskurve auf die Gegenfahrbahn. Der Kombi kollidierte frontal mit einem VW-Kleinwagen. Ersthelfer kümmerten sich um die Insassen und setzten den Notruf ab. Die Feuerwehr Helmste, die Notfallsanitäter des DRK-Rettungsdienstes mit drei Rettungswagen, die Notärzte der Elbe Kliniken sowie die Organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes und drei Streifenteams der Polizeiinspektion Stade rückten zum Unglücksort aus.

Glück hatte das junge Pärchen, das in dem Kleinwagen saß. Der VW war durch die Wucht des Aufpralls ins Schleudern geraten und direkt neben einem Birkenstamm zum Stehen gekommen. Der Mann und seine Partnerin kamen mit mittelschweren Verletzungen im Rettungswagen ins Stader Elbe Klinikum. Ersthelfer befreiten den alkoholisierten Verursacher aus dem BMW. Doch der Mann wollte sich nicht medizinisch untersuchen lassen oder auf die Polizisten warten. Er ergriff zu Fuß die Flucht. Seine Freundin, die inzwischen mit ihrem eigenen Auto zur Einsatzstelle gekommen war, hielt per Telefon den Kontakt zu ihm. Unter der Aufsicht eines Polizeibeamten sprach sie mit ihm.

Katz- und Mausspiel mit der Polizei

Trotz Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt weigerte sich der Unfallfahrer, seinen Standort preiszugeben. Also begannen die Feuerwehrleute damit, die Feldmark abzusuchen. Zur Unterstützung kamen auch Ehrenamtliche aus Deinste und Fredenbeck. Mit Hilfe der Drehleiter von Zug I der Stader Ortsfeuerwehr konnte das Areal von oben mit einer Wärmebildkamera betrachtet werden. Der Mann erklärte am Telefon, dass die Einsatzkräfte schon mehrfach an ihm vorbeigelaufen und -gefahren wären. Er sei allerdings zu schwach, um ihnen entgegenzukommen. Die von ihm genannten Straßennamen erwiesen sich indes als Finte, nirgends war der Gesuchte aufzufinden. Zwischenzeitlich war im Gespräch, einen Hubschrauber anzufordern.

Schließlich trafen ihn die Einsatzkräfte an der Kreisstraße 30 an. Jetzt behauptete er, mit ihm im Auto habe noch ein Bekannter, ein „Kevin aus Horneburg“ gesessen, der nun ebenfalls verschwunden sei. Ein Anruf bei dem vermeintlichen Begleiter entlarvte diese Geschichte allerdings als Lüge. Besagter Kevin lag nach Polizeiangaben zum Zeitpunkt der Suchaktion seelenruhig schlafend im Bett. Der Betrunkene kam nach der Erstversorgung durch Notfallsanitäter und Notarzt zur weiteren Behandlung ins Stader Elbe Klinikum. Gegen ihn wird unter anderem wegen Trunkenheit im Straßenverkehr ermittelt. Auch die Kosten des Einsatzes wird er tragen müssen.

Die Polizisten dokumentierten die Spuren des Unfalls, dann konnten die völlig zerstörten Karosserien abgeschleppt werden. Die Feuerwehrleute sicherten die Unglücksstelle und nahmen auslaufende Betriebsstoffe aus. Nach rund zwei Stunden war der Einsatz beendet. Die während der Unfallaufnahme gesperrte Kreisstraße 44 wurde wieder für den Verkehr freigegeben.

Zeugen können sich bei der Polizeiwache in Stade unter der Rufnummer 0 41 41/ 10 22 15 melden.

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